Samstag, 28. Mai 2011
Donnerstag, 26. Mai 2011
Es ist demnach kaum erklärlich, wie sehr jeder Mensch sich innerlich freut, so oft er Zeichen der günstigen Meinung anderer merkt und seiner Eitelkeit irgendwie geschmeichelt wird. So unausbleiblich wie die Katze spinnt, wenn man sie streichelt, malt süße Wonne sich auf das Gesicht des Menschen, den man lobt, und zwar in dem Felde seiner Prätension, sei das Lob auch handgreiflich lügenhaft. Oft trösten ihn, über reales Unglück oder über die Kargheit, mit der für ihn die beiden, bis hierher abgehandelten Hauptquellen unseres Glücks fließen, die Zeichen des fremden Beifalls: und, umgekehrt, ist es zum Erstaunen, wie sehr jede Verletzung seines Ehrgeizes, in irgendeinem Sinne, Grad oder Verhältnis, jede Geringschätzung, Zurücksetzung, Nichtachtung ihn unfehlbar kränkt und oft tief schmerzt.
Außerdem ist ja, was in einem fremden Bewußtseyn vorgeht, als solches, für uns gleichgültig, und auch wir werden allmählich gleichgültig dagegen werden, wenn wir von der Oberflächlichkeit und Futilität der Gedanken, von der Beschränktheit der Begriffe, von der Kleinlichkeit der Gesinnung, von der Verkehrtheit der Meinungen und von der Anzahl der Irrtümer in den allermeisten Köpfen eine hinlängliche Kenntnis erlangen und dazu aus eigener Erfahrung lernen, mit welcher Geringschätzung eigentlich von jedem geredet wird, sobald man ihn nicht zu fürchten hat oder glaubt, es komme ihm nicht zu Ohren; insbesondere aber nachdem wir einmal angehört haben, wie vom größten Manne ein halbes Dutzend Schafsköpfe mit Wegwerfung spricht. Wir werden dann einsehen, daß wer auf die Meinung der Menschen einen großen Wert legt, ihnen zuviel Ehre erzeigt.
Montag, 23. Mai 2011
Es fällt den Menschen so schwer, sich in ihren Geschäften zu verständigen, sie sind so stachelig, wenn die geringsten Interessen auf dem Spiel stehen, sie hüllen sich in einen solchen Panzer von Schwierigkeiten, sie wollen so viel täuschen und so wenig getäuscht werden, sie schlagen so hoch an, was ihnen gehört, und so niedrig, was das Eigentum der anderen ist, dass es mir rätselhaft ist, wie und wann überhaupt Heiraten, Kontrakte, Anschaffungen, Friede, Waffenstillstand, Verträge und Bündnisse zustande kommen.
Mittwoch, 4. Mai 2011
Mittwoch, 27. April 2011
Freitag, 22. April 2011
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