Der Bart, sagt man, sei dem Menschen
natürlich: allerdings, und darum ist er dem Menschen im Naturzustande ganz
angemessen; eben so aber dem Menschen im zivilisierten Zustande die Rasur,
indem sie anzeigt, daß hier die tierische, rohe Gewalt, deren jedem sogleich
fühlbares Abzeichen jener dem männlichen Geschlecht eigentümliche Auswuchs ist,
dem Gesetz, der Ordnung und Gesittung hat weichen müssen. – Der Bart vergrößert
den tierischen Teil des Gesichts und hebt ihn hervor: dadurch gibt er ihm das
so auffallend brutale Ansehn: man betrachte nur so einen Bartmenschen, im
Profil, während er ißt! Für eine Zierde
möchten sie den Bart ausgeben. Diese Zierde war man seit zweihundert Jahren nur
an Juden, Kosaken, Kapuzinern, Gefangenen und Straßenräubern zu sehn gewohnt.
Die Ferozität und Atrozität, welche der Bart der Physiognomie verleiht, beruht
darauf, daß eine respektiv leblose
Masse die Hälfte des Gesichts einnimmt, und zwar die das Moralische
ausdrückende Hälfte. Zudem ist alles Behaartsein tierisch.
Donnerstag, 14. Februar 2019
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen