Trois d’entre eux, ignorans combien coutera
un jour à leur repos et à leur bon heur la connoissance des corruptions de
deçà, et que de ce commerce naistra leur ruyne, comme je presuppose qu’elle
soit desjà avancée, bien miserables de s’estre laissez piper au desir de la
nouvelleté, et avoir quitté la douceur de leur ciel pour venir voir le nostre,
furent à Rouan, du temps que le feu Roy
Charles neufiesme y estoit.
Freitag, 15. Dezember 2017
Drei von ihnen, nicht ahnend, wie teuer eines Tages die Kenntnis unserer
Sittenzerrüttung ihrer Ruhe und ihrem Glück zu stehen kommen und dass aus
diesem Verkehr ihr Verderben entspringen wird, das, wie ich annehme, schon weit
fortgeschritten ist, beklagenswert genug, dass sie sich vom Reiz des Unbekannten
hatten verlocken lassen, von der Lieblichkeit ihrer Himmelsstriche zu scheiden,
um die unsern zu besuchen, kamen zu der Zeit nach Rouen, als weiland König Karl
IX. sich dort aufhielt.
Le Roy parla à eux long temps ; on leur
fit voir nostre façon, nostre pompe, la forme d’une belle ville. Apres cela
quelqu’un en demanda leur advis, et voulut sçavoir d’eux ce qu’ils y avoient
trouvé de plus admirable : ils respondirent trois choses, d’où j’ay perdu
la troisiesme, et en suis bien marry ; mais j’en ay encore deux en
memoire.
Donnerstag, 30. November 2017
Ils dirent qu’ils trouvoient en premier lieu
fort estrange que tant de grands hommes, portans barbe, forts et armez, qui
estoient autour du Roy (il est vray-semblable que ils parloient des Suisses de
sa garde), se soubsmissent à obeyr à un enfant, et qu’on ne choisissoit plus
tost quelqu’un d’entr’eux pour commander ; secondement (ils ont une façon
de leur langage telle, qu’ils nomment les hommes moitié les uns des autres)
qu’ils avoyent aperçeu qu’il y avoit parmy nous des hommes pleins et gorgez de
toutes sortes de commoditez, et que leurs moitiez estoient mendians à leurs
portes, décharnez de faim et de pauvreté ; et trouvoient estrange comme
ces moitiez icy necessiteuses pouvoient souffrir une telle injustice, qu’ils ne
prinsent les autres à la gorge, ou missent le feu à leurs maisons.
Sie sagten, sie hätten es zum ersten sehr seltsam gefunden, dass so
viele grosse Männer, bärtig, stark und gewaffnet, die den König umgaben
(wahrscheinlich sprachen sie von den Schweizern seiner Leibwache), sich
herbeiliessen, einem Kind zu gehorchen, und dass man nicht eher einen von ihnen
wählte, um den Befehl zu führen; zum zweiten (sie haben in ihrer Sprache eine
Ausdrucksweise, derart, dass sie die Menschen als Hälften voneinander
bezeichnen) hätten sie bemerkt, dass es unter uns üppige, mit allen
Annehmlichkeiten gesättigte Menschen gebe und dass ihre anderen Hälften, von
Armut und Hunger ausgemergelt, bettelnd vor ihren Türen stünden; und fänden es
wunderlich, wie diese derart bedürftigen Hälften eine solche Ungerechtigkeit
ertragen könnten und dass sie nicht die andern an der Gurgel packten oder Feuer
an ihre Häuser legten.
Montag, 13. November 2017
Sometimes
men appear on earth who are rare and exquisite; who shine with their virtue,
and whose eminent qualities give off a tremendous luster. Similar to those
extraordinary stars whose presence one cannot explain, and whose fate one knows
even less after they disappear, they have neither ancestors nor descendants:
they are the only members of their race.
Freitag, 10. November 2017
Il apparaît de temps en temps sur la surface de la terre des hommes
rares, exquis, qui brillent par leu vertu, et dont les qualités éminentes
jettent un éclat prodigieux. Semblable à
ces étoiles extraordinaires dont on ignore les causes, et dont on sait encore
moins ce qu'elles deviennent après avoir disparu, ils n'ont ni aïeuls, ni
descendants: ils composent seuls toute leur race.
