Ein
anderes Beispiel wieder geben viele geladene Gäste in Feierkleidern, unter
festlichem Empfange; sie sind das Aushängeschild der edlen, erhöhten
Geselligkeit; aber statt ihrer ist in der Regel nur Zwang, Pein und Langeweile
gekommen: denn schon wo viele Gäste sind, ist viel Pack, – und hätten sie auch
sämtlich Sterne auf der Brust. Die wirklich gute Gesellschaft nämlich ist,
überall und notwendig, sehr klein. Überhaupt aber tragen glänzende, rauschende
Feste und Lustbarkeiten stets eine Leere, wohl gar einen Mißton im Innern;
schon weil sie dem Elend und der Dürftigkeit unseres Daseins laut
widersprechen, und der Kontrast erhöht die Wahrheit. Jedoch von außen gesehen
wirkt jenes alles: und das war der Zweck.
Samstag, 21. Dezember 2013
Desgleichen
sind nun auch Akademien und philosophische Katheder das Aushängeschild, der
äußere Schein der Weisheit: aber auch sie hat meistens abgesagt und ist ganz wo
anders zu finden. – Glockengebimmel, Priesterkostüme, fromme Gebärden und
fratzenhaftes Tun ist das Aushängeschild, der falsche Schein der Andacht usw.
Sonntag, 8. Dezember 2013
Um die Liebe in
Atem zu halten, verordnete Lykurg, dass die Ehegatten sich nur
verstohlenerweise begehen sollten und das es für sie gleich schimpflich sein
solle, im Beilager angetroffen zu werden, wie für Unvermählte. Die
Schwierigkeit, sich ein Stelldichein zu geben, die Gefahr der Überraschung, die
Schande des folgenden Tags,
und das Schmachten,
das Schweigen, das Seufzen aus tiefster Brust,
das ist es, was der
Suppe die Würze gibt. Wie viele sehr unflätig ergötzliche Spiele entstehen aus
der züchtigen und verschämten Weise, von den Werken die Liebe zu sprechen. Die
Wollust selbst sucht sich durch den Schmerz aufzustacheln. Sie ist gar viel
süßer, wenn sie sengt und wenn sie kratzt.
Pour tenir l’amour
en haleine, Licurgue ordonna que les mariez de Lacedemone ne se pourroient
prattiquer qu’à la desrobée, et que ce seroit pareille honte de les rencontrer
couchés ensemble, qu’avecques d’autres. La difficulté des assignations, le
dangier des surprises, la honte du lendemain,
et languor, et
silentium,
Et latere petitus imo spiritus,
Et latere petitus imo spiritus,
c’est ce qui donne
pointe à la sauce. Combien de jeux tres lascivement plaisants naissent de
l’honneste et vergongneuse manière de parler des ouvrages de l’amour’ La
volupté mesme cerche à s’irriter par la douleur. Elle est bien plus sucrée
quand elle cuit et quand elle escorche.
Le desir et la
jouyssance nous mettent pareillement en peine. La rigueur des maistresses est
ennuyeuse, mais l’aisance et la facilité l’est, à dire verité, encores plus :
d’autant que le mescontentement et la cholere naissent de l’estimation en quoy
nous avons la chose desirée, éguisent l’amour et le reschauffent ; mais la
satieté engendre le dégoust : c’est une passion mousse, hebetée, lasse et
endormie.
Das Verlangen und der Genuss machen uns gleicherweise Beschwerden. Die Sprödigkeit der Geliebten ist verdrießlich, aber die Willfährigkeit und Fügsamkeit ist es, die Wahrheit zu sagen, noch mehr; zumal die Unzufriedenheit und der Zorn aus der Hochschätzung entspringen, in der wir das Begehrte halten, und die Liebe anspornen und reizen; die Sättigung aber gebiert Ekel: es ist eine dumpfe, verdutzte, müde und schläfrige Leidenschaft.
Dienstag, 3. Dezember 2013
Wozu dienen die
Künste jener jungfräulichen Verschämtheit? Diese gemessene Kälte, diese
gestrengen Mienen, die vorgeschützte Unwissenheit in Dingen, die sie besser
wissen als wir, die wir sie darin unterrichten, als zur Bestärkung unseres
Verlangens, all diese Förmlichkeiten und Hindernisse zu überwinden, zu bändigen
und unseren Gelüsten untertan zu machen?
