Sonntag, 29. Dezember 2019


Chez les femmes, se parer et se farder n'est pas, je l'avoue, parler contre sa pensée; c'est plus aussi que le travestissement et la mascarade, où l'on ne se donne point pour ce que l'on paraît être, mais où l'on pense seulement à se cacher et à se faire ignorer: c'est chercher à imposer aux yeux, et vouloir paraître selon l'extérieur contre la vérité; c'est une espèce de menterie.

Il faut juger des femmes depuis la chaussure jusqu'à la coiffure exclusivement, à peu près comme on mesure le poisson entre queue et tête.

I admit that when women adorn and make up themselves, it is not the same thing as lying; it is closer to it, though, than disguising oneself at a masked ball, where people never present themselves as they are, but still only think about hiding themselves and making their true selves forgotten: it is a desire to impress peoples eyes, and to seem like something on the outside that is different from the truth; it is a type of fib.

It's necessary to judge women from just above their shoes to just below their coiffure exclusively, a little like one measures a fish from below its head to above its tail.

Some young women do not sufficiently know the advantages of a happy nature, and how useful it would be to them to abandon themselves to it; they weaken these gifts of heaven, which are so rare and fragile, by affected manners and bad imitations: they borrow the tone of their voice and their gait from other people; they compose themselves, make themselves up and look into the mirror to see if they are far enough from their natural self. It isn't without difficulty that they end up pleasing others less.

Quelques jeunes personnes ne connaissent point assez les avantages d'une heureuse nature, et combien il leur serait utile de s'y abandonner; elles affaiblissent ces dons du ciel, si rares et si fragiles, par des manières affectées et par une mauvaise imitation: leur son de voix et leur démarche sont empruntés; elles se composent, elles se recherchent, regardent dans un miroir si elles s'éloignent assez de leur naturel. Ce n'est pas sans peine qu'elles plaisent moins.

Mittwoch, 18. Dezember 2019


J'ai vu souhaiter d'être fille, et une belle fille, depuis treize ans jusques à vingt-deux, et après cet âge, de devenir un homme.

I have heard some people say that they would like to be a girl, and a beautiful girl, from the age of thirteen to that of twenty two, and after that to become a man.

Ich habe den Wunsch vernommen, von dreizehn bis zweiundzwanzig Jahren ein Mädchen, ein sehr schönes Mädchen zu sein und dann ein Mann werden zu können.

Dienstag, 3. Dezember 2019


Der Verstand ist keine extensive, sondern eine intensive Größe: daher kann hierin einer getrost gegen Zehntausend aufnehmen und gibt eine Versammlung von tausend Dummköpfen noch keinen gescheiten Mann. Aristokratisch ist die Natur, aristokratischer als irgend ein Feudal- und Kastenwesen. Demgemäß läuft ihre Pyramide von einer sehr breiten Basis in einen ganz spitzen Gipfel aus. Und wenn es dem Pöbel und Gesindel, welches nichts über sich dulden will, auch gelänge, alle andern Aristokratien umzustoßen, so müßte es diese doch bestehn lassen, – und soll keinen Dank dafür haben: Denn die ist so ganz eigentlich „von Gottes Gnaden“.

Mittwoch, 27. November 2019


Das weibliche Geschlecht verlangt und erwartet vom männlichen alles, nämlich alles, was es wünscht und braucht: Das männliche verlangt vom weiblichen zunächst und unmittelbar nur Eines. Daher mußte die Einrichtung getroffen werden, daß das männliche Geschlecht vom weiblichen jenes Eine nur erlangen kann gegen Übernahme der Sorge für alles und zudem für die aus der Verbindung entspringenden Kinder: Auf dieser Einrichtung beruht die Wohlfahrt des ganzen weiblichen Geschlechts. Bei der Ehe ist es nicht auf geistreiche Unterhaltung, sondern auf die Erzeugung der Kinder abgesehen: Sie ist ein Bund der Herzen, nicht der Köpfe. Es ist ein eitles und lächerliches Vorgeben, wenn Weiber behaupten, in den Geist eines Mannes sich verliebt zu haben, oder es ist die Überspannung eines entarteten Wesens.

Sonntag, 10. November 2019


Willst du was frühe Glaubensimpfung leistet, mit eigenen Augen und in der Nähe sehen, so betrachte die Engländer. Sieh diese von der Natur vor allen andern begünstigte und mit Verstand, Geist, Urteilskraft und Charakterfestigkeit mehr als alle übrigen ausgestattete Nation, sieh sie, tief unter alle andern herabgesetzt, ja geradezu verächtlich gemacht, durch ihren stupiden Kirchenaberglauben, welcher, zwischen ihren übrigen Fähigkeiten, ordentlich wie ein fixer Wahn, eine Monomanie, erscheint. Das haben sie bloß dem zu danken, daß die Erziehung in den Händen der Geistlichkeit ist, welche Sorge trägt, ihnen sämtliche Glaubensartikel in frühester Jugend einzuprägen, daß es bis zu einer Art partieller Gehirnlähmung geht, die sich dann zeitlebens in jener blödsinnigen Bigotterie äußert, durch welche sogar übrigens höchst verständige und geistreiche Leute unter ihnen sich degradieren und uns an ihnen ganz irre werden lassen.
Man wird unter fünfzig Engländer kaum mehr als einen finden, welcher miteinstimmt, wenn man von der stupiden und degradierenden Bigotterie seiner Nation mit gebührender Verachtung spricht: Der eine aber pflegt ein Mann von Kopf zu sein.
Bekanntlich sind die Sprachen, namentlich in grammatischer Hinsicht, desto vollkommener, je älter sie sind, und werden stufenweise immer schlechter, – vom hohen Sanskrit an bis zum englischen Jargon herab, diesem aus Lappen heterogener Stoffe zusammengeflickte Gedankenkleide. Diese allmähliche Degradation ist ein bedenkliches Argument gegen die beliebten Theorien unserer so nüchtern lächelnden Optimisten vom „stetigen Fortschritt der Menschheit zum Bessern“, wozu sie die deplorable Geschichte des bidepischen Geschlechts verdrehen möchten.

Mittwoch, 6. November 2019


Könnte man alle Schurken kastrieren und alle dummen Gänse ins Kloster stecken, den Leuten von edelem Charakter ein ganzes Harem beigeben, und allen Mädchen von Geist und Verstand Männer, und zwar ganze Männer, verschaffen, so würde bald eine Generation erstehen, die ein mehr als Perikleisches Zeitalter darstellte.

