1) Worauf der Gegensatz zwischen dem
Eukolos und Dyskolos beruht.
Wie
im Erkennen, so ist auch im Gefühl des Leidens oder Wohlseins ein sehr großer
Teil subjektiv und a priori bestimmt. In jedem Individuum ist nämlich das Maß
des ihm wesentlichen Frohsinns oder Trübsinns durch seine Natur ein für alle
Mal bestimmt, welches