Denn es ist nicht
nur Lust sondern überdies noch Ruhm dabei, diese ängstliche Sanftheit und
kindliche Scham zu bestricken und zu betören und diese stolze und hochwürdige
Strenge der Gnade und Ungnade unseres Ungestüms zu unterwerfen: es ist
ruhmreich, sagen sie, über die Spröde, die Schüchternheit, die Keuschheit und
die Züchtigkeit zu triumphieren: und wer den Frauen diese Dinge ausreden will,
der erweist ihnen und sich selber einen schlechten Dienst. Man muss glauben,
dass ihr Herz vor Schrecken erbebe, dass der Klang unserer Worte die Keuschheit
ihrer Ohren verletze, dass sie uns hassen und unserem Drängen nur aus
notgedrungener Not nachgeben.
Dienstag, 26. November 2013
A quoy sert l’art
de cette honte virginalle ? cette froideur rassise, cette contenance severe,
cette profession d’ignorance des choses qu’elles sçavent mieux que nous qui les
en instruisons, qu’à nous accroistre ledesir de vaincre, gourmander et fouler à
nostre appetit toute cette ceremonie et ces obstacles ?
Car il y a non seulement du
plaisir, mais de la gloire encore, d’affolir et desbaucher cette molle douceur
et cette pudeur enfantine, et de ranger à la mercy de nostre ardeur une gravité
fiere et magistrale : C’est gloire, disent-ils, de triompher de la rigueur, de
la modestie, de la chasteté et de la temperance ; et qui desconseille aux Dames
ces parties là, il les trahit et soy-mesmes. Il faut croire que le cœur leur
fremit d’effroy, que le son de nos mots blesse la pureté de leurs oreilles,
qu’elles nous en haissent et s’accordent à nostre importunité d’une force
forcée.
La beauté, toute
puissante qu’elle est, n’a pas dequoy se faire savourer sans cette entremise.
Voyez en Italie, où il y a plus de beauté à vendre, et de la plus fine, comment
il faut qu’elle cherche d’autres moyens estrangers et d’autres arts pour se
rendre aggreable ; et si, à la verité, quoy qu’elle face, estant venale et
publique, elle demeure foible et languissante : tout ainsi que, mesme en la
vertu, de deux effets pareils, nous tenons ce neantmoins celuy-là le plus beau
et plus digne auquel il y a plus d’empeschement et de hazard proposé.
C’est un effect de
la Providence divine de permettre sa saincte Église estre agitée, comme nous la
voyons, de tant de troubles et d’orages, pour esveiller par ce contraste les
ames pies, et les r’avoir de l’oisiveté et du sommeil où les avoit plongez une
si longue tranquillité. Si nous contrepoisons la perte que nous avons faicte
par le nombre de ceux qui se sont desvoyez, au gain qui nous vient pour nous
estre remis en haleine, resuscité nostre zele et nos forces à l’occasion de ce
combat, je ne sçay si l’utilité ne surmonte point le dommage.
Les histoires
Grecques font mention des Argippées, voisins de la Scythie, qui vivent sans
verge et sans baston à offenser ; que non seulement nul n’entreprend d’aller
attaquer, mais quiconque s’y peut sauver, il est en franchise, à cause de leur
vertu et saincteté de vie ; et n’est aucun si osé d’y toucher. On recourt à eux
pour apoincter les differents qui naissent entre les hommes d’ailleurs. Il y a
nation où la closture des jardins et des champs qu’on veut conserver, se faict
d’un filet de coton, et se trouve bien plus seure et plus ferme que nos fossez
et nos hayes.
Freitag, 15. November 2013
Sonntag, 10. November 2013
Il y a des hommes à qui les illusions sur les
choses qui les intéressent sont aussi nécessaires que la vie. Quelquefois cependant
ils ont des aperçus qui feraient croire qu' ils sont près de la vérité ; mais ils
s' en éloignent bien vite, et ressemblent aux enfants qui courent après un
masque, et qui s' enfuient si le masque vient à se retourner.
