Samstag, 31. Mai 2014
Mittwoch, 21. Mai 2014
Freitag, 16. Mai 2014
Wie der Arbeiter, welcher ein Gebäude aufführen hilft,
den Plan des Ganzen entweder nicht kennt, oder doch nicht immer gegenwärtig
hat, so verhält der Mensch, indem er die einzelnen Tage und Stunden seines
Lebens abspinnt, sich zum Ganzen seines Lebenslaufes und des Charakters
desselben. Je würdiger, bedeutender, planvoller und individueller dieser ist,
desto mehr ist es nötig und wohltätig, daß der verkleinerte Grundriß desselben,
der Plan ihm bisweilen vor die Augen komme. Freilich gehört auch dazu, daß er
einen kleinen Anfang in dem »Erkenne dich selbst« gemacht habe, als wisse, was
er eigentlich, hauptsächlich und vor allem andern will, was also für sein Glück
das Wesentlichste ist, sodann was die zweite und dritte Stelle nach diesem
einnimmt; wie auch, daß er erkenne, welches, im ganzen, sein Beruf, seine Rolle
und sein Verhältnis zur Welt sei: Ist nun dieses bedeutender und grandioser
Art; so wird der Anblick des Planes seines Lebens, im verjüngten Maßstabe, ihn,
mehr als irgend etwas, stärken, aufrichten, erheben, zur Tätigkeit ermuntern
und von Abwegen zurückhalten.
Wie der Wanderer erst, wenn er auf einer Höhe angekommen
ist, den zurückgelegten Weg, mit allen seinen Wendungen und Krümmungen, im
Zusammenhange überblickt und erkennt; so erkennen wir erst am Ende einer
Periode unseres Lebens, oder gar des ganzen, den wahren Zusammenhang unserer
Taten, Leistungen und Werke, die genaue Konsequenz und Verkettung, ja, auch den
Wert derselben. Denn, so lange wir darin begriffen sind, handeln wir nur immer
nach den feststehenden Eigenschaften unseres Charakters, unter dem Einfluß der
Motive, und nach dem Maße unserer Fähigkeiten, also durchweg mit Notwendigkeit,
indem wir in jedem Augenblicke bloß tun, was uns jetzt eben das rechte und
angemessene dünkt.
Erst der Erfolg zeigt was dabei herausgekommen, und der
Rückblick auf den ganzen Zusammenhang das Wie und Wodurch. Daher eben auch sind
wir, während wir die größten Taten vollbringen, oder unsterbliche Werke
schaffen, uns derselben nicht als solcher bewußt, sondern bloß als des unsern
gegenwärtigen Zwecken angemessenen, unsern damaligen Absichten entsprechenden
also jetzt gerade rechten: aber erst aus dem Ganzen in seinem Zusammenhang
leuchtet nachher unser Charakter und unsere Fähigkeiten hervor: und im
einzelnen sehen wir dann, wie wir, als wäre es durch Inspiration geschehn, den einzig
richtigen Weg, unter tausend Abwegen, eingeschlagen haben – von unserm Genius
geleitet. Dies alles gilt vom Theoretischen, wie vom Praktischen, und im
umgekehrten Sinne vom Schlechten und Verfehlten.
Freitag, 9. Mai 2014
Je n'étudie que ce qui me plaît; je n'occupe mon
esprit que des idées qui m'intéressent. Elles seront utiles ou inutiles, soit à
moi, soit aux autres. Le temps amènera ou n'amènera pas les circonstances qui
me feront faire de mes acquisitions un emploi profitable. Dans tous le cas,
j'aurai eu l'avantage inestimable de ne pas me contrarier, et d'avoir obéi à ma
pensée et à mon caractère.
I only study what pleases me; I only occupy my
spirit with the ideas that interest me. They may be useful or useless, either
to myself or to others. Time may or may not bring circumstances in which I can
employ profitably what I have acquired. In any case, I will have had the
inestimable advantage of not denying myself, and of having obeyed my thought
and character.
Donnerstag, 8. Mai 2014
Quand j' étais jeune, ayant les besoins des passions,
et attiré par elle dans le monde, forcé de chercher dans la société et dans les
plaisirs quelques distractions à des peines cruelles, on me prêchait l' amour
de la retraite, du travail, et on m' assommait de sermons pédantesques sur ce
sujet. Arrivé à quarante ans, ayant perdu les passions qui rendent la société
supportable, n' en voyant plus que la misère et la futilité, n' ayant plus besoin du
monde pour échapper à des peines qui n' existaient plus, le goût de la retraite
et du travail est devenu très vif chez moi et a remplacé tout le reste ; j' ai cessé
d' aller dans le monde : alors, on n' a cessé de me tourmenter pour que j' y
revinsse ; j' ai été accusé d' être misanthrope, etc. Que conclure de cette bizarre
différence ? Le besoin que les hommes ont de tout blâmer.
When I was young, having all the needs that come
from passions and led by them into society, forced to look there and in
pleasures for distraction to my cruel pains, people preached love of solitude
and work to me and harassed me with pedantic sermons on the subject. Now that I
am forty years old, having lost the passions that made society bearable, no
longer seeing anything but misery and futility in it, having no more need of it
to escape from pains that no longer exist, love for solitude and work has
become very lively in me, and has replaced everything else. I've stopped going
into society. Since then, however, people haven't stopped plaguing me to go
back into it. I have been accused of being a misanthrope, etc. What conclusion
can be drawn from the difference between what they say now and when I was
young? The need that men have to blame everything.
Samstag, 3. Mai 2014
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