Es erscheinen von Zeit
zu Zeit auf der Oberfläche der Erde seltene, ausgesuchte Männer, von deren
Tugend ein Glanz ausgeht und deren hohe Eigenschaften einen wunderbaren Schein
werfen. Jenen ausserordentlichen Gestirnen gleich, deren Ursache man nicht
kennt, und von denen man noch weniger weiss, was sie werden, wenn sie verschwunden
sind, haben sie weder Ahnen noch Enkel: sie machen allein ihre Rasse aus.
Samstag, 28. Oktober 2017
Dienstag, 17. Oktober 2017
Wie die Schichten der Erde die lebenden Wesen vergangener Epochen
reihenweise aufbewahren; so bewahren die Bretter der Bibliotheken reihenweise
die vergangenen Irrtümer und deren Darlegungen, welche, wie jene Ersteren, zu
ihrer Zeit, sehr lebendig waren und viel Lärm machten, jetzt aber starr und
versteinert dastehen, wo nur noch die literarische Paläontologie sie
betrachtet.
Nichts ist gewisser, als dass, allgemein ausgesprochen, die schwere
Sünde der Welt es ist, welche das viele und große Leiden der Welt herbeiführt.
Dieser Ansicht gemäß ist die Geschichte vom Sündenfall die einzige
metaphysische, wenn auch im Gewand der Allegorie auftretende Wahrheit im Alten
Testament. Denn nichts Anderem sieht unser Dasein so ähnlich, wie der Folge
eines Fehltritts und eines strafbaren Gelüstens. (P. II, 323.) — Der Gott
Jehova, der animi causa und de gaieté de coeur diese Welt der Not
und des Jammers hervorbringt und dann gar sich selber Beifall klatscht, mit
παντα καλα λιαν, das ist nicht zu ertragen.
Montag, 2. Oktober 2017
Die Musik steht ganz abgesondert von den anderen schönen Künsten. Sie
ist nicht die Nachbildung, Wiederholung irgend einer Idee der Wesen in der
Welt; dennoch muss sie sich, analog den übrigen Künsten, zur Welt in irgend
einem Sinne wie Darstellung zum Dargestellten, wie Nachbild zum Vorbild
verhalten. Auch muss ihre nachbildliche Beziehung zur Welt eine sehr innige,
unendlich wahre und richtig treffende sein, weil sie von Jedem augenblicklich
verstanden wird und eine gewisse Unfehlbarkeit dadurch zu erkennen gibt, dass
ihre Form sich auf ganz bestimmte, in Zahlen auszudrückende Regeln zurückführen
lässt. Worin besteht nun diese eigentümliche nachbildliche Beziehung der Musik
zur Welt, durch die sie sich von den anderen Künsten unterscheidet? In Folgendem.
Zweck aller anderen Künste ist, die Erkenntnis der Ideen durch Darstellung
einzelner Dinge anzuregen. Sie alle objektivieren also den Willen nur
mittelbar, nämlich mittelst der Ideen. Die Musik hingegen, die Ideen
übergehend, ist eine so unmittelbare Objektivation und Abbild des ganzen
Willens, wie die Welt selbst es ist, ja wie die Ideen es sind. Die Musik ist
also keineswegs, gleich den anderen Künsten, das Abbild der Ideen; sondern
Abbild des Willens selbst, dessen Objektität auch die Ideen sind. Deshalb eben
ist die Wirkung der Musik so sehr viel mächtiger, als die der andern Künste;
denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen. Da es inzwischen der
selbe Wille ist, der sich sowohl in den Ideen, als in der Musik, nur in jedem
von beiden auf verschiedene Weise, objektiviert; so muss ein Parallelismus,
eine Analogie sein zwischen der Musik und den Ideen.
Die Musik ist darin von allen anderen
Künsten verschieden, dass sie nicht Abbild der Erscheinung oder, richtiger, der
adäquaten Objektität des Willens, sondern unmittelbar Abbild des Willens selbst
ist und also zu allem Physischen der Welt das Metaphysische, zu aller
Erscheinung das Ding an sich darstellt. Man könnte demnach die Welt ebenso wohl
verkörperte Musik, als verkörperten Willen nennen. Gesetzt daher, es gelänge
eine vollkommen richtige, vollständige und ins Einzelne gehende Erklärung der
Musik, also eine ausführliche Wiederholung dessen, was sie ausdrückt, in
Begriffen zu geben, so würde diese sofort auch eine genügende Wiederholung und
Erklärung der Welt in Begriffen, oder einer solchen ganz gleichlautend, also
die wahre Philosophie sein.
Freitag, 22. September 2017
Der Künstler lässt uns durch seine Augen in
die Welt blicken. Dass er diese Augen hat, dass er das Wesentliche, außer allen
Relationen Liegende der Dinge erkennt, ist die Gabe des Genius, das Angeborene;
dass er aber im Stande ist, auch uns diese Gabe zu leihen, uns seine Augen
aufzusetzen, dies ist das Erworbene, das Technische der Kunst.
Ein glückliches Leben ist unmöglich, höchstens kann der Mensch einen
heroischen Lebenslauf erlangen. Einen solchen führt Der, welcher in irgend
einer Art und Angelegenheit für das Allen irgendwie zu Gute Kommende mit
übergroßen Schwierigkeiten kämpft und am Ende siegt, dabei aber schlecht oder
gar nicht belohnt wird. Dann bleibt er, am Schluss, wie der Prinz im Re corvo des Gozzi, versteinert, aber in
edler Stellung und mit großmütiger Gebärde stehen. Sein Andenken bleibt und
wird als Das eines Heros gefeiert; sein Wille, durch Mühe und Arbeit,
schlechten Erfolg und Undank der Welt ein ganzes Leben hindurch mortifiziert,
erlischt in der Nirwana.
Freitag, 15. September 2017
Donnerstag, 17. August 2017
Sur ce que je luy demanday quel fruit il
recevoit de la superiorité qu’il avoit parmy les siens (car c’estoit un
Capitaine, et nos matelots le nommoient Roy), il me dict que c’estoit marcher
le premier à la guerre ; de combien d’hommes il estoit suyvy, il me montra
une espace de lieu, pour signifier que c’estoit autant qu’il en pourroit en une
telle espace, ce pouvoit estre quatre ou cinq mille hommes ; si, hors la
guerre, toute son authorité estoit expirée, il dict qu’il luy en restoit cela
que, quand il visitoit les vilages qui dépendoient de luy, on luy dressoit des
sentiers au travers des hayes de leurs bois, par où il peut passer bien à
l’aise. Tout cela ne va pas trop mal : mais quoy, ils ne portent point de
haut de chausses.
Auf meine Frage, welchen Gewinn er aus dem Vorrang ziehe, den er unter
den seinen besass (denn er war ein Häuptling, und unsere Seeleute nannten ihn
König), antwortete er mir, den Gewinn, im Kriege voranzugehen; auf die Frage,
wieviel Mann ihm folgten, bezeichnete er mir eine gewisse Spanne Raums, um zu
bedeuten, es seien so viele, als darauf Platz fänden, es mochten vier- oder
fünftausend Menschen sein; und ob nach dem beendeten Krieg sein ganzes Ansehen
erloschen sei, darauf antwortete er, es bleibe ihm dies davon, wenn er die
Dörfer besuche, die ihm unterstünden, man ihm die Wege durch das Dickicht ihrer
Wälder bahne, auf denen er sie bequem durchqueren könne. All das ist so übel
nicht: aber einerlei, sie tragen keine Beinkleider.
Samstag, 12. August 2017
Sonntag, 16. Juli 2017
Freitag, 7. Juli 2017
Un
homme de mérite, et qui est en place,
n'est jamais incommode par sa vanité; il s'étourdit moins du poste qu'il
occupe qu'il n'est humilié par un plus grand qu'il ne remplit pas et dont il se
croit digne: plus capable d'inquiétude que de fierté ou de mépris pour les
autres, il ne pèse qu'à soi-même.
A
man with merit is never inconvenienced by his vanity; he is even less stunned
by his place in society than he is humiliated by the place he doesn't have and
that he believes he is worthy of: more ready to worry over than to be proud or
scornful toward others, he only allows things to be weighed by himself.
Il
faut en France beaucoup de fermeté et une grande étendue d'esprit pour se
passer des charges et des emplois, et consentir ainsi à demeurer chez soi, et à
rien faire. Personne presque n'a assez de mérite pour jouer ce rôle avec
dignité, ni assez de fonds pour remplir le vide du temps, sans ce que le
vulgaire appelle des affaires. Il ne manque cependant à l'oisivité du sage
qu'un meilleur nom, et que méditer, parler, lire, et être tranquille s'appelât
travailler.
