Die Musik ist darin von allen anderen
Künsten verschieden, dass sie nicht Abbild der Erscheinung oder, richtiger, der
adäquaten Objektität des Willens, sondern unmittelbar Abbild des Willens selbst
ist und also zu allem Physischen der Welt das Metaphysische, zu aller
Erscheinung das Ding an sich darstellt. Man könnte demnach die Welt ebenso wohl
verkörperte Musik, als verkörperten Willen nennen. Gesetzt daher, es gelänge
eine vollkommen richtige, vollständige und ins Einzelne gehende Erklärung der
Musik, also eine ausführliche Wiederholung dessen, was sie ausdrückt, in
Begriffen zu geben, so würde diese sofort auch eine genügende Wiederholung und
Erklärung der Welt in Begriffen, oder einer solchen ganz gleichlautend, also
die wahre Philosophie sein.
Montag, 2. Oktober 2017
Freitag, 22. September 2017
Der Künstler lässt uns durch seine Augen in
die Welt blicken. Dass er diese Augen hat, dass er das Wesentliche, außer allen
Relationen Liegende der Dinge erkennt, ist die Gabe des Genius, das Angeborene;
dass er aber im Stande ist, auch uns diese Gabe zu leihen, uns seine Augen
aufzusetzen, dies ist das Erworbene, das Technische der Kunst.
Ein glückliches Leben ist unmöglich, höchstens kann der Mensch einen
heroischen Lebenslauf erlangen. Einen solchen führt Der, welcher in irgend
einer Art und Angelegenheit für das Allen irgendwie zu Gute Kommende mit
übergroßen Schwierigkeiten kämpft und am Ende siegt, dabei aber schlecht oder
gar nicht belohnt wird. Dann bleibt er, am Schluss, wie der Prinz im Re corvo des Gozzi, versteinert, aber in
edler Stellung und mit großmütiger Gebärde stehen. Sein Andenken bleibt und
wird als Das eines Heros gefeiert; sein Wille, durch Mühe und Arbeit,
schlechten Erfolg und Undank der Welt ein ganzes Leben hindurch mortifiziert,
erlischt in der Nirwana.
Freitag, 15. September 2017
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