Die Verehrung, welche der gebildete große Haufe dem Genie zollt, artet, gerade so wie die, welche die Gläubigen ihren Heiligen widmen, gar leicht in läppischen Reliquiendienst aus. Wie Tausende von Christen die Reliquien eines Heiligen anbeten, dessen Leben und Lehre ihnen unbekannt ist; wie die Religion Tausender von Buddhisten viel mehr in der Verehrung des Dahtu (heiligen Zahns), ja, der ihn einschließenden Dagoba (Stupa), oder der heiligen Patra (Eßnapf), oder der versteinerten Fußstapfe, oder des heiligen Baumes, den Buddha gesät hat, besteht, als in der gründlichen Kenntnis und treuen Ausübung seiner hohen Lehre; so wird Petrarcas Haus in Arquà, Tassos angebliches Gefängnis in Ferrara, Shakespeares Haus in Stratfort, nebst seinem Stuhl darin, Goethes Haus in Weimar, nebst Mobilien, Kants alter Hut, imgleichen die respektiven Autographen, von vielen aufmerksam und ehrfurchtsvoll angegafft, welche die Werke der Männer nie gelesen haben. Sie können nun eben weiter nichts als gaffen.
Wie im alten deutschen Puppenspiel dem Kaiser, oder sonstigen Helden, alle Mal der Hanswurst beigegeben war, welcher alles, was der Held gesagt oder getan hatte, nachher in seiner Manier und mit Übertreibung wiederholte; so steht hinter dem großen Kant der Urheber der Wissenschaftslehre, richtiger Wissenschaftsleere. Wie dieser Mann seinen, dem deutschen philosophischen Publikum gegenüber ganz passenden und zu billigenden Plan, mittelst einer philosophischen Mystifikation Aufsehn zu erregen, um in Folge desselben seine und der seinigen Wohlfahrt zu begründen, vorzüglich dadurch ausführte, daß er Kant in allen Stücken überbot, als dessen lebendiger Superlativ auftrat und durch Vergrößerung der hervorstechenden Teile ganz eigentlich eine Karikatur der Kantischen Philosophie zu Stande brachte; so hat er dieses auch in der Ethik geleistet. In seinem System der Sittenlehre finden wir den kategorischen Imperativ herangewachsen zu einem despotischen Imperativ: Das absolute Soll, die gesetzgebende Vernunft und das Pflichtgebot haben sich entwickelt zu einem moralischen Fatum, einer unergründlichen Notwendigkeit, daß das Menschengeschlecht gewissen Maximen streng gemäß handle, als woran, nach den moralischen Anstalten zu urteilen, sehr viel gelegen sein muß, obwohl man nirgends eigentlich erfährt was.

Montag, 28. Oktober 2019


Es genügt nicht, geliebt, man muss gewürdigt werden, und man wird es nur durch unseresgleichen. Darum gibt es keine, zumindest keine dauerhafte Liebe bei zu grosser Überlegenheit eines Teils, und das geht nicht auf die Eitelkeit, sondern auf die durchaus berechtigte Eigenliebe zurück, die man sich unmöglich aus der menschlichen Natur wegdenken kann. Eitelkeit gehört zur schwachen und verdorbenen Natur, Eigenliebe aber zur geordneten.      

Ce n'est pas tout d'être aimé, il faut être apprécié, et on ne peut l'être que par ce qui nous ressemble. De là vient que l'amour n'existe pas, ou du moins ne dure pas, entre des êtres dont l'un est trop inférieur à l'autre; et ce n'est point là l'effet de la vanité, c'est celui d'un juste amour-propre dont il serait absurde et impossible de vouloir dépouiller la nature humaine. La vanité n'appartient qu'à la nature faible ou corrompue; mais l'amour-propre, bien connu, appartient à la nature bien ordonnée.

Being loved isn't everything, a person needs to be appreciated, and this can only be done by people who are similar to us. That is the reason why love doesn't exist, or at least doesn't endure, between two people, one of whom is too inferior to the other; and this is not the effect of vanity, but of a just pride which it would be absurd and impossible to want to strip from human nature. Vanity only belongs to a weak or corrupt nature; but pride, well known, belongs to ordained nature.  

Sonntag, 27. Oktober 2019

La pire de toutes les mésalliances est celle du cœur.     
The worst of all misalliances is that of hearts.   



Die schlimmste Mésalliance ist die des Herzens.


Samstag, 19. Oktober 2019

Grâce à la passion des femmes, il faut que l'homme le plus honnête soit ou un mari, ou un sigisbée; ou un crapuleux, ou un impuissant.

Because of his passion for women, the most honest man either has to be a husband or a cicisbeo; either villainous or impotent.  

Dienstag, 15. Oktober 2019


Le divorce est si naturel que, dans plusieurs maisons, il couche toutes les nuits entre deux époux.     

Die Ehescheidung ist so natürlich, dass sie in nicht wenigen Familien jede Nacht zwischen den Ehegatten schläft.

Divorce is so natural that in many houses it sleeps between spouses every night.

Samstag, 5. Oktober 2019


The state of a husband has the unhappiness that even if he has very much esprit, in society and even in his house he can seem boring without even opening his mouth, and ridiculous when saying the simplest thing. If he is loved by his wife, it prevents a part of this misfortune. That is the reason why M*** said to his wife: "My dear friend, help me not to be ridiculous."   

L'état de mari a cela de fâcheux que le mari qui a le plus d'esprit peut être de trop partout, même chez lui, ennuyeux sans ouvrir la bouche, et ridicule en disant la chose la plus simple. Être aimé de sa femme sauve une partie de ces travers. De là vient que M*** disait à sa femme: «Ma chère amie, aidez-moi à n'être pas ridicule.»  

Mittwoch, 2. Oktober 2019


Wozu ich tauge

Wozu ich tauge? Zu gar nichts, oder zu allem Möglichen. Das ist ein ungewöhnliches Geschick. Aber wird man's im Leben zu schätzen wissen? Gott weiß, ob die Mädchen einen Platz finden, welche eine Kondition suchen, sei's als allein dienende, oder im Notfall als »Mädchen für alles.«

Gute Nacht

Wenn ich morgens aufstehe, gehe ich sogleich wieder zu Bette. Ich befinde mich am besten des Abends, in dem Augenblicke, wenn ich das Licht ausblase, die Decke mir über den Kopf ziehe. Noch einmal richte ich mich empor, sehe mich mit einer unbeschreiblichen Zufriedenheit im Zimmer um, und so, gute Nacht, unter die Decke!

Donnerstag, 19. September 2019


Keiner kehrt von den Toten wieder

Keiner kehrt von den Toten wieder; keiner ist anders in die Welt eingegangen, als weinend; keiner fragt einen, wann man hereinwill; keiner, wann man herauswill.

Dienstag, 10. September 2019


Eilige Geschäftsleute

Von allen lächerlichen Dingen will es mir als das lächerlichste vorkommen, in der Welt emsig beschäftigt zu sein, ein Mann zu sein, der muntren Mutes und eilig bei seinem Geschäfte ist. Sehe ich denn, wie just im entscheidenden Augenblicke eine Fliege sich auf die Nase eines solchen Geschäftsmannes setzt, oder dass er von den Rädern eines Wagens über und über schmutzig wird, der ihm in noch größerer Hast vorbeijagt, oder die Schiffsbrücke vor ihm in die Höhe steigt, oder gar ein Ziegel herabstürzt und ihn zu Boden schlägt: da lache ich aus Herzens Grund. Und wer könnte sich des Lachens erwehren? Was richten sie wohl aus, diese eiligen Geschäftsleute? was haben sie davon? Geht es ihnen nicht, wie jener Frau, die in ihrer Verwirrung darüber, dass Feuer im Hause war, die Feuerzange rettete? Was ist es wohl Besseres und mehr, was sie aus der großen Feuersbrunst des Lebens retten?

