Freitag, 18. März 2016


Und wenn mich kein Mensch lesen wird, habe ich deswegen meine Zeit damit verloren, dass ich so manche müssigen Stunden mit solch nützlichen und angenehmen Gedanken verbracht habe ?

Et quand personne ne me lira, ay-je perdu mon temps de m’estre entretenu tant d’heures oisifves à pensements si utiles et aggreables ?

Ich habe mein Buch nicht mehr gemacht, als mein buch mich gemacht hat, ein Buch vom Fleisch und Blut seines Verfassers, nur mit mir selbst beschäftigt, als ein Teil meines Lebens, nicht mit anderen beschäftigtund auf fremde Zwecke eingerichtet wie alle anderen Bücher. Habe ich meine Zeit damit verloren, dass ich mir so unablässig, so eingehend von mir Rechenschaft abgelegt habe ?

Je n’ay pas plus faict mon livre que mon livre m’a faict, livre consubstantiel à son autheur, d’une occupation propre, membre de ma vie ; non d’une occupation et fin tierce et estrangere comme tous autres livres. Ay-je perdu mon temps de m’estre rendu compte de moy si continuellement, si curieusement ?

Donnerstag, 3. März 2016


Combien de fois m’a cette besongne diverty de cogitations ennuyeuses ! et doivent estre contées pour ennuyeuses toutes les frivoles. Nature nous a estrenez d’une large faculté à nous entretenir à part, et nous y appelle souvent pour nous apprendre que nous nous devons en partie à la société, mais en la meilleure partie à nous. Aux fins de renger ma fantasie à resver mesme par quelque ordre et projet, et la garder de se perdre et extravaguer au vent, il n’est que de donner corps et mettre en registre tant de menues pensées qui se presentent à elle. J’escoute à mes resveries par ce que j’ay à les enroller.

Wie oft hat mich diese Beschäftigung von verdriesslichen Gedanken abgelenkt ! und zu den verdriesslichen müssen alle hohlen und leeren gerechnet werden. Die Natur hat uns mit einer grossen Fähigkeit beschenkt, uns mit uns selbst zu unterhalten, und lädt uns oft dazu ein, um uns zu lehren, dass wir uns zum Teil der Gesellschaft, zum grössern Teil uns selber schulden. Um meine Einbildung dazu anzuhalten, selbst in ihren Hirngespinsten mit einiger Ordnung und Absicht zu verfahren, und zu verhüten, dass sie sich verliere und zerflattere, gab es nur eines, all diesen Gedanken, die sich in ihr einstellen, Gestalt zu geben und sie festzuhalten. Ich gebe meinen närrischen Einfällen Gehör, weil ich sie zu Buch zu bringen habe.