Mittwoch, 6. November 2013
Le genre humain, mauvais de sa nature, est
devenu plus mauvais par la société. Chaque homme y porte les défauts : 1 de l'
humanité ; 2 de l' individu ; 3 de la classe dont il fait partie dans l' ordre social.
Ces défauts s' accroissent avec le temps ; et chaque homme, en avançant en âge,
blessé de tous ces travers d' autrui, et malheureux par les siens mêmes, prend
pour l' humanité et pour la société un mépris qui ne peut tourner que contre l'
une et l' autre.
Mittwoch, 23. Oktober 2013
Samstag, 12. Oktober 2013
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Viel weniger irrt, wer mit zu finsterm Blicke diese Welt als
eine Art Hölle ansieht und demnach nur darauf bedacht ist, sich in derselben
eine feuerfeste Stube zu verschaffen. Der Tor läuft den Genüssen des Lebens
nach und sieht sich betrogen: der Weise vermeidet die Übel. Sollte ihm jedoch
auch dieses mißglücken; so ist es dann die Schuld des Geschicks, nicht die
seiner Torheit. So weit es ihm aber glückt, ist er nicht betrogen: denn die
Übel, denen er aus dem Wege ging, sind höchst real. Selbst wenn er etwa ihnen
zu weit aus dem Wege gegangen sein sollte und Genüsse unnötigerweise geopfert
hätte; so ist eigentlich doch nichts verloren: denn alle Genüsse sind
chimärisch, und über die Versäumnis derselben zu trauern wäre kleinlich, ja
lächerlich.
Das Verkennen dieser Wahrheit, durch den
Optimismus begünstigt, ist die Quelle vielen Unglücks. Während wir nämlich von
Leiden frei sind, spiegeln unruhige Wünsche uns die Chimären eines Glückes vor,
das gar nicht existiert, und verleiten uns sie zu verfolgen: dadurch bringen
wir den Schmerz, der unleugbar real ist, auf uns herab. Dann jammern wir über
den verlorenen schmerzlosen Zustand, der wie ein verscherztes Paradies hinter
uns liegt, und wünschen vergeblich, das Geschehene ungeschehen machen zu können.
So scheint es, als ob ein böser Dämon uns aus dem schmerzlosen Zustande, der
das höchste wirkliche Glück ist, stets herauslockte durch die Gaukelbilder der
Wünsche.
Unbesehens glaubt der Jüngling, die Welt sei da,
um genossen zu werden; sie sei der Wohnsitz eines positiven Glückes, welches
nur die verfehlen, denen es an Geschick gebricht, sich seiner zu bemeistern.
Hierin bestärken ihn Romane und Gedichte, wie auch die Gleißnerei, welche die
Welt durchgängig und überall mit dem äußeren Scheine treibt und auf die ich
bald zurückkommen werde. Von nun an ist sein Leben eine mit mehr oder weniger
Überlegung angestellte Jagd nach dem positiven Glück, welches, als solches, aus
positiven Genüssen bestehen soll.
Die Gefahren, denen man sich dabei aussetzt,
müssen in die Schanze geschlagen werden. Da führt denn diese Jagd nach einem
Wilde, welches gar nicht existiert, in der Regel zu sehr realem, positivem
Unglück. Dies stellt sich ein als Schmerz, Leiden, Krankheit, Verlust, Sorge,
Armut, Schande und tausend Nöte. Die Enttäuschung kommt zu spät.
Freitag, 4. Oktober 2013
Je leur rens la
conqueste de ma maison lasche et traistresse. Elle n’est close à personne qui y
heurte. Il n’y a pour toute provision qu’un portier d’ancien usage et
ceremonie, qui ne sert pas tant à defendre ma porte qu’à l’offrir plus
decemment et gratieusement. Je n’ay ny garde ny sentinelle que celle que les
astres font pour moi. Un gentilhomme a tort de faire montre d’estre en
deffense, s’il ne l’est parfaictement. Qui est ouvert d’un costé, l’est par
tout. Noz peres ne pansarent pas à bastir des places frontieres.
Les moyens
d’assaillir, je dy sans baterie et sans armée, et de surprendre nos maisons,
croissent tous les jours audessus des moyens de se garder. Les esprits
s’aiguisent generalement de ce costé là. L’invasion touche tous. La defense
non, que les riches. La mienne estoit forte selon le temps qu’elle fut faicte.