Geduld zum Leben
Mir fehlt überhaupt die Geduld zum Leben. Ich kann das Gras nicht wachsen sehen; wenn ich aber das nicht kann, so mag ich gar nicht dahin gesehen haben. Meine Anschauungen sind flüchtige Betrachtungen eines »fahrenden Schülers«, der in größter Hast durchs Leben stürzt. Man sagt: Gott der Herr macht den Magen eher satt als die Augen. Das vermag ich nicht zu merken. Meine Augen sind satt und alles Dinges überdrüssig, und doch hungert mich.

Samstag, 7. September 2019

All unsere Bemühungen reichen nicht einmal hin, das Nest des geringsten Vögelchens nachzuahmen, seine Bauart, seine Schönheit und seine Tauglichkeit zum Gebrauche, ja nicht das Gewebe einer armseligen Spinne. Alle Dinge, sagt Plato, sind durch die Natur, das Glück oder die Kunstfertigkeit erzeugt; die grössten und schönsten durch eines der beiden ersten; die geringeren und unvollkommeneren durch die letztere. 

Tous nos efforts ne peuvent seulement arriver à representer le nid du moindre oyselet, sa contexture, sa beauté et l’utilité de son usage, non pas la tissure de la chetive araignée. Toutes choses, dict Platon, sont produites par la nature, ou par la fortune, ou par l’art ; les plus grandes et plus belles, par l’une ou l’autre des deux premieres ; les moindres et imparfaictes, par la derniere.

Dienstag, 3. September 2019


Ces nations me semblent donq ainsi barbares, pour avoir receu fort peu de façon de l’esprit humain, et estre encore fort voisines de leur naifveté originelle. Les loix naturelles leur commandent encores, fort peu abastardies par les nostres ; mais c’est en telle pureté, qu’il me prend quelque fois desplaisir dequoy la cognoissance n’en soit venue plus-tost, du temps qu’il y avoit des hommes qui en eussent sceu mieux juger que nous.

Il me desplait que Licurgus et Platon ne l’ayent eue ; car il me semble que ce que nous voyons par experience en ces nations là, surpasse, non seulement toutes les peintures dequoy la poesie a embelly l’age doré, et toutes ses inventions à feindre une heureuse condition d’hommes, mais encore la conception et le desir mesme de la philosophie. Ils n’ont peu imaginer une nayfveté si pure et simple, comme nous la voyons par experience ; ny n’ont peu croire que nostre societé se peut maintenir avec si peu d’artifice et de soudeure humaine.
C’est une nation, diroy je à Platon, en laquelle il n’y a aucune espece de trafique ; nulle cognoissance de lettres ; nulle science de nombres ; nul nom de magistrat, ny de superiorité politique ; nul usage de service, de richesse ou de pauvreté ; nuls contrats ; nulles successions ; nuls partages ; nulles occupations qu’oysives ; nul respect de parenté que commun ; nuls vestemens ; nulle agriculture ; nul metal ; nul usage de vin ou de bled. Les paroles mesmes qui signifient le mensonge, la trahison, la dissimulation, l’avarice, l’envie, la detraction, le pardon, inouies. Combien trouveroit il la republique qu’il a imaginée, esloignée de cette perfection : Viri a diis recentes.

Freitag, 30. August 2019


Ils croyent les ames eternelles, et celles qui ont bien merité des dieux, estre logées à l’endroit du ciel où le soleil se leve ; les maudites, du costé de l’Occident.

Sie halten die Seelen für unsterblich und glauben, dass jene, die sich die Gunst der Götter verdient haben, in die Gegend des Himmels versetzt werden, wo die Sonne aufgeht; die Verdammten aber in die Gegend des Niedergangs.
Ils ont je ne sçay quels prestres et prophetes, qui se presentent bien rarement au peuple, ayant leur demeure aux montaignes. À leur arrivée il se faict une grande feste et assemblée solennelle de plusieurs vilages (chaque grange, comme je l’ay descrite, faict un vilage, et sont environ à une lieue Françoise l’une de l’autre). Ce prophete parle à eux en public, les exhortant à la vertu et à leur devoir ; mais toute leur science ethique ne contient que ces deux articles, de la resolution à la guerre et affection à leurs femmes. Cettuy-cy leur prognostique les choses à venir et les evenemens qu’ils doivent esperer de leurs entreprinses, les achemine ou destourne de la guerre ; mais c’est par tel si que, où il faut à bien deviner, et s’il leur advient autrement qunil ne leur a predit, il est haché en mille pieces s’ils l’attrapent, et condamné pour faux prophete. À cette cause, celuy qui s’est une fois mesconté, on ne le void plus.

Donnerstag, 8. August 2019


Il y a dans quelques femmes une grandeur artificielle, attachée au mouvement des yeux, à un air de tête, aux façons de marcher, et qui ne va pas plus loin; un esprit éblouissant qui impose, et que l'on n'estime que parce qu'il n'est pas approfondi. Il y a dans quelques autres une grandeur simple, naturelle, indépendante du geste et de la démarche, qui a sa source dans le coeur, et qui est comme une suite de leur haute naissance; un mérite paisible, mais solide, accompagné de mille vertus qu'elles ne peuvent couvrir de toute leur modestie, qui échappent, et qui se montrent à ceux qui ont des yeux.

There is in some women an artificial grandeur, attached to the movement of their eyes, the look of their face, to the way that they walk, and which goes no further; it is like a dazzling and imposing wit who one only esteems because one hasn't seen deeply into it. There is in some others a simple, natural grandeur, independent of their gestures and gait, whose source is in their heart, and which seems like a result of their high birth; a peaceful but solid merit accompanied by a thousand virtues that they cannot cover with all of their modesty, which escape and are seen by anyone who has eyes.

Mittwoch, 7. August 2019


Men and women rarely agree on what merit a woman has: their interests are too different. Women do not please each other with the same charms with which they please men: a thousand manners that light great passions in men give rise to aversion and antipathy in other women.

Les hommes et les femmes conviennent rarement sur le mérite d'une femme: leurs intérêts sont trop différents. Les femmes ne se plaisent point les unes aux autres par les mêmes agréments qu'elles plaisent aux hommes: mille manières qui allument dans ceux-ci les grandes passions, forment entre elles l'aversion et l'antipathie.

Männer und Frauen können sich selten über den Vorzug einer Frau einigen; dazu sind ihre Interessen zu verschieden. Frauen gefallen einander nie durch die Reize, die Männer an ihnen gefallen: tausend Dinge, die in diesen die grossen Leidenschaften entzünden, erzeugen zwischen ihnen selbst nut Abneigung und Antipathie. 

Samstag, 3. August 2019


That person is good who does good to others; if he endures suffering in order to do it, he is very good; if he endures suffering by the hands of the very people who he is helping, his kindness is so great that it can only be greater in the case where his suffering is so; and if he dies doing it, his virtue can go no farther: it is heroic, it is perfect.

