Samstag, 15. Juli 2017


S'il est ordinaire d'être vivement touché des choses rares, pourqoui le sommes-nous si peu de la vertu?
Wenn wir von seltenen Dingen so berührt warden, warum sind wir es so wenig von der Tugend?

If it is common to be very touched by rare things, why do we have so little virtue?

Freitag, 7. Juli 2017


Un homme de mérite, et qui est en place,  n'est jamais incommode par sa vanité; il s'étourdit moins du poste qu'il occupe qu'il n'est humilié par un plus grand qu'il ne remplit pas et dont il se croit digne: plus capable d'inquiétude que de fierté ou de mépris pour les autres, il ne pèse qu'à soi-même.

A man with merit is never inconvenienced by his vanity; he is even less stunned by his place in society than he is humiliated by the place he doesn't have and that he believes he is worthy of: more ready to worry over than to be proud or scornful toward others, he only allows things to be weighed by himself.

Il faut en France beaucoup de fermeté et une grande étendue d'esprit pour se passer des charges et des emplois, et consentir ainsi à demeurer chez soi, et à rien faire. Personne presque n'a assez de mérite pour jouer ce rôle avec dignité, ni assez de fonds pour remplir le vide du temps, sans ce que le vulgaire appelle des affaires. Il ne manque cependant à l'oisivité du sage qu'un meilleur nom, et que méditer, parler, lire, et être tranquille s'appelât travailler.

Very much firmness and a great scope of spirit is needed for a person in France to do without offices and employment and to consent to stay at his home and not do anything. Nearly no one has enough merit to fill this role worthily, nor enough profundity to prevent his life from seeming empty without what vulgar people call business. However, the leisure of someone who is wise only lacks a better name; someone who calls meditating, speaking, reading, and being tranquil his work.

Donnerstag, 15. Juni 2017


Jener inneren Leere aber und Dürftigkeit der Menschen ist auch dieses zuzuschreiben, daß, wenn einmal, irgend einen edelen, idealen Zweck beabsichtigend, Menschen besserer Art zu einem Verein zusammentreten, alsdann der Ausgang fast immer dieser ist, daß aus jenem Plebs der Menschheit, welcher, in zahlloser Menge, wie Ungeziefer, überall alles erfüllt und bedeckt, und stets bereit ist, jedes, ohne Unterschied, zu ergreifen, um damit seiner Langenweile, wie unter andern Umständen seinem Mangel, zu Hilfe zu kommen, – auch doch einige sich einschleichen oder eindrängen und dann bald entweder die ganze Sache zerstören oder sie so verändern, daß sie ziemlich das Gegenteil der ersten Absicht wird. –

Übrigens kann man auch die Geselligkeit betrachten als ein geistiges Erwärmen der Menschen aneinander, gleich jenem körperlichen, welches sie bei großer Kälte, durch Zusammendrängen hervorbringen. Allein wer selbst viel geistige Wärme hat, bedarf solcher Gruppierung nicht. Diesem allen zufolge steht die Geselligkeit eines jeden ungefähr im umgekehrten Verhältnisse seines intellektuellen Wertes; und »er ist sehr ungesellig« sagt beinahe schon »er ist ein Mann von großen Eigenschaften.«

Dem intellektuell hochstehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen zwiefachen Vorteil: erstlich den, mit sich selber zu sein, und zweitens den, nicht mit andern zu sein. Diesen letzteren wird man hoch anschlagen, wenn man bedenkt, wie viel Zwang, Beschwerde und selbst Gefahr jeder Umgang mit sich bringt. Tout notre mal vient de ne pouvoir être seuls, sagt La Bruyère.