Je n’y ay rien adjouté de ce costé là, et creindroy que sa force se tournast
contre moy-mesme ; joint qu’un temps paisible requerra qu’on les desfortifie.
Il est dangereux de ne les pouvoir regaigner. Et est difficile de s’en
asseurer. Car en matiere de guerres intestines, vostre valet peut estre du party
que vous craignez.
Et où la religion
sert de pretexte, les parentez mesmes deviennent infiables, avec couverture de
justice. Les finances publiques n’entretiendront pas noz garnisons domestiques
: elles s’y espuiseroient. Nous n’avons pas dequoy le faire sans nostre ruine,
ou, plus incommodement et injurieusement, sans celle du peuple. L’estat de ma
perte ne seroit de guere pire. Au demeurant, vous y perdez vous ? vos amis
mesme s’amusent, plus qu’à vous plaindre, à accuser vostre invigilance et
improvidence, et l’ignorance ou nonchalance aux offices de vostre profession.
Donnerstag, 26. September 2013
Quand on a pris le parti de ne voir que ceux qui
sont capables de traiter avec vous aux termes de la morale, de la vertu, de la
raison, de la vérité, en ne regardant les conventions, les vanités, les
étiquettes, que comme les supports de la société civile ; quand, dis-je, on a
pris ce parti (et il faut bien le prendre, sous peine d' être sot, faible ou
vil), il arrive qu' on vit à peu près solitaire.
Quand un homme s' est élevé, par son caractère,
au point de mériter qu' on devine quelle sera sa conduite dans toutes les
occasions qui intéressent l' honnêteté, non seulement les fripons, mais les demi-honnêtes
gens le décrient et l' évitent avec soin ; il y a plus, les gens honnêtes,
persuadés que, par un effet de ses principes, ils le trouveront dans les
rencontres où ils auront besoin de lui, se permettent de le négliger, pour s'
assurer de ceux sur lesquels ils ont des doutes.
Samstag, 21. September 2013
Freitag, 20. September 2013
Il y a des misères sur la terre qui saisissent le cœur; il manque à quelques-uns jusqu'aux aliments; ils redoutent l'hiver, ils appréhendent de vivre. L'on mange ailleurs des fruits précoces; l'on force la terre et les saisons pour fournir à sa délicatesse; de simples bourgeois, seulement à cause qu'ils étaient riches, ont eu l'audace d'avaler en un seul morceau la nourriture de cent familles. Tienne qui voudra contre de si grandes extrémités: je ne veux être, si je le puis, ni malheureux ni heureux; je me jette et me réfugie dans la médiocrité.
Montag, 16. September 2013
In Arkadien geboren, wie Schiller sagt, sind wir
freilich alle: d. h. wir treten in die Welt voll Ansprüche auf Glück und Genuß
und hegen die törichte Hoffnung, solche durchzusetzen. In der Regel jedoch
kommt bald das Schicksal, packt uns unsanft an und belehrt uns, daß nichts
unser ist, sondern alles sein, indem es ein unbestrittenes Recht hat, nicht nur
auf allen unsern Besitz und Erwerb und auf Weib und Kind, sondern sogar auf Arm
und Bein, Auge und Ohr, ja auf die Nase mitten im Gesicht.
Jedenfalls aber kommt nach einiger Zeit die
Erfahrung und bringt die Einsicht, daß Glück und Genuß eine Fata Morgana sind,
welche, nur aus der Ferne sichtbar, verschwindet, wenn man herangekommen ist;
daß hingegen Leiden und Schmerz Realität haben, sich selbst unmittelbar
vertreten und keiner Illusion noch Erwartung bedürfen. Fruchtet nun die Lehre,
so hören wir auf, nach Glück und Genuß zu jagen und sind vielmehr darauf
bedacht, dem Schmerz und Leiden möglichst den Zugang zu versperren. Wir erkennen
alsdann, daß das Beste, was die Welt zu bieten hat, eine schmerzlose, ruhige,
erträgliche Existenz ist, und beschränken unsere Ansprüche auf diese, um sie
desto sicherer durchzusetzen. Denn um nicht sehr unglücklich zu werden, ist das
sicherste Mittel, daß man nicht verlange, sehr glücklich zu sein.
