Donnerstag, 2. Oktober 2014
Man
kann ein Weib doch immer wieder und wieder betrachten und an ihr Studien
machen. Mag das einer nicht, und hat daran keine Freude, der kann alles sein,
nur kein wirklicher Ästhetiker. Das Herrliche, das Göttliche in der Ästhetik
ist gerade, dass sie in einem Verhältnis zum Schönen steht. Ich denke mit
wahrer Freude, wie sich doch die Sonne der Weiblichkeit in unendlich vielen
Strahlen bricht. Ein verwirrender Reichtum von Weiblichkeit, von dem jedes
einzelne Weib einen kleinen Teil hat, doch so, dass ihr übriges sich harmonisch
um diesen Teil schliesst. In dieser Hinsicht ist die weibliche Schönheit bis in
das Unendliche teilbar.
Doch jeder einzelne
Teil der Schönheit muss harmonisch beherrscht sein, sonst wird der Eindruck
verwirrt und man kommt auf den Gedanken, als habe die Natur mit diesem Mädchen
etwas vorgehabt, was aber nur Vorsatz geblieben ist. Mein Auge wird nie müde,
die vielen zerstreuten Emanationen weiblicher Schönheit zu betrachten. Jedes
junge Mädchen ist eine solche, und trotzdem sie nur ein Teil davon ist, doch in
sich selbst vollendet glücklich, fröhlich, schön. Jeder einzelne Strahl ist von
besonderer Schönheit, jeder hat das Seine; munteres Lächeln, schelmischer
Blick, fragende Augen, ausgelassener leichter Sinn, hängender Kopf, stille Wehmut,
tiefes Ahnen, irdisches Heimweh, drohende Brauen, fragende Lippen,
geheimnisvolle Stirn, verführerische Locken, himmlischer Stolz, irdische
Schüchternheit, Engelreinheit, leises Erröten, leichter Gang, reizendes
Schweben, schmachtende Haltung, träumerisches Sehnen, unerklärliches Seufzen,
schlanker Wuchs, weiche Formen, wogender Busen, kleiner Fuss, reizende Hand.
Das
Seine hat jeder Schönheitsstrahl. Habe ich angeschaut, und immer wieder
angeschaut, habe ich gelächelt, geseufzt, geschmeichelt und gedroht, begehrt
und versucht, gelacht und geweint, habe ich gehofft und gefürchtet, gewonnen
und verloren, – dann schliesst sich das einzelne zu einem harmonischen Ganzen
und meine Seele freut sich, mein Herz pocht, und die Leidenschaft durchglüht
meine Brust. Und dieses Mädchen, dieses eine, die einzige in der ganzen Welt,
sie muss mein sein, mein werden. Gott behalte deinen Himmel, wie sie nur mir
gehört.
Dienstag, 23. September 2014
Arsène, du plus haut de son esprit, contemple les hommes, et dans
l'éloignement d'où il les voit, il est comme effrayé de leur petitesse; loué,
exalté, et porté jusqu'aux cieux par de certaines gens qui se sont promis de
s'admirer réciproquement, il croit, avec quelque mérite qu'il a, posséder tout
celui qu'on peut avoir, et qu'il n'aura jamais; occupé et rempli de ses
sublimes idées, il se donne à peine le loisir de prononcer quelques oracles;
élevé par son caractère au-dessus des jugements humains, il abandonne aux âmes
communes le mérite d'une vie suivie et uniforme, et il n'est responsable de ses
inconstances qu'à ce cercle d'amis qui les idolâtrent: eux seuls savent juger,
savent penser, savent écrire, doivent écrire; il n'y a point d'autre ouvrage
d'esprit si bien reçu dans le monde, et si universellement goûté des honnêtes
gens, je ne dis pas qu'il veuille approuver, mais qu'il daigne lire: incapable
d'être corrigé par cette peinture, qu'il ne lira point.
Arsène, from the height of his esprit, contemplates men; and from such a great
distance, he is fightened by their littleness; having been praised, exalted,
and carried into the heavens by certain people who admire him in return for his
admiration, he thinks that he has all the merit that it is possible for man to
have, and that he will never have; occupied and filled with sublime ideas,
he hardly has the time to pronounce a few prophesies; lifted by his character
above human discernment, he leaves it to common souls to have a regulated and
uniform life; he only has to account for his fickleness to the circle of
friends that idolize him: only they are able to judge, to think, to write, and
they are the only ones who should write; there is no work of literature in the
world that has been so well received and so universally enjoyed by honest men,
that he will, not approve of it, but deign to read it: he
is incapable of being corrected by this portrait, which he will never
see.
Montag, 1. September 2014
Il y a dans l’art un point de perfection, comme de bonté ou de maturité
dans la nature. Celui qui le sent et qui l’aime a le goût parfait ; celui
qui ne le sent pas, et qui aime en deçà ou au delà, a le goût défectueux. Il y
a donc un bon et un mauvais goût, et l’on dispute des goûts avec fondement.
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