Very
much firmness and a great scope of spirit is needed for a person in France to
do without offices and employment and to consent to stay at his home and not do
anything. Nearly no one has enough merit to fill this role worthily, nor enough
profundity to prevent his life from seeming empty without what vulgar people
call business. However, the leisure of someone who is wise only lacks a better
name; someone who calls meditating, speaking, reading, and being tranquil his
work.
Freitag, 16. Juni 2017
Jener
inneren Leere aber und Dürftigkeit der Menschen ist auch dieses zuzuschreiben,
daß, wenn einmal, irgend einen edelen, idealen Zweck beabsichtigend, Menschen
besserer Art zu einem Verein zusammentreten, alsdann der Ausgang fast immer
dieser ist, daß aus jenem Plebs der Menschheit, welcher, in zahlloser Menge,
wie Ungeziefer, überall alles erfüllt und bedeckt, und stets bereit ist, jedes,
ohne Unterschied, zu ergreifen, um damit seiner Langenweile, wie unter andern
Umständen seinem Mangel, zu Hilfe zu kommen, – auch doch einige sich
einschleichen oder eindrängen und dann bald entweder die ganze Sache zerstören
oder sie so verändern, daß sie ziemlich das Gegenteil der ersten Absicht wird.
–
Übrigens
kann man auch die Geselligkeit betrachten als ein geistiges Erwärmen der
Menschen aneinander, gleich jenem körperlichen, welches sie bei großer Kälte,
durch Zusammendrängen hervorbringen. Allein wer selbst viel geistige Wärme hat,
bedarf solcher Gruppierung nicht. Diesem allen zufolge steht die Geselligkeit
eines jeden ungefähr im umgekehrten Verhältnisse seines intellektuellen Wertes;
und »er ist sehr ungesellig« sagt beinahe schon »er ist ein Mann von großen
Eigenschaften.«
Dem
intellektuell hochstehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen
zwiefachen Vorteil: erstlich den, mit sich selber zu sein, und zweitens den,
nicht mit andern zu sein. Diesen letzteren wird man hoch anschlagen, wenn man
bedenkt, wie viel Zwang, Beschwerde und selbst Gefahr jeder Umgang mit sich
bringt. Tout notre mal vient de ne pouvoir être seuls, sagt La Bruyère.
Freitag, 9. Juni 2017
Geselligkeit
gehört zu den gefährlichen, ja, verderblichen Neigungen, da sie uns in Kontakt
bringt mit Wesen, deren große Mehrzahl moralisch schlecht und intellektuell
stumpf oder verkehrt ist. Der Ungesellige ist einer, der ihrer nicht bedarf. An
sich selber so viel zu haben, daß man der Gesellschaft nicht bedarf, ist schon
deshalb ein großes Glück, weil fast alle unsere Leiden aus der Gesellschaft
entspringen, und die Geistesruhe, welche, nächst der Gesundheit, das
wesentlichste Element unseres Glückes ausmacht, durch jede Gesellschaft
gefährdet wird und daher ohne ein bedeutendes Maß von Einsamkeit nicht bestehen
kann.
Um
des Glückes der Geistesruhe teilhaftig zu werden, entsagen die Zyniker jedem
Besitze: wer in gleicher Absicht der Gesellschaft entsagt, hat das weiseste
Mittel erwählt. Denn so treffend, wie schön, ist was Bernardin de St. Pierre
sagt: Enthaltsamkeit im Essen macht unsern Körper gesund, Enthaltsamkeit im
Menschenverkehr die Seele.
Sonach
hat, wer sich zeitig mit der Einsamkeit befreundet, ja, sie lieb gewinnt, eine
Goldmine erworben. Aber keineswegs vermag dies jeder. Denn wie ursprünglich die
Not, so treibt, nach Beseitigung dieser, die Langeweile die Menschen zusammen.
Ohne beide bliebe wohl jeder allein; schon weil nur in der Einsamkeit die
Umgebung der ausschließlichen Wichtigkeit, ja, Einzigkeit entspricht, die jeder
in seinen eigenen Augen hat, und welche vom Weltgedränge zu nichts verkleinert
wird; als wo sie, bei jedem Schritt, ein schmerzliches dementi erhält. In diesem Sinne ist die Einsamkeit sogar der
natürliche Zustand eines jeden: sie setzt ihn wieder ein, als ersten Adam, in
das ursprüngliche, seiner Natur angemessene Glück.
