Samstag, 14. April 2012
Freitag, 13. April 2012
Dienstag, 3. April 2012
Dichter-Existenz. - Vergeblich kämpfe ich dagegen. Mein Fuß gleitet. Mein Leben bleibt doch eine Dichter-Existenz. Kann man sich etwas Unglücklicheres denken? Ich bin dazu ausersehen; das Schicksal lacht mich aus, wenn es mir plötzlich zeigt, dass alles, womit ich gegen dasselbe anarbeite, ein neues Moment eines solchen Daseins wird. Ich bin im stande, die Hoffnung so lebendig zu schildern, dass jede hoffende Persönlichkeit sich zu meiner Schilderung bekennen wird; und dennoch ist sie ein Falsum: denn während ich sie schildere, denke ich an die Erinnerung.
Mein Kummer ist meine Ritterburg, welche wie ein Adlernest hoch oben auf des Berges Gipfel in den Wolken liegt. Von da fliege ich herab in die Wirklichkeit des Lebens und greife meine Beute. Aber ich bleibe nicht dort unten; ich bringe meine Beute heim, und diese Beute ist das Bild, welches ich hineinwebe in die Tapeten meines Schlosses. Hier lebe ich wie ein Verstorbener. Alles Erlebte tauche ich nieder in die Taufe der Vergessenheit, zur Ewigkeit der Erinnerung. Alles Endliche und Zufällige ist vergessen und ausgelöscht. Da sitze ich, wie ein alter, graubärtiger Mann, gedankenvoll, und erkläre mit leiser Stimme die Bilder, fast lispelnd, und an meiner Seite sitzt ein Kind und horcht, obgleich es an alles sich erinnert, ehe ich es erzähle.
Dienstag, 20. März 2012
Wir sollten uns schämen, wenn wir bedenken, dass niemals ein Anhänger einer menschlichen Sekte gewesen, der, wenn gleich seine Lehre noch so schwere und widersinnische Sachen in sich gehalten, seine Aufführung und sein Leben nicht einigermassen darnach eingerichtet hat; und dass eine so göttliche und himmlische Unterweisung die Christen durch nichts, als durch ihre Sprache, kenntlich macht.
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