Reisen der Fürsten. - Fürsten langweilt das Reisen bald. Ihr Charakter wird ihnen zur Last, die sie bedrückt. Sind sie großmütig, so stürzen sie sich ins Unglück, geben sie weniger aus, so ist man verstimmt. Sie fühlen ihre Stellung zwischen Untergang und Verachtung, und diese Lage immer inmitten der Diebe und der Unzufriedenen ermüdet sie schließlich. Ich weiß nicht, welcher Dämon des Jahrhunderts den Fürsten einfallen lässt, sich den andern Völkern zu zeigen. Findet man sie besser als den eigenen Fürsten, so hinterlassen sie die unwürdigste Sehnsucht, findet man sie gleich oder sogar schlechter, so hinterlassen sie Niedergeschlagenheit und Verzweiflung im menschlichen Herzen. Manches ist nur im Wunsch schön. Die Liebe hat solche Schönheiten, und ich finde, auch die Tugend der Fürsten ist wie die Freude an einer Jungfernschaft. Es ist besser, sie sich vorzustellen als sie zu genießen.
Dienstag, 18. Juli 2023
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