Celui-là est bon qui fait du bien aux autres; s'il souffre pour le bien qu'il fait, il est très bon; s'il souffre de ceux à qui il a fait ce bien, il a une si grande bonté qu'elle ne peut être augmentée que dans le cas où ses souffrances viendraient à croître; et s'il en meurt, sa vertu ne saurait aller plus loin: elle est héroïque, elle est parfaite.


Gut ist, wer anderen wohltut; wenn er für das Gute, das er tut, leidet, ist er sehr gut; wenn er durch die leidet, denen er wohlgetan hat, besitzt er eine so grosse Güte, dass sie nur noch dann gesteigert werden kann, wenn sein Leiden noch grösser würde; und wenn er daran stirbt, hat seine Tugend ihre äusserste Grenze erreicht; sie ist heroisch, ist vollkommen.

Sonntag, 7. Juli 2019


Der wahre Nationalcharakter der Deutschen ist die Schwerfälligkeit: sie leuchtet hervor aus ihrem Gange, ihrem Tun und Treiben, ihrer Sprache, ihrem Reden, Erzählen, Verstehn und Denken, ganz besonders aber aus ihrem Stil im Schreiben, aus dem Vergnügen, welches sie an langen, schwerfälligen, verstrickten Perioden haben, bei welchen das Gedächtnis ganz allein, fünf Minuten lang, geduldig die ihm aufgelegte Lektion lernt, bis zuletzt, am Schluß der Periode, der Verstand zum Schluß kommt und die Rätsel gelöst werden. Darin gefallen sie sich, und wenn nun noch Preziosität und Bombast und affektierte semnótes (Feierlichkeit) anzubringen sind, so schwelgt der Autor darin: Aber der Himmel gebe dem Leser Geduld.

Die Deutsche Nation und die Scham, ihr anzugehören

Ich lege hier für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, daß ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwenglichen Dummheit verachte, und mich schäme, ihr anzugehören.

Mittwoch, 3. Juli 2019


Zu den Nachteilen, welche die Universitätsphilosophie der wirklichen und ernstlich gemeinten gebracht hat, gehört ganz besonders das Verdrängtwerden der Kantischen Philosophie durch die Windbeuteleien der drei ausposaunten Sophisten: nämlich erst Fichte und dann Schelling, die beide doch nicht ohne Talent waren, endlich aber gar der plumpe und ekelhafte Scharlatan Hegel, dieser perniziöse Mensch, der einer ganzen Generation die Köpfe völlig desorganisiert und verdorben hat.

Montag, 1. Juli 2019

Überall und zu allen Zeiten hat es viel Unzufriedenheit mit den Regierungen, Gesetzen und öffentlichen Einrichtungen gegeben; großenteils aber nur, weil man stets bereit ist, diesen das Elend zur Last zu legen, welches dem menschlichen Dasein selbst unzertrennlich anhängt, indem es, mythisch zu reden, der Fluch ist, den Adam empfing, und mit ihm sein ganzes Geschlecht. Jedoch nie ist jene falsche Vorspiegelung auf lügenhaftere und frechere Weise gemacht worden, als von den Demagogen der „Jetztzeit“. Diese nämlich sind, als Feinde des Christentums, Optimisten: Die Welt ist ihnen „Selbstzweck“ und daher an sich selbst, d.h. ihrer natürlichen Beschaffenheit nach, ganz vortrefflich eingerichtet, ein rechter Wohnplatz der Glückseligkeit. Die nun hiergegen schreienden, kolossalen Übel der Welt schreiben sie gänzlich den Regierungen zu: Täten nämlich nur diese ihre Schuldigkeit, so würde der Himmel auf Erden existieren, d.h. alle würden ohne Mühe und Not vollauf fressen, saufen, sich propagieren und krepieren können: denn dies ist die Paraphrase ihres „Selbstzwecks“ und das Ziel des „unendlichen Fortschritts der Menschheit“, den sie in pomphaften Phrasen unermüdlich verkündigen.

Donnerstag, 20. Juni 2019

Wenn der Zweck der Akademien wäre, die Wahrheit möglichst zu unterdrücken, Geist und Talent nach Kräften zu ersticken und den Ruhm der Windbeutel und Scharlatane tapfer aufrecht zu erhalten, so hätte dies Mal unsere Dänische Akademie demselben vortrefflich entsprochen.
Ich habe unwidersprechlich nachgewiesen, daß die Königlich Dänische Sozietät das wirklich gefragt hat, was sie gefragt zu haben leugnet, hingegen das, was sie gefragt zu haben behauptet, nicht gefragt hat, ja, nicht einmal hat fragen können.
Ich will hier doch nicht unerwähnt lassen, daß der Mensch, welcher, in Folge des streng und knapp normalen Maaßes seiner intellektuellen Kräfte, keine geistige Bedürfnisse hat, es eigentlich ist, den ein der deutschen Sprache ausschließlich eigener, vom Studentenleben ausgegangener, nachmals aber in einem höheren, wiewohl dem ursprünglichen, durch den Gegensatz zum Musensohne, immer noch analogen Sinne gebrauchter Ausdruck als den Philister bezeichnet. Dieser nämlich ist und bleibt der amusische Mensch. Nun würde ich zwar, von einem höhern Standpunkt aus, die Definition der Philister so aussprechen, daß sie Leute wären, die immerfort auf das Ernstlichste beschäftigt sind mit einer Realität, die keine ist. Allein eine solche, schon transscendentale Definition, würde dem populären Standpunkt, auf welchen ich mich in dieser Abhandlung gestellt habe, nicht angemessen, daher auch vielleicht nicht durchaus jedem Leser faßlich seyn. Jene erstere hingegen läßt leichter eine specielle Erläuterung zu und bezeichnet hinreichend das Wesentliche der Sache, die Wurzel aller der Eigenschaften, die den Philister charakterisiren. Er ist demnach ein Mensch ohne geistige Bedürfnisse.

Montag, 10. Juni 2019


Nous avons vu des hommes réputés honnêtes, des société considérables, applaudir au bonheur de Mlle..., jeune personne, belle, spirituelle, vertuese, qui obtenait l'avantage de devenir l'épouse de M..., vieillard malsain, repoussant, malhonnête, imbécile, mais riche. Si quelque chose caractérise un siècle infâme, c'est un pareil sujet de triomphe, c'est le ridicule d'une telle joie, c'est ce renversement de toutes les idées morales et naturelles.     

We have seen men who are reputed honest and of considerable society congratulate the luck of Mlle ..., a young, beautiful, spiritual, and virtuous person, for succeeding in becoming the wife of M..., a sickly, repellent, dishonest, imbecilic, but rich old man. If anything characterizes vile centuries, it is considering such a thing a triumph, the ridiculousness of such a joy, the inversion of every moral and natural idea.  

Dienstag, 28. Mai 2019

Die Ehe der Grossen ist Unschicklichkeit durch Übereinkommen.
Le mariage, tel qu'il se pratique chez les grands, est une indécence convenue.     