Donnerstag, 12. September 2013
Donnerstag, 29. August 2013
Die Welt
verhärtet das Herz der meisten Menschen. Wer nicht hart werden kann, muss sich
eine Art künstlicher Fühllosigkeit angewöhnen, um weder von den Männern noch
von den Weibern zum Narren gehalten zu werden. Einen ehrlichen Menschen überkommt
nach einigen Tagen in der Gesellschaft ein peinliches und trauriges Gefühl. Nur
einen Vorteil hat er davon, er liebt dann die Einsamkeit um so mehr.
Le monde endurcit le coeur à la plupart des
hommes ; mais ceux qui sont moins susceptibles d' endurcissement sont obligés
de se créer une sorte d' insensibilité factice pour n' être dupes ni des hommes,
ni des femmes. Le sentiment qu' un homme honnête emporte, après s' être livré
quelques jours à la société, est ordinairement pénible et triste : le seul
avantage qu' il produira, c' est de faire trouver la retraite aimable.
Samstag, 10. August 2013
Un homme qui s' obstine à ne laisser ployer ni
sa raison, ni sa probité, ou du moins sa délicatesse, sous le poids d' aucune
des conventions absurdes ou malhonnêtes de la société ; qui ne fléchit jamais dans
les occasions où il a intérêt de fléchir, finit infailliblement par rester sans
appui, n' ayant d' autre ami qu' un être abstrait qu' on appelle la vertu, qui
vous laisse mourir de faim.
Freitag, 2. August 2013
J’ay chassé au haras un
vieux cheval duquel, à la senteur des juments, on ne pouvoit venir à bout. La
facilité l’a incontinent saoulé envers les siennes ; mais, envers les
estrangieres et la premiere qui passe le long de son pastis, il revient à ses
importuns hannissements et à ses chaleurs furieuses comme devant.
Dienstag, 30. Juli 2013
Il ne faut pas ne savoir vivre qu' avec ceux qui
peuvent nous apprécier : ce serait le besoin d' un amour-propre trop délicat et
trop difficile à contenter ; mais il faut ne placer le fond de sa vie habituelle
qu' avec ceux qui peuvent sentir ce que nous valons. Le philosophe même ne
blâme point ce genre d' amour-propre.
Freitag, 12. Juli 2013
In der Welt rufen und
schreien. - Es gehört doch eine große Naivität dazu, um zu glauben, es solle
helfen, in der Welt zu rufen und zu schreien, als ob hierdurch jemandes
Schicksal geändert würde. Man nehme es, wie es geboten wird, und stehe ab von
allen Weitläufigkeiten. Kam ich als junger Mann in eine Restauration, so sagte
ich auch, wie andre, zum Kellner: »Ein gutes Stück, ein
recht gutes Stück, vom Rücken, nicht zu fett.« Der Kellner hörte vielleicht gar
nicht meinen Rat, geschweige dass er ihn berücksichtigen sollte, geschweige
dass meine Stimme bis in die Küche hineinbringen, den Vorschneider rühren
sollte; und selbst, wenn alles dieses geschah, so war vielleicht an dem ganzen
Braten kein gutes Stück. Jetzt rufe ich nicht mehr.
Was einer ist, in welcher Art und Weise es auch sei, das ist er zuvörderst und hauptsächlich für sich selbst: und wenn es hier nicht viel wert ist, so ist es überhaupt nicht viel. Hingegen ist das Abbild seines Wesens in den Köpfen anderer ein Sekundäres, Abgeleitetes und dem Zufall unterworfenes, welches nur sehr mittelbar sich auf das erstere zurückbezieht.
Mittwoch, 10. Juli 2013
Il faut des fripons à la cour auprès des grands et des ministres, même les mieux intentionnés; mais l'usage en est délicat, et il faut savoir les mettre en œuvre. Il y a des temps et des occasions où ils ne peuvent être suppléés par d'autres. Honneur, vertu, conscience, qualités toujours respectables, souvent inutiles: que voulez-vous quelquefois que l'on fasse d'un homme de bien?
