Mittwoch, 26. Juni 2024

 

Le principal droict d'avancer et produire tels accidens est reservé à la fortune. Passant avant hier dans un vilage, à deux lieues de ma maison, je trouvay la place encore toute chaude d'un miracle que venoit d'y faillir, par lequel le voisinage avoit esté amusé plusieurs mois, et commençoient les provinces voisines de s'en esmouvoir et y accourir à grosses troupes, de toutes qualitez. Un jeune homme du lieu s'estoit joué à contrefaire une nuict en sa maison la voix d'un esprit, sans penser à autre finesse qu'à jouyr d'un badinage present. Cela luy ayant un peu mieux succedé qu'il n'esperoit, pour estendre sa farce à plus de ressorts, il y associa une fille de village, du tout stupide et niaise; et furent trois en fin, de mesme aage et pareille suffisance; et de presches domestiques en firent des presches publics, se cachans soubs l'autel de l'Eglise, ne parlans que de nuict, et deffendans d'y apporter aucune lumiere. De paroles qui tendoient à la conversion du monde et menace du jour du jugement (car ce sont subjects soubs l'authorité et reverence desquels l'imposture se tapit plus aiséement), ils vindrent à quelques visions et mouvements si niais et si ridicules qu'à peine y a-il rien si grossier au jeu des petits enfans. Si toutesfois la fortune y eust voulu prester un peu de faveur, qui sçait jusques où se fut accreu ce battelage? Ces pauvres diables sont à cette heure en prison, et porteront volontiers la peine de la sottise commune; et ne sçay si quelque juge se vengera sur eux de la sienne. On voit cler en cette-cy, qui est descouverte; mais en plusieurs choses de pareille qualité, surpassant nostre connoissance, je suis d'avis que nous soustenons nostre jugement aussi bien à rejetter qu'à recevoir.

 

Dergleichen Zufälle hervorzubringen und zu erzeugen ist ein Vorrecht des Ungefährs. Als ich vorgestern in ein Dorf kam, das ein paar Stunden weit von meinem Gute liegt, fand ich die Stätte noch ganz warm von einem Wunder, das daselbst gescheitert war; wodurch die Nachbarschaft seit mehreren Monaten hingehalten ward, weswegen schon die benachbarten Provinzen in Bewegung gerieten und Leute von allerlei Ständen in dichten Haufen herbeiliefen. Ein junger Mensch des Ortes hatte sich in einer Nacht in seinem Hause die Kurzweil gemacht, eine Geisterstimme nachzuäffen, ohne an etwas anderes dabei zu denken, als einen augenblicklichen Spaß zu machen. Da es ihm aber etwas besser glückte, als er erwartet hatte, so machte er, um der Posse mehr Hebel anzusetzen, mit einer Dirne aus dem Dorfe, einem gänzlich dummen unverständigen Dinge, Gesellschaft. Endlich vereinigten sich ihrer drei von ähnlichem Alter und ähnlicher Unverschämtheit zu diesem Spiel und wurden aus Hauspredigern öffentliche Prediger, versteckten sich unter dem Altar der Kirche, ließen sich nicht anders als bei Nacht hören und verboten, Licht herbeizubringen. Von Worten, welche auf die Bekehrung der Welt und Ankündigung des Jüngsten Tages hinausliefen (denn das sind Dinge, hinter deren Wichtigkeit und Heiligkeit der Betrug sich am leichtesten verbirgt), gingen sie zu einigen Erscheinungen und Spukereien über, die so einfältig und lächerlich waren, daß der Betrug für ein Kinderspiel fast zu grob gewesen wäre. Hätte indessen das Glück nur ein wenig hilfreiche Hand dabei leisten wollen, wer weiß, wie weit dies Gaukelspiel angewachsen sein würde? Jetzt sitzen die armen Teufel im Gefängnis, werden vermutlich die allgemeine Einfalt allein abbüßen müssen, und wer weiß, ob nicht irgendein Richter die seinige an ihnen rächen wird! Hier sieht man den dummen Betrug klar, weil er entdeckt ward; aber bei vielen ähnlichen Dingen, die unsre Kenntnisse übersteigen, wäre ich sehr der Meinung, wir hielten unser Urteil zurück und verwürfen ebensowenig, als wir billigten.

 

Sonntag, 23. Juni 2024

 

Es entsteht viel Betrug in der Welt, oder, um es unverblümter zu sagen, aller Betrug der Welt entsteht daraus, dass man uns lehrt, das Eingeständnis in unserer Unwissenheit zu scheuen, und wir darum wohl oder übel alles annehmen, was wir nicht widerlegen können. Wir reden von allen Dingen im Ton des Lehrsatzes und der Entschiedenheit.

 

Il s'engendre beaucoup d'abus au monde ou, pour le dire plus hardiment, tous les abus du monde s'engendrent de ce qu'on nous apprend à craindre de faire profession de nostre ignorance, et que nous sommes tenus d'accepter tout ce que nous ne pouvons refuter. Nous parlons de toutes choses par precepte et resolution.

Mittwoch, 19. Juni 2024

Montaigne hat große Fehler. Er ist voll schmutziger und unhöflicher Wörter. Das taugt nicht. Seine Meynungen über den freiwilligen Selbstmord und über den Tod sind erschrecklich. Er machet, dass wir unser Wohl ohne Furcht und Reue mit einer laulichten Gelassenheit betrachten. Da er sein Buch nicht schrieb, uns zur Frömmigkeit zu bringen, so war er auch nicht verbunden, es zu thun; Allein, man ist im Gegentheil verbunden, Niemand von der Frömmigkeit ab zu bringen. Man mag seine freye Gedanken über verschiedene Sachen vertheidigen, wie man will, so kann man doch Niemand seine heydnische Sätze über den Tod entschuldigen. Man muss aller Frömmigkeit entsagen, wenn man nicht wenigstens ein Christ zu sterben sucht; er hergegen will wie sein ganzes Buch zeiget, als ein träger Weichling dahin fahren. 

 

Les défauts de Montaigne sont grands. Mots lascifs. Cela ne vaut rien malgré Mlle de Gournay. Crédule : gens sans yeux. Ignorant : quadrature du cercle, monde plus grand. Ses sentiments sur l'homicide volontaire, sur la mort. Il inspire une nonchalance du salut, sans crainte et sans repentir. Son livre n'étant pas fait pour porter à la piété il n'y était pas obligé, mais on est toujours obligé de n'en point détourner. On peut excuser ses sentiments un peu libres et voluptueux en quelques rencontres de la vie mais on ne peut excuser ses sentiments tout païens sur la mort. Car il faut renoncer à toute piété si on ne veut au moins mourir chrétiennement. Or il ne pense qu'à mourir lâchement et mollement par tout son livre.