Marriage, as it is practiced by the nobility, is an agreed upon indecency.  




Mittwoch, 22. Mai 2019


Roman und Leben

Mut habe ich zum Zweifeln, wie ich glaube, an allem; ich habe Mut, zu kämpfen, wie ich glaube, gegen alles und jedes; aber ich habe nicht den Mut, etwas zu erkennen, nicht den Mut, es zu besitzen, als mein eigen. Die meisten Menschen klagen darüber, dass die Welt so prosaisch sei, dass es im Leben nicht so zugehe, wie im Roman, wo die Gelegenheit immer so günstig sei. Ich klage darüber, dass es im Leben nicht ist, wie im Roman, wo man hartherzige Väter, Kobolde und Zauberer zu bekämpfen, verzauberte Prinzessinen zu befreien hat. Was sind doch alle diese Feinde zusammengenommen gegen die bleichen, blutlosen, lebenszähen, nächtlichen Scheinen, mit denen ich kämpfe, und die ich selbst ins Leben rufe!

Farbmischungen

Wie eigen wehmütig wurde ich gestimmt, als ich einen armen Menschen durch die Straßen schleichen sah in einem ziemlich abgetragenen, hellgrünen, ins Gelbe spielenden Frack. Es tat mir leid um ihn; was jedoch den stärksten Eindruck auf mich machte, war, dass die Farbe des Frackes mich so lebendig an die ersten Versuche erinnerte, die ich in meiner frühesten Jugend in der edlen Kunst der Malerei gemacht hatte. Eine meiner Lieblingsfarben war gerade jene Farbe. Ist es nicht traurig? diese Farbenmischungen, an welche ich heute noch mit so großer Freude zurückdenke, nirgends findet man sie mehr. Alle Welt findet sie grell, auffallend, nur noch anwendbar auf Nürnberger Spielwaren. Begegnet man ihnen einmal, alsdann soll jedesmal die Begegnung eine ebenso unerfreuliche sein, wie meine neuliche. Jedesmal soll es ein Irrsinniger, ein Verunglückter, kurz jemand sein, welcher sich fremd im Leben fühlt, und welchen die Welt nicht für voll gelten läßt. Und nun ich, der ich meine Helden immer mit jenem ewig unvergeßlichen hell-grünen Anstriche ihrer Kleidung gemalt habe! - Geht es nicht ebenso mit allen Farbenmischungen in unsrer Kindheit? Der Lichtglanz, den damals unser Leben hatte, wird mit den Jahren für unsre matten Augen zu stark, zu grell!
Mancher Mann ist ein Genie geworden durch ein Mädchen, mancher ein Held durch ein Mädchen, mancher ein Dichter durch ein Mädchen, mancher ein Heiliger durch ein Mädchen; - doch wurde er kein Genie durch das Mädchen, das er bekam – mit ihr wurde er nur Kommerzienrat; wurde er kein Held mit dem Mädchen, das er bekam – durch sie wurde er nur General; wurde er kein Dichter durch das Mädchen, das er bekam – durch sie wurde er nur Vater; wurde er kein Heiliger durch das Mädchen, das er bekam; denn er bekam überhaupt keins, und wollte nur ein einziges haben, und das bekam er nicht, geradeso wie jeder von den anderen ein Genie, Held, Dichter wurde durch das Mädchen, das er nicht bekam.

Samstag, 27. April 2019


Die Zukunft

Was wird geschehen? was wird die Zukunft bringen? Ich weiß nicht; ich ahne nichts. Wenn eine Spinne sich von einem festen Punkte aus in ihre Konsequenzen hinabstürzt, da sieht sie vor sich beständig einen leeren Raum, in welchem sie nirgends Fuß findet, wie sehr sie auch zappeln mag. Geradeso geht es mir. Vorn immer ein leerer Raum; was mich vorwärts treibt, ist eine Konsequenz, deren erster Anstoß hinter mir liegt. Dieses Leben ist ein verkehrtes und schreckliches, nicht zum Aushalten.

Ansicht vom Leben

Meine Ansicht von diesem Leben ist eine völlig sinnlose. Ich nehme an, dass ein böser Geist ein paar Brillen auf meine Nase gesetzt hat, in welchen das eine Glas nach einem ungeheuren Maßstabe vergrößert, während das andre Glas nach eben solchem Maßstabe verkleinert.

Mittwoch, 17. April 2019


Ils ont leurs guerres contre les nations qui sont au delà de leurs montaignes, plus avant en la terre ferme, ausquelles ils vont tous nuds, n’ayant autres armes que des arcs ou des espées de bois, apointées par un bout, à la mode des langues de noz espieuz. C’est chose esmerveillable que de la fermeté de leurs combats, qui ne finissent jamais que par meurtre et effusion de sang ; car, de routes et d’effroy, ils ne sçavent que c’est.

Dienstag, 16. April 2019


Jeder trägt als Siegeszeichen den Kopf des Feindes, den er getötet hat, und hängt ihn am Eingang seiner Wohnung auf.

Chacun raporte pour son trophée la teste de l’ennemy qu’il a tué, et l’attache à l’entrée de son logis. Apres avoir long temps bien traité leurs prisonniers, et de toutes les commoditez dont ils se peuvent aviser, celuy qui en est le maistre, faict une grande assemblée de ses cognoissans : il attache une corde à l’un des bras du prisonnier, par le bout de laquelle il le tient, esloigné de quelques pas, de peur d’en estre offencé, et donne au plus cher de ses amis l’autre bras à tenir de mesme ; et eux deux, en presence de toute l’assemblée, l’assomment à coups d’espée. Cela faict, ils le rostissent et en mangent en commun et en envoient des lopins à ceux de leurs amis qui sont absens. Ce n’est pas, comme on pense, pour s’en nourrir, ainsi que faisoient anciennement les Scythes : c’est pour representer une extreme vengeance.

Et qu’il soit ainsi, ayant apperçeu que les Portuguois, qui s’estoient r’alliez à leurs adversaires, usoient d’une autre sorte de mort contre eux, quand ils les prenoient, qui estoit de les enterrer jusques à la ceinture, et tirer au demeurant du corps force coups de traict, et les pendre apres : ils penserent que ces gens icy de l’autre monde, comme ceux qui avoyent semé la connoissance de beaucoup de vices parmy leur voisinage, et qui estoient beaucoup plus grands maistres qu’eux en toute sorte de malice, ne prenoient pas sans occasion cette sorte de vengeance, et qu’elle devoit estre plus aigre que la leur, commencerent de quitter leur façon ancienne pour suivre cette-cy.

Montag, 8. April 2019


Ich bin nicht ungehalten darüber, dass wir die barbarischen Greuel einer solchen Handlung brandmarken, wohl aber sehr, dass wir, die so gut über ihre Fehler urteilen, für die unsern so blind sind.

