Mittwoch, 31. Januar 2018


1) Worauf der Gegensatz zwischen dem Eukolos und Dyskolos beruht.
Wie im Erkennen, so ist auch im Gefühl des Leidens oder Wohlseins ein sehr großer Teil subjektiv und a priori bestimmt. In jedem Individuum ist nämlich das Maß des ihm wesentlichen Frohsinns oder Trübsinns durch seine Natur ein für alle Mal bestimmt, welches Maß sich gleich bleibt, wie sehr auch die äußeren Umstände wechseln mögen. Sein Leiden und Wohlsein ist demnach nicht von außen, sondern eben nur durch jenes Maß, jene Anlage bestimmt, welche zwar durch das physische Befinden einige Ab- und Zunahme zu verschiedenen Zeiten erfahren kann, im Ganzen aber die selbe bleibt und nichts Anderes ist, als was man sein Temperament oder seine Grundstimmung nennt. Auf der ursprünglichen Verschiedenheit dieser beruht der Platonische Gegensatz zwischen dem Eukolos und Dyskolos, d. i. zwischen dem, der leichten und dem, der schweren Sinnes ist.

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