Donnerstag, 20. Juni 2019
Ich
will hier doch nicht unerwähnt lassen, daß der Mensch, welcher, in Folge des
streng und knapp normalen Maaßes seiner intellektuellen Kräfte, keine geistige
Bedürfnisse hat, es eigentlich ist, den ein der deutschen Sprache
ausschließlich eigener, vom Studentenleben ausgegangener, nachmals aber in
einem höheren, wiewohl dem ursprünglichen, durch den Gegensatz zum Musensohne,
immer noch analogen Sinne gebrauchter Ausdruck als den Philister bezeichnet.
Dieser nämlich ist und bleibt der amusische Mensch. Nun würde ich zwar, von
einem höhern Standpunkt aus, die Definition der Philister so aussprechen, daß
sie Leute wären, die immerfort auf das Ernstlichste beschäftigt sind mit einer
Realität, die keine ist. Allein eine solche, schon transscendentale Definition,
würde dem populären Standpunkt, auf welchen ich mich in dieser Abhandlung
gestellt habe, nicht angemessen, daher auch vielleicht nicht durchaus jedem
Leser faßlich seyn. Jene erstere hingegen läßt leichter eine specielle
Erläuterung zu und bezeichnet hinreichend das Wesentliche der Sache, die Wurzel
aller der Eigenschaften, die den Philister charakterisiren. Er ist demnach ein
Mensch ohne geistige Bedürfnisse.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen