Viel weniger irrt, wer mit zu finsterm Blicke diese Welt als
eine Art Hölle ansieht und demnach nur darauf bedacht ist, sich in derselben
eine feuerfeste Stube zu verschaffen. Der Tor läuft den Genüssen des Lebens
nach und sieht sich betrogen: der Weise vermeidet die Übel. Sollte ihm jedoch
auch dieses mißglücken; so ist es dann die Schuld des Geschicks, nicht die
seiner Torheit. So weit es ihm aber glückt, ist er nicht betrogen: denn die
Übel, denen er aus dem Wege ging, sind höchst real. Selbst wenn er etwa ihnen
zu weit aus dem Wege gegangen sein sollte und Genüsse unnötigerweise geopfert
hätte; so ist eigentlich doch nichts verloren: denn alle Genüsse sind
chimärisch, und über die Versäumnis derselben zu trauern wäre kleinlich, ja
lächerlich.
Mittwoch, 9. Oktober 2013
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