Aber
hatte doch auch Adam weder Vater, noch Mutter! Daher wieder ist, in einem
andern Sinne, die Einsamkeit dem Menschen nicht natürlich; sofern er nämlich,
bei seinem Eintritt in die Welt, sich nicht allein, sondern zwischen Eltern und
Geschwistern, also in Gemeinschaft, gefunden hat. Demzufolge kann die Liebe zur
Einsamkeit nicht als ursprünglicher Hang da sein, sondern erst infolge der
Erfahrung und des Nachdenkens entstehn: und dies wird statthaben, nach Maßgabe
der Entwicklung eigener geistiger Kraft, zugleich aber auch mit der Zunahme der
Lebensjahre; wonach denn, im ganzen genommen, der Geselligkeitstrieb eines
jeden im umgekehrten Verhältnisse seines Alters stehen wird.
Donnerstag, 18. Mai 2017
Freitag, 5. Mai 2017
Samstag, 29. April 2017
Montag, 17. April 2017
C’est sans doute une belle harmonie quand le faire et le dire vont
ensemble, et je ne veux pas nier que le dire, lors que les actions suyvent, ne
soit de plus d’authorité et efficace : comme disoit Eudamidas oyant un
philosophe discourir de la guerre : Ces propos sont beaux, mais celuy qui
les dict n’en est pas croyable, car il n’a pas les oreilles accoustumées au son
de la trompette. Et Cleomenes, oyant un Rhetoricien harenguer de la vaillance,
s’en print fort à rire ; et, l’autre s’en scandalizant, il luy dict :
J’en ferois de mesmes si c’estoit une arondelle qui en parlast ; mais, si
c’estoit un aigle, je l’orrois volontiers.
J’apperçois, ce me semble, és escrits des anciens, que celuy qui dit ce
qu’il pense, l’assene bien plus vivement que celuy qui se contrefait. Oyez
Cicero parler de l’amour de la liberté, oyez en parler Brutus : les
escrits mesmes vous sonnent que cettuy-cy estoit homme pour l’acheter au pris
de la vie. Que Cicero, pere d’eloquence, traite du mespris de la mort ;
que Seneque en traite aussi : celuy là traine languissant, et vous sentez
qu’il vous veut resoudre de chose dequoy il n’est pas resolu ; il ne vous
donne point de cœur, car luy-mesmes n’en a point ; l’autre vous anime et
enflamme.
Je ne voy jamais autheur, mesmement de ceux qui traictent de la vertu et
des offices, que je ne recherche curieusement quel il a esté. Car les Ephores,
à Sparte, voyant un homme dissolu proposer au peuple un advis utile, luy
commanderent de se taire et prierent un homme de bien de s’en attribuer
l’invention et le proposer.
Ich lese nie einen Schriftsteller, auch nicht jene, die von der Tugend
und den Pflichten handeln, ohne neugierig nachzuforschen, was für ein Mann er
war. Denn wenn die Ephoren zu Sparta einen sittenlosen Mann dem Volke einen
nützlichen Vorschlag vortragen hörten, befahlen sie ihm, zu schweigen, und
baten einen rechtschaffenen Mann, sich seinen Gedanken anzueignen und ihn dem
Volke vorzuschlagen.
Architas Tarentinus, revenant d’une guerre où il avoit esté capitaine
general, trouva tout plein de mauvais mesnage en sa maison, et ses terres en
frische par le mauvais gouvernement de son receveur ; et, l’ayant fait
appeller : Va, luy dict-il, que, si je n’estois en cholere, je
t’estrillerois bien’Platon de mesme, s’estant eschauffé contre l’un de ses
esclaves, donna à Speusippus charge de le chastier, s’excusant d’y mettre la
main luy-mesme sur ce qu’il estoit courroucé. Charillus, Lacedemonien, à un
Elote qui se portoit trop insolemment et audacieusement envers luy : Par
les Dieux ! dit-il, si je n’estois courroucé, je te ferois tout à cet
heure mourir.
Donnerstag, 23. März 2017
Que faire d'Égésippe,
qui demande un emploi? Le mettra-t-on dans les finances, ou dans les troupes?
Cela est indifférent, et il faut que ce soit l'intérêt seul qui en décide; car
il est aussi capable de manier de l'argent, ou de dresser des comptes, que de
porter les armes. « Il est propre à tout », disent ses amis, ce qui signifie
toujours qu'il n'a pas plus de talent pour une chose que pour une autre, ou en
d'autres termes, qu'il n'est propre à rien. Ainsi la plupart des hommes occupés
d'eux seuls dans leur jeunesse, corrompus par la paresse ou par le plaisir,
croient faussement dans un âge plus avancé qu'il leur suffit d'être inutiles ou
dans l'indigence, afin que la république soit engagée à les placer ou à les
secourir; et ils profitent rarement de cette leçon si importante, que les
hommes devraient employer les premières années de leur vie à devenir tels par
leurs études et par leur travail que la république elle-même eût besoin de leur
industrie et de leurs lumières, qu'ils fussent comme une pièce nécessaire à
tout son édifice, et qu'elle se trouvât portée par ses propres avantages à
faire leur fortune ou à l'embellir.
Nous devons travailler à nous rendre très
dignes de quelque emploi: le reste ne nous regarde point, c'est l'affaire des
autres.
What does Égésippe do,
who is asking for employment? Should he be put in finances or the army? This is
indifferent, and only self-interest should decide; because he is as capable of
managing money, or of keeping records, as of carrying arms. "He is fit for
everything", his friends say, which means that he has no more talent for
one thing than for another, or in other terms, that he isn't fit for anything.
Thus, most men who were only occupied with themselves when they were young,
corrupted by laziness or pleasure, falsely believe when they are older that it
is enough for them to be useless or indigent for the republic to help and
employ them; and they rarely profit from this very important lesson, that men
must use the first years of their life to become, with their study and work,
such that the republic needs their industry and insight, that they become a
necessary part of the whole edifice, and that the state finds it in its own
advantage to make their fortune or to increase it.
We must work toward making ourselves very
worthy of some office: the rest does not concern us, it is the affair of
others.Freitag, 17. März 2017
Sonntag, 5. März 2017
Mittwoch, 22. Februar 2017
Was
nun andererseits die Menschen gesellig macht ist ihre Unfähigkeit, die
Einsamkeit, und in dieser sich selbst, zu ertragen. Innere Leere und Überdruß
sind es, von denen sie sowohl in die Gesellschaft, wie in die Fremde und auf
Reisen getrieben werden. Ihrem Geiste mangelt es an Federkraft, sich eigene
Bewegung zu erteilen: daher suchen sie Erhöhung derselben durch Wein und werden
viele auf diesem Wege zu Trunkenbolden. Eben daher bedürfen sie der steten
Erregung von außen und zwar der stärksten, d. i. der durch Wesen ihresgleichen.
Ohne diese sinkt ihr Geist, unter seiner eigenen Schwere, zusammen und verfällt
in eine drückende Lethargie.
Bekanntlich
werden Übel dadurch erleichtert, daß man sie gemeinschaftlich erträgt: zu
diesen scheinen die Leute die Langeweile zu zählen; daher sie sich
zusammensetzen, um sich gemeinschaftlich zu langweilen. Wie die Liebe zum Leben
im Grunde nur Furcht vor dem Tode ist, so ist auch der Geselligkeitstrieb der
Menschen im Grunde kein direkter, beruht nämlich nicht auf Liebe zur
Gesellschaft, sondern auf Furcht vor der Einsamkeit, indem es nicht sowohl die
holdselige Gegenwart der andern ist, die gesucht, als vielmehr die Öde und
Beklommenheit des Alleinseins, nebst der Monotonie des eigenen Bewußtseins, die
geflohen wird; welcher zu entgehn man daher auch mit schlechter Gesellschaft
vorlieb nimmt, im gleichen das Lästige und den Zwang, den eine jede notwendig
mit sich bringt, sich gefallen läßt.
Hat
hingegen der Widerwille gegen dieses alles gesiegt, und ist, infolge davon, die
Gewohnheit der Einsamkeit und die Abhärtung gegen ihren unmittelbaren Eindruck
eingetreten, so daß sie die oben bezeichneten Wirkungen nicht mehr
hervorbringt, dann kann man mit größter Behaglichkeit immerfort allein sein,
ohne sich nach Gesellschaft zu sehnen; eben weil das Bedürfnis derselben kein
direktes ist und man andererseits sich jetzt an die wohltätigen Eigenschaften
der Einsamkeit gewöhnt hat.