Donnerstag, 27. Juni 2013
In eudämonologischer Hinsicht ist also der Ruhm nichts
weiter, als der seltenste und köstlichste Bissen für unsern Stolz und unsere
Eitelkeit. Diese aber sind ja in den meisten Menschen, obwohl sie es verbergen,
übermäßig vorhanden, vielleicht sogar am stärksten in denen, die irgendwie
geeignet sind, sich Ruhm zu erwerben, und daher meistens das unsichere
Bewußtsein ihres überwiegenden Wertes lange in sich herum tragen müssen, ehe die
Gelegenheit kommt, solchen zu erproben und dann die Anerkennung desselben zu
erfahren: bis dahin war ihnen zumute, als erlitten sie ein heimliches Unrecht.
Da unser größtes Vergnügen darin besteht, bewundert zu
werden, die Bewunderer aber, selbst wo alle Ursache wäre, sich ungern dazu
herbeilassen, so ist der Glücklichste der, welcher, gleichviel wie, es dahin
gebracht hat, sich selbst aufrichtig zu bewundern. Nur müssen die andern ihn
nicht irre machen.
Überhaupt ist ja, wie am Anfange dieses Kapitels erörtert
worden, der Wert, den der Mensch auf die Meinung anderer von ihm legt, ganz
unverhältnismäßig und unvernünftig; so daß Hobbes die Sache zwar sehr stark,
aber vielleicht doch richtig ausgedrückt hat in den Worten: alles Vergnügen des
Geistes, alle seine Freude beruht darauf, daß er, wenn er sich mit anderen
vergleicht, Gelegenheit habe, über sich selbst recht hoch zu denken. Hieraus
ist der hohe Wert erklärlich, den man allgemein auf den Ruhm legt, und die
Opfer, welche man bringt, in der bloßen Hoffnung, ihn dereinst zu erlangen.
Sonntag, 9. Juni 2013
Qui se jettera, si
Dieu veut, chez moi ; mais tant y a que je ne l’y appelleray pas. C’est la
retraite à me reposer des guerres. J’essaye de soubstraire ce coing à la
tempeste publique, comme je fay un autre coing en mon ame. Nostre guerre a beau
changer de formes, se multiplier et diversifier en nouveaux partis ; pour moy,
je ne bouge. Entre tant de maisons armées, moy seul, que je sache en France, de
ma condition, ay fié purement au ciel la protection de la mienne. Et n’en ay
jamais osté ny ceuillier d’argent, ny titre.
Dienstag, 4. Juni 2013
Samstag, 1. Juni 2013
Montag, 13. Mai 2013
Montag, 6. Mai 2013
Samstag, 27. April 2013
Donnerstag, 18. April 2013
Donnerstag, 11. April 2013
Car le vulgaire
n'ayant pas la faculté de juger des choses par elles mesmes, se laissant
emporter à la fortune et aux apparences, apres qu'on luy a mis en main la
hardiesse de mespriser et contreroller les opinions qu'il avoit euës en extreme
reverence, comme sont celles où il va de son salut, et qu'on a mis aucuns
articles de sa religion en doubte et à la balance, il jette tantost apres
aisément en pareille incertitude toutes les autres pieces de sa creance, qui
n'avoient pas chez luy plus d'authorité ny de fondement, que celles qu'on luy a
esbranlées : et secoue comme un joug tyrannique toutes les impressions, qu'il
avoit receues par l'authorité des loix, ou reverence de l'ancien usage,
Nam cupide conculcatur
nimis ante metutum.
Denn allzu begierig tritt man mit Füssen,
was man einst gefürchtet. entreprenant deslors en avant, de ne recevoir rien, à quoy il n'ait interposé son decret, et presté particulier consentement.
Si nous avions une
seule goutte de foy, nous remuerions les montaignes de leur place, dict la
saincte parole : nos actions qui seroient guidées et accompaignées de la
divinité, ne seroient pas simplement humaines, elles auroient quelque chose de
miraculeux, comme nostre croyance. Brevis
est institutio vitæ honestæ beatæque, si credas.
Schnell lernst du ein gerechtes und
gottseliges Leben führen, wenn du glaubst.