Je ne suis pas marry que nous remerquons l’horreur barbaresque qu’il y a en une telle action, mais ouy bien dequoy, jugeans bien de leurs fautes, nous soyons si aveuglez aux nostres. Je pense qu’il y a plus de barbarie à manger un homme vivant qu’à le manger mort, à deschirer, par tourmens et par geénes, un corps encore plein de sentiment, le faire rostir par le menu, le faire mordre et meurtrir aux chiens et aux pourceaux (comme nous l’avons, non seulement leu, mais veu de fresche memoire, non entre des ennemis anciens, mais entre des voisins et concitoyens, et, qui pis est, sous pretexte de pieté et de religion), que de le rostir et manger apres qu’il est trespassé.

Sonntag, 24. März 2019


Chrysippus et Zenon, chefs de la secte Stoicque, ont bien pensé qu’il n’y avoit aucun mal de se servir de nostre charoigne à quoy que ce fut pour nostre besoin, et d’en tirer de la nourriture : comme nos ancestres, estans assiegez par Caesar en la ville de Alexia, se resolurent de soustenir la faim de ce siege par les corps des vieillars, des femmes et autres personnes inutiles au combat.

Vascones, fama est, alimentis talibus usi
Produxere animas. (Juvenal)

Die Basken, so geht die Sage, haben ihr Leben durch den Gebrauch solcher Nahrung verlängert.

Et les medecins ne craignent pas de s’en servir à toute sorte d’usage pour nostre santé, soit pour l’appliquer au dedans ou au dehors ; mais il ne se trouva jamais aucune opinion si desreglée qui excusat la trahison, la desloyauté, la tyrannie, la cruauté, qui sont nos fautes ordinaires.

Und die Ärzte scheuen sich nicht, dergleichen zu jeglicher Verwendung für unsere Gesundheit zu benützen, sei es zu innerlichem oder äusserlichen Gebrauch; nie aber hat sich eine so verworfene Lehre gefunden, dass sie den Verrat, die Treulosigkeit, die Grausamkeit entschuldigt hätte, die unsere gewöhnlichen Fehler sind.

Dienstag, 19. März 2019


A wise man cures his ambition with ambition itself; he reaches for such great things that he cannot limit himself to what people call treasures, positions, fortune and favor; he sees nothing in such weak advantages that is good or solid enough to fulfill his heart, and to merit his cares and desires; he even needs effort not to disdain them too much. The only good capable of tempting him is that sort of glory that only comes from a completely pure and simple virtue; but men seldom grant it to others, and he does without it.
Le sage guérit de l'ambition par l'ambition même; il tend à de si grandes choses, qu'il ne peut se borner à ce qu'on appelle des trésors, des postes, la fortune et la faveur: il ne voit rien dans de si faibles avantages qui soit assez bon et assez solide pour remplir son coeur, et pour mériter ses soins et ses désirs; il a même besoin d'efforts pour ne les pas trop dédaigner. Le seul bien capable de le tenter est cette sorte de gloire qui devrait naître de la vertu toute pure et toute simple; mais les hommes ne l'accordent guère, et il s'en passe.

Sonntag, 17. März 2019

Der Weise wird vom Ehrgeiz durch den Ehrgeiz selbst geheilt; er strebt nach so grossen Dingen, dass er sich nicht mit dem begnügen kann, was man Schätze, Posten, Glücksumstände und Gunst nennt: solch schwache Vorteile scheinen ihm nicht gut und dauernd genug, um sein Herz auszufüllen, sie scheinen ihm nicht wertvoll genug, um zum Ziele seiner Ausdauer und seines Verlangens gemacht zu werden; es kostet ihm sogar Anstrengung, sie nicht zu sehr zu missachten. Das einzige Gut, das imstande ist, ihn in Versuchung zu führen, ist jener Ruhm, der aus der ganz reinen und ganz einfachen Tugend entstehen sollte; aber die Menschen bewilligen ihn nicht, und er verzichtet auch auf ihn.  

False grandeur is savage and inaccessible: as though it sensed its weakness, it hides itself, or at least doesn't show itself abreast, and doesn't let itself be seen except when it needs to be imposing or to not seem like what it is, I mean a real smallness. True grandeur is free, sweet, familiar, popular; it let's itself be touched and handled, it doesn't lose anything from being seen close up; the more one knows it, the more one admires it. It curbs itself out of good-will toward it's inferiors, and comes back into it's natural condition without effort; it abandons itself sometimes, neglects itself, gets rid of its advantages, always able to pick them up again when it wants to; it laughs, plays, and chats, but with dignity; one approaches it with freedom and reserve together. Its character is noble and easy, inspires respect and confidence, and makes princes seem great, and very great, without making us feel small.

La fausse grandeur est farouche et inaccessible: comme elle sent son faible, elle se cache, ou du moins ne se montre pas de front, et ne se fait voir qu'autant qu'il faut pour imposer et ne paraître point ce qu'elle est, je veux dire une vraie petitesse. Le véritable grandeur est libre, douce, familière, populaire; elle se laisse toucher et manier, elle ne perd rien à être vue de près; plus on la connaît, plus on l'admire. Elle se courbe par bonté vers ses inférieurs, et revient sans effort dans son naturel; elle s'abandonne quelquefois, se néglige, se relâche de ses avantages, toujours en pouvoir de les reprendre et de les faire valoir; elle rit, joue et badine, mais avec dignité; on l'approche tout ensemble avec liberté et avec retinue. Son caractère est noble et facile, inspire le respect et la confiance, et fait que les princes nous paraissent grands et très grands, sans nous faire sentir que nous sommes petits.

Sonntag, 3. März 2019

Ménippe est l'oiseau paré de divers plumages qui ne sont pas à lui. Il ne parle pas, il ne sent pas; il répète des sentiments et des discours, se sert même si naturellement de l'esprit des autres qu'il y est le premier trompé, et qu'il croit souvent dire son goût ou expliquer sa pensée, lorsqu'il n'est que l'écho de quelqu'un qu'il vient de quitter. C'est un homme qui est de mise un quart d'heure de suite, qui le moment d'après baisse, dégénère, perd le peu de lustre qu'un peu de mémoire lui donnait, et montre la corde. Lui seul ignore combien il est au-dessous du sublime et de l'héroïque; et, incapable de savoir jusqu'où l'on peut avoir de l'esprit, il croit naïvement que ce qu'il en a est tout ce que les hommes en sauraient avoir: aussi a-t-il l'air et le maintien de celui qui n'a rien à désirer sur ce chapitre, et qui ne porte envie à personne. Il se parle souvent à lui-même, et il ne s'en cache pas, ceux qui passent le voient, et qu'il semble toujours prendre un parti, ou décider qu'une telle chose est sans réplique. Si vous le saluez quelquefois, c'est le jeter dans l'embarras de savoir s'il droit rendre le salut ou non; et pendant qu'il délibère, vous êtes déjà hors de portée. Sa vanité l'a fait devenir ce qu'il n'était pas. L'on juge, en le voyant, qu'il n'est occupé que de sa personne; qu'il sait que tout lui sied bien, et que sa parure est assortie; qu'il croit que tous les yeux sont ouverts sur lui, et que les hommes se relayent pour le contempler.
Ménippe is a bird decorated with different feathers that don't belong to him. He does not speak, he does not feel; he repeats the feelings and the speech of others, and so naturally takes on their esprit that he is the first one to forget that it is theirs, and he often thinks he is stating his taste or explaining his thought when he is only echoing the person whose company he just left. He is a man who is bearable for fifteen minutes and a moment after that droops, degenerates, loses the little luster that a little memory gave him, and shows he has nothing more left. He is the only one who doesn't see how far he is from sublimity and heroism; and, incapable of imagining how great an esprit men can have, he naively thinks he has as much as is humanly possible: he also has the air and manner of someone who has nothing more to desire of his esprit and who doesn't envy anyone. He talks to himself often and doesn't hide it; the people who pass by see him and he always seems to be taking sides with himself, or deciding that such and such a thing cannot be argued. If you greet him sometimes, you throw him into confusion over whether he should reply to you or not; and while he deliberates, you have already left the room. His vanity made him become something he wasn't. One judges, on seeing him, that he is only occupied with his own person; that he knows that his clothes look good on him, and that his jewels match; that he thinks that everyone's eyes are on him, and that men take turns contemplating him.

Dienstag, 26. Februar 2019

Celse has a mediocre rank, but noblemen suffer him; he is not a savant, he has ties to savants; he has little merit, but he knows people who have very much; he is not clever, but his tongue can make him understood, and his feet can carry him from one place to another. He is a man born for comings and goings, for listening to what people say and relating it to others, for making an office of this, for exceeding the duties of his post and for being disowned, for reconciling people who quarrel at their first sight of each other; for succeeding in every thousandth undertaking, for giving himself all the glory of the success and for redirecting the hatred of the failures onto others. He knows the common scandals, the little stories of the town; he does nothing, he tells or listens to what others do, he is a news-man ['nouvelliste']; he even knows the secrets inside families: he enters into the highest mysteries: he tells you why this person was exiled and why that person was recalled; he knows the foundation and reason of the break between two brothers, and the rupture between two Ministers of State. Didn't he predict to the former the sad consequences of their misunderstanding? Didn't he tell the latter that their union would not last long? Wasn't he present when certain words were said? Didn't he enter into a certain type of negotiation? Did people want to believe him? Was he listened to? To whom do you talk about these things? Who has a greater part than Celse in all of the intrigues at court? And if it weren't thus, if he did not at least dream or imagine it to be so, would he think of making you believe it? Would he have the important and mysterious air of a man who has just come back from an embassy?

Celse est d'un rang médiocre, mais des grands le souffrent; il n'est pas savant, il a relation avec des savants; il a peu de mérite, mais il connaît des gens qui en ont beaucoup; il n'est pas habile, mais il a une langue qui peut servir de truchement, et des pieds qui peuvent le porter d'un lieu à un autre. C'est un homme né pour les allées et venues, pour écouter des propositions et les rapporter, pour en faire d'office, pour aller plus loin que sa commission et en être désavoué, pour réconciler des gens qui se querellent à leur première entrevue; pour réussir dans une affaire et en manquer mille, pour se donner toute la gloire de la réussite, et pour détourner sur les autres la haine d'un mauvais succès. Il sait les bruits communs, les historiettes de la ville; il ne fait rien, il dit ou il écoute ce que les autres font, il est nouvelliste; il sait même le secret des familles: il entre dans de plus hauts mystères: il vous dit pourquoi celui-ci est exilé, et pourquoi on rappelle cet autre; il connaît le fond et les causes de la brouillerie des deux frères, et de la rupture des deux ministres. N'a-t-il pas prédit aux premiers les tristes suites de leur mésintelligence? N'a-t-il pas dit de ceux-ci que leur union ne serait pas longue? N'était-il pas présent à de certains paroles qui furent dites? N'entra-t-il pas dans une espèce de négociation? Le voulut-on croire? fut-il écouté? A qui parlez-vous de ces choses? Qui a eu plus de part que Celse à toutes ces intrigues de cour? Et si cela n'était ainsi, s'il ne l'avait du moins ou rêvé ou imaginé, songerait-il à vous le faire croire? aurait-il l'air important et mystérieux d'un homme revenu d'une ambassade?
I know Mopse from a visit he gave me before he knew me; he asks people who he doesn't know at all to take him to the houses of other people who don't know him; he writes letters to women who he only knows by sight. He insinuates himself into a circle of respectable people who do not know who he is, and once there, without waiting for someone to ask him a question, without sensing that he is interrupting, he speaks, and frequently, and ridiculously. On another occasion he enters an assembly, sits down wherever he finds himself, without any attention to others or to himself; one takes him away from the place that was meant for a Minister of State, he sits down in the place meant for a duke and peer; precisely then the multitude of people laugh and he alone is serious and doesn't laugh at all. Chase a dog from the armchair of the King, he scrambles onto the pulpit of the preacher; he regards society indifferently, without embarrassment, without bashfulness; he, no more than a fool, notices any reason for him to blush.
Je connais Mopse d'une visite qu'il m'a rendue sans me connaître; il prie des gens qu'il ne connaît point de le mener chez d'autres dont il n'est pas connu; il écrit à des femmes qu'il connaît de vue. Il s'insinue dans un cercle de personnes respectables, et qui ne savent quel il est, et là, sans attendre qu'on l'interroge, ni sans sentir qu'il interrompt, il parle, et souvent, et ridiculement. Il entre une autre fois dans une assemblée, se place où il se trouve, sans nulle attention aux autres, ni à soi-même; on l'ôte d'une place destinée à un ministre, il s'assied à celle du duc et pair; il est là précisément celui dont la multitude rit, et qui seul est grave et ne rit point. Chassez un chien du fauteuil du Roi, il grimpe à la chaire du prédicateur; il regarde le monde indifféremment, sans embarras, sans pudeur; il n'a pas, non plus que le sot, de quoi rougir.

Dienstag, 19. Februar 2019

Was den leidigen Alltagsköpfen, von denen die Welt vollgepfropft ist, eigentlich abgeht, sind zwei nahe verwandte Fähigkeiten, nämlich die, zu urteilen, und die, eigene Gedanken zu haben.

Donnerstag, 14. Februar 2019


Eine besonders lächerliche Impertinenz solcher anonymer Kritiker ist, daß sie, wie die Könige, per Wir sprechen; während sie nicht nur im Singular, sondern im Diminutiv, ja, im Humilitiv reden sollten, z.B. „meine erbärmliche Wenigkeit, meine feige Verschmitztheit, meine verkappte Inkompetenz, meine geringe Lumpazität“ u.s.w. So geziemt es sich, verkappten Gaunern, diesen aus dem finstern Loch eines „literarischen Winkelblatts“ herauszischenden Blindschleichen, zu reden, welchen das Handwerk endlich gelegt werden muß.
Ich meines Teils würde eben so gern einer Spielbank, oder einem Bordell vorstehn, als so einer anonymen Rezensentenhöhle.

Der Bart sollte, als halbe Maske, polizeilich verboten sein. Zudem ist er, als Geschlechtsabzeichen mitten im Gesicht, obszön: daher gefällt er den Weibern.

Der Bart, sagt man, sei dem Menschen natürlich: allerdings, und darum ist er dem Menschen im Naturzustande ganz angemessen; eben so aber dem Menschen im zivilisierten Zustande die Rasur, indem sie anzeigt, daß hier die tierische, rohe Gewalt, deren jedem sogleich fühlbares Abzeichen jener dem männlichen Geschlecht eigentümliche Auswuchs ist, dem Gesetz, der Ordnung und Gesittung hat weichen müssen. – Der Bart vergrößert den tierischen Teil des Gesichts und hebt ihn hervor: dadurch gibt er ihm das so auffallend brutale Ansehn: man betrachte nur so einen Bartmenschen, im Profil, während er ißt! Für eine Zierde möchten sie den Bart ausgeben. Diese Zierde war man seit zweihundert Jahren nur an Juden, Kosaken, Kapuzinern, Gefangenen und Straßenräubern zu sehn gewohnt. Die Ferozität und Atrozität, welche der Bart der Physiognomie verleiht, beruht darauf, daß eine respektiv leblose Masse die Hälfte des Gesichts einnimmt, und zwar die das Moralische ausdrückende Hälfte. Zudem ist alles Behaartsein tierisch.

Sonntag, 10. Februar 2019

Seht nur um euch! Sogar als äußerliches Symptom der überhand nehmenden Roheit erblickt ihr den konstanten Begleiter derselben, – den langen Bart, dieses Geschlechtsabzeichen, mitten im Gesicht, welches besagt, daß man die Maskulinität, die man mit den Tieren gemein hat, der Humanität vorzieht, indem man vor allem ein Mann, mas, und erst nächstdem ein Mensch sein will. Das Abscheren der Bärte, in allen hochgebildeten Zeitaltern und Ländern, ist aus dem richtigen Gefühl des Gegenteils entstanden, vermöge dessen man vor allem ein Mensch, gewissermaßen ein Mensch in abstracto, mit Hintansetzung des tierischen Geschlechtsunterschiedes, sein möchte. Hingegen hat die Bartlänge stets mit der Barbarei, an die schon ihr Name erinnert, gleichen Schritt gehalten. 
Wie die Schichten der Erde die lebenden Wesen vergangener Epochen reihenweise aufbewahren, so bewahren die Bretter der Bibliotheken reihenweise die vergangenen Irrtümer und deren Darlegungen, welche, wie jene ersteren, zu ihrer Zeit sehr lebendig waren und viel Lärm machten, jetzt aber starr und versteinert dastehn, wo nur noch der literarische Paläontologe sie betrachtet. 
Wenn man die vielen und mannigfaltigen Anstalten zum Lehren und Lernen und das so große Gedränge von Schülern und Meistern sieht, könnte man glauben, daß es dem Menschengeschlechte gar sehr um Einsicht und Wahrheit zu tun sei. Aber auch hier trügt der Schein. Jene lehren, um Geld zu verdienen, und streben nicht nach Weisheit, sondern nach dem Schein und Kredit derselben: und diese lernen nicht, um Kenntnis und Einsicht zu erlangen, sondern um schwätzen zu können und sich ein Ansehn zu geben.
Xerxes hat, nach Herodot, beim Anblick seines unübersehbaren Heeres geweint, indem er bedachte, daß von diesen allen, nach hundert Jahren, keiner am Leben sein würde: wer möchte da nicht weinen, beim Anblick des dicken Meßkatalogs, wenn er bedenkt, daß von allen diesen Büchern, schon nach zehn Jahren, keines mehr am Leben sein wird.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Die Chinesen können allein von einer monarchischen Regierung sich einen Begriff machen: was eine Republik sei, verstehn sie gar nicht. Als im Jahre 1658 eine holländische Gesandtschaft in China war, sah diese sich genötigt, den Prinzen von Oranien als ihren König darzustellen; weil sonst die Chinesen geneigt gewesen wären, Holland für ein Nest von Seeräubern zu halten, die ohne Oberherrn lebten. 

Montag, 28. Januar 2019


Sogar aber läßt sich den handgreiflich sophistischen Beweisen Leibnitzens, daß diese Welt die beste unter den möglichen sei, ernstlich und ehrlich der Beweis entgegenstellen, daß sie die schlechteste unter den möglichen sei. Denn Möglich heißt nicht was Einer etwan sich vorphantasiren mag, sondern was wirklich existiren und bestehen kann. Nun ist diese Welt so eingerichtet, wie sie seyn mußte, um mit genauer Noth bestehen zu können: wäre sie aber noch ein wenig schlechter, so könnte sie schon nicht mehr bestehen. Folglich ist eine schlechtere, da sie nicht bestehen könnte, gar nicht möglich, sie selbst also unter den möglichen die schlechteste. Denn nicht bloß wenn die Planeten mit den Köpfen gegen einander rennten, sondern auch wenn von den wirklich eintretenden Pertubationen ihres Laufes irgend eine, statt sich durch andere allmälig wieder auszugleichen, in der Zunahme beharrte, würde die Welt bald ihr Ende erreichen: die Astronomen wissen, von wie zufälligen Umständen, nämlich zumeist vom irrationalen Verhältniß der Umlaufszeiten zu einander, dieses abhängt, und haben mühsam herausgerechnet, daß es immer noch gut abgehen wird, mithin die Welt so eben stehen und gehen kann.

Samstag, 19. Januar 2019

Man verheiratet die Frauen, ehe sie etwas sind und sein können. Der Ehemann ist nur eine art Handwerker, der den Leib der Frau plagt, ihren Geist formt und ihre Seele ausarbeitet.
On marie les femmes avant qu'elles soient rien et qu'elles puissent rien être. Un mari n'est qu'une espèce de manœuvre qui tracasse le corps de sa femme, ébauche son esprit et dégrossit son âme.

Women are married before they become nothing or are able to become so. A husband is nothing more than a type of man who troubles the body of his wife, warps her esprit and hews her soul.  

Mittwoch, 16. Januar 2019

The most reasonable and moderate word that has been said on the question of celibacy and marriage is this: "No matter which you choose, you will regret it." In his last years, Fontenelle regretted not having married. He forgot 95 years of being without cares.
Le mot le plus raisonnable et le plus mesuré qui ait été dit sur la question du célibat et du mariage est celui-ci:  « Quelque parti que tu prennes, tu t'en repentiras. » Fontenelle se repentit, dans ses dernières années, de ne s'être pas marié. Il oubliait 95 ans, passés dans l'insouciance.
Das vernünftigste und massvollste Wort in der Streitfrage Ehe oder Zölibat lautet: «So oder so, du wirst es bereuen.» Fontenelle bereute in seinen letzten Lebensjahren, dass er ledig geblieben sei. Er vergass fünfundneunzig sorgenfreie Jahre.

Dienstag, 1. Januar 2019

Die Ehe kommt nach der Liebe wie der Rauch nach der Flamme.
L'hymen vient après l'amour, comme la fumée après la flamme.

Marriage comes from love, like smoke from a fire.