Sonntag, 31. Juli 2011
Dienstag, 26. Juli 2011
Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein: hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.
Montag, 25. Juli 2011
Dem Nationalcharakter wird, ehe er von der Menge redet, nie viel gutes ehrlicherweise nachzurühmen sein. Vielmehr erscheint nur die menschliche Beschränktheit, Verkehrtheit und Schlechtigkeit in jedem Lande in einer anderen Form und diese nennt man den Nationalcharakter. – Jede Nation spottet über die andere, und alle haben recht.
So sehr nun auch durchgängig der Stolz getadelt und verschrien wird, so vermute ich doch, daß dies hauptsächlich von solchen ausgegangen ist, die nichts haben, darauf sie stolz sein könnten. Der Unverschämtheit und Dummdreistigkeit der meisten Menschen gegenüber, tut jeder, der irgendwelche Vorzüge hat, ganz wohl, sie selbst im Auge zu behalten, um nicht sie gänzlich in Vergessenheit geraten zu lassen: denn wer, solche gutmütig ignorierend, mit jenen sich geriert, als wäre er ganz ihresgleichen, den werden sie treuherzig sofort dafür halten.
Samstag, 16. Juli 2011
Donnerstag, 7. Juli 2011
Ruhm stellt oft einen Mann von Rang auf dieselbe Probe wie das Geld, das heisst, beide zwingen ihn, ehe sie ihn zu sich herankommen lassen, Dinge zu tun oder zu leiden, die mit der Menschenwürde unvereinbar sind. Ein unerschrockener Mann, der den Mut zu seinem Charakter hat, stösst beide gleicherweise zurück und hüllt sich in Verborgenheit oder in Elend und manchmal in beide.
La gloire met souvent un honnête homme aux mêmes épreuves que la fortune ; c' est-à-dire que l' une et l' autre l' obligent, avant de le laisser parvenir jusqu' à elles, à faire ou souffrir des choses indignes de son caractère. L' homme intrépidement vertueux les repousse alors également l' une et l' autre, et s' enveloppe ou dans l' obscurité ou dans l' infortune, et quelquefois dans l' une et dans l' autre.
L'athéisme n'est point. Les grands, qui en sont le plus soupçonnés, sont trop paresseux pour décider en leur esprit que Dieu n'est pas; leur indolence va jusqu'à les rendre froids et indifférents sur cet article si capital, comme sur la nature de leur âme, et sur les conséquences d'une vraie religion; ils ne nient ces choses ni ne les accordent: ils n'y pensent point.
Es gibt keinen Atheismus; die Grossen, die seiner am meisten verdächtigt werden, sind zu träge, um durch Gedankenarbeit wirklich zum Schluss zu kommen, dass Gott nicht ist; ihre Gleichgültigkeit ist so gross, dass sie sich, kalt und lässig, über eine solche Grundfrage so wenig wie über das Wesen ihrer Seele oder die Folgen der wahren Frömmigkeit Rechenschaft geben. Sie leugnen diese Dinge weder, noch erkennen sie sie an, sie denken überhaupt nicht daran.
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