Donnerstag, 21. März 2013
Den echtesten Ruhm, den Nachruhm, vernimmt sein Gegenstand
ja nie, und doch schätzt man ihn glücklich. Also bestand sein Glück in den
großen Eigenschaften selbst, die ihm den Ruhm erwarben, und darin, daß er
Gelegenheit fand, sie zu entwickeln, also daß ihm vergönnt wurde, zu handeln,
wie es ihm angemessen war, oder zu treiben, was er mit Lust und Liebe trieb:
denn nur die aus dieser entsprungenen Werke erlangen Nachruhm. Sein Glück
bestand also in seinem großen Herzen oder auch im Reichtum eines Geistes,
dessen Abdruck in seinen Werken die Bewunderung kommender Jahrhunderte erhält;
es bestand in den Gedanken selbst, welchen nachzudenken die Beschäftigung und
der Genuß des edelsten Geistes einer unabsehbaren Zukunft ward.
Der Wert des Nachruhms liegt also im Verdienen desselben,
und dieses ist sein eigener Lohn. Ob nun die Werke, welche ihn erwarten,
unterweilen auch den Ruhm der Zeitgenossen hatten, hing von zufälligen
Umständen ab und war nicht von großer Bedeutung. Denn da die Menschen in der
Regel ohne eigenes Urteil sind und zumal hohe und schwierige Leistungen
abzuschätzen durchaus keine Fähigkeit haben; so folgen sie hier stets fremder
Autorität, und der Ruhm in hoher Gattung beruht bei neunundneunzig unter
hundert Rühmern bloß auf Treu und Glauben.
Daher kann auch der vielstimmigste Beifall der Zeitgenossen
für denkende Köpfe nur wenig Wert haben, indem sie ihm stets nur das Echo
weniger Stimmen hören, die zudem selbst nur sind wie der Tag sie gebracht hat.
Würde wohl ein Virtuose sich geschmeichelt fühlen durch das laute
Beifallsklatschen seines Publikums, wenn ihm bekannt wäre, daß es bis auf einen
oder zwei aus lauter völlig Tauben bestände, die nun, einander gegenseitig ihr
Gebrechen zu verbergen, eifrig klatschen, sobald sie die Hände jenes einen in
Bewegung sähen? – Und nun gar, wenn die Kenntnis hinzukäme, daß jene
Vorklatscher sich oft bestechen ließen, um dem elendesten Geiger den lautesten
Applaus zu verschaffen! –
Hieraus ist erklärlich, warum der Ruhm der
Zeitgenossen so selten die Metamorphose in Nachruhm erlebt; weshalb d'Alembert
in seiner überaus schönen Beschreibung des Tempels des literarischen Ruhmes
sagt: »Das Innere des Tempels ist von lauter Toten bewohnt, die während ihres
Lebens nicht darin waren, und von einigen Lebenden, welche fast alle, wenn sie
sterben, hinausgeworfen werden.« Und beiläufig sei es hier bemerkt, daß einem
bei Lebzeiten ein Monument setzen die Erklärung ablegen heißt, daß hinsichtlich
seiner der Nachwelt nicht zu trauen sei.
Sonntag, 3. März 2013
Un homme d' esprit prétendait, devant des millionnaires,
qu' on pouvait être heureux avec deux mille écus de rente. Ils soutinrent le
contraire avec aigreur, et même avec emportement. Au sortir de chez eux, il
cherchait la cause de cette aigreur de la part de gens qui avaient de l' amitié
pour lui. Il la trouva enfin. C' est que par là il leur faisait entrevoir qu'
il n' était pas dans leur dépendance. Tout homme qui a peu de besoins semble
menacer les riches d' être toujours prêt à leur échapper. Les tyrans voient par
là qu' ils perdent un esclave. On peut appliquer cette réflexion à toutes les
passions en général. L' homme qui a vaincu le penchant à l' amour montre une
indifférence toujours odieuse aux femmes ; elles cessent aussitôt de s'
intéresser à lui. C' est peut-être pour cela que personne ne s' intéresse à la
fortune d' un philosophe : il n' a pas les passions qui émeuvent la société. On
voit qu' on ne peut presque rien faire pour son bonheur, et on le laisse là.