Im
gleichen ließe sich sagen, daß jeder von ihnen nur ein kleiner Bruch der Idee
der Menschheit sei, daher er vieler Ergänzung durch andere bedarf, damit
einigermaßen ein volles menschliches Bewußtsein herauskomme: hingegen wer ein
ganzer Mensch ist, ein ausgezeichneter Mensch, der stellt eine Einheit und
keinen Bruch dar, hat daher an sich selbst genug. Man kann, in diesem Sinne,
die gewöhnliche Gesellschaft jener russischen Hornmusik vergleichen, bei der
jedes Horn nur einen Ton hat und bloß durch das pünktliche Zusammentreffen
aller eine Musik herauskommt. Denn monoton, wie ein solches eintöniges Horn, ist
der Sinn und Geist der allermeisten Menschen: sehn doch viele von ihnen schon
aus, als hätten sie immerfort nur einen und denselben Gedanken, unfähig irgend
einen andern zu denken.
Hieraus
also erklärt sich nicht nur, warum sie so langweilig, sondern auch warum sie so
gesellig sind und am liebsten herdenweise einhergehn: Der Herdentrieb der
Menschenheit. Die Monotonie seines eigenen Wesens ist es, die jedem von ihnen
unerträglich wird: omnis stultitia
laborat fastidio sui. Alle Dummheit leidet an ihrem eigenen Überdruß: – nur
zusammen und durch die Vereinigung sind sie irgend etwas; – wie jene
Hornbläser.
Dagegen
ist der geistvolle Mensch einem Virtuosen zu vergleichen, der sein Konzert
allein ausführt; oder auch dem Klavier. Wie nämlich dieses, für sich allein,
ein kleines Orchester, so ist er eine kleine Welt und was jene alle erst durch
das Zusammenwirken sind, stellt er dar in der Einheit eines Bewußtseins. Wie
das Klavier, ist er kein Teil der Symphonie, sondern für das Solo und die
Einsamkeit geeignet: soll er mit ihnen zusammenwirken; so kann er es nur sein
als Prinzipalstimme mit Begleitung, wie das Klavier; oder zum Tonangeben, bei
Vokalmusik, wie das Klavier. –
Wer
inzwischen Gesellschaft liebt kann sich aus diesem Gleichnis die Regel
abstrahieren, daß, was den Personen seines Umgangs an Qualität abgeht durch die
Quantität einigermaßen ersetzt werden muß. An einem einzigen geistvollen
Menschen kann er Umgang genug haben: ist aber nichts als die gewöhnliche Sorte
zu finden; so ist es gut, von dieser recht viele zu haben, damit durch die
Mannigfaltigkeit und das Zusammenwirken etwas herauskomme, – nach Analogie der
besagten Hornmusik: – und der Himmel schenke ihm dazu Geduld.
Montag, 6. Februar 2017
Überhaupt
aber kann jeder im vollkommensten Einklange nur mit sich selbst stehen; nicht
mit seinem Freunde, nicht mit seiner Geliebten: denn die Unterschiede der
Individualität und Stimmung führen allemal eine, wenn auch geringe, Dissonanz
herbei: Daher ist der wahre, tiefe Friede des Herzens und die vollkommene Gemütsruhe,
dieses, nächst der Gesundheit, höchste irdische Gut, allein in der Einsamkeit
zu finden und als dauernde Stimmung nur in der tiefsten Zurückgezogenheit.
Ist
dann das eigene Selbst groß und reich; so genießt man den glücklichsten
Zustand, der auf dieser armen Erde gefunden werden mag. Ja, es sei
herausgesagt: so eng auch Freundschaft, Liebe und Ehe Menschen verbinden; ganz
ehrlich meint jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und höchstens noch mit
seinem Kinde.
Je
weniger einer, infolge objektiver oder subjektiver Bedingungen, nötig hat, mit
den Menschen in Berührung zu kommen, desto besser ist er daran. Die Einsamkeit
und Öde läßt alle ihre Übel auf einmal, wenn auch nicht empfinden, doch
übersehen: hingegen die Gesellschaft ist insidiös: sie verbirgt hinter dem
Scheine der Kurzweil, der Mitteilung des geselligen Genusses u. s. f. große,
oft unheilbare Übel. Ein
Hauptstudium der Jugend sollte sein, die Einsamkeit ertragen zu lernen; weil
sie eine Quelle des Glückes, der Gemütsruhe ist.
Freitag, 20. Januar 2017
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