Samstag, 2. März 2013
Montag, 11. Februar 2013
C'est déjà trop d'avoir avec le peuple une même religion et un même Dieu: quel moyen encore de s'appeler Pierre, Jean, Jacques, comme le marchand ou le laboureur? Evitons d'avoir rien de commun avec la multitude; affectons au contraire toutes les distinctions qui nous en séparent. Qu'elle s'approprie les douze apôtres, leurs disciples, les premiers martyrs (telles gens, tels patrons); qu'elle voie avec plaisir revenir, toutes les années, ce jour particulier que chacun célèbre comme sa fête. Pour nous autres grands, ayons recours aux noms profanes; faisons-nous baptiser sous ceux d'Annibal, de César et de Pompée: c'étaient de grands hommes; sous celui de Lucrèce: c'était une illustre Romaine; sous ceux de Renaud, de Roger, d'Olivier et de Tancrède: c'étaient des paladins, et le roman n'a point de héros plus merveilleux; sous ceux d'Hector, d'Achille, d'Hercule, tous demi-dieux; sous ceux même de Phébus et de Diane; et qui nous empêchera de nous faire nommer Jupiter ou Mercure, ou Vénus, ou Adonis?
Si je compare ensemble les deux conditions des hommes les plus opposées, je veux dire les grands avec le peuple, ce dernier me paraît content du nécessaire, et les autres sont inquiets et pauvres avec le superflu. Un homme du peuple ne saurait faire aucun mal; un grand ne veut faire aucun bien, et est capable de grands maux. L'un ne se forme et ne s'exerce que dans les choses qui sont utiles; l'autre y joint les pernicieuses. Là se montrent ingénument la grossièreté et la franchise; ici se cache une sève maligne et corrompue sous l'écorce de la politesse. Le peuple n'a guère d'esprit, et les grands n'ont point d'âme: celui-là a un bon fond, et n'a point de dehors; ceux-ci n'ont que des dehors et qu'une simple superficie. Faut-il opter? Je ne balance pas: je veux être peuple.
Sonntag, 10. Februar 2013
Je voy cela evidemment, que
nous ne prestons volontiers à la devotion que les offices, qui flattent noz
passions. Il n'est point d'hostilité excellente comme la Chrestienne. Nostre
zele fait merveilles, quand il va secondant nostre pente vers la haine, la
cruauté, l'ambition, l'avarice, la detraction, la rebellion. A contrepoil, vers
la bonté, la benignité, la temperance, si, comme par miracle, quelque rare complexion
ne l'y porte, il ne va ny de pied, ny d'aile. Nostre religion est faicte pour
extirper les vices : elle les couvre, les nourrit, les incite.
Donnerstag, 7. Februar 2013
Aussi n'est-il pas
croyable, que toute ceste machine n'ait quelques merques empreintes de la main
de ce grand architecte, et qu'il n'y ait quelque image és choses du monde
raportant aucunement à l'ouvrier, qui les a basties et formées. Il a laissé en
ces hauts ouvrages le charactere de sa divinité, et ne tient qu'à nostre
imbecillité, que nous ne le puissions descouvrir.
Samstag, 26. Januar 2013
Mittwoch, 16. Januar 2013
De nos jours, un peintre fait votre portrait en
sept minutes ; un autre vous apprend à peindre en trois jours ; un troisième
vous enseigne l' anglais en quatre leçons. On veut vous apprendre huit langues avec
des gravures qui représentent les choses et leurs noms au-dessous en huit
langues ; enfin, si on pouvait mettre ensemble les plaisirs, les sentiments ou
les idées de la vie entière, et les réunir dans l' espace de vingt-quatre
heures, on le ferait ; on vous ferait avaler cette pilule, et on vous dirait :
" allez-vous-en. "
Mittwoch, 9. Januar 2013
Pour avoir une idée juste des choses, il faut
prendre les mots dans la signification opposée à celle qu' on leur donne dans
le monde. Misanthrope, par exemple, cela veut dire philanthrope ; mauvais
français, cela veut dire bon citoyen, qui indique certains abus monstrueux ;
philosophe, homme simple, qui sait que deux et deux font quatre, etc.
Donnerstag, 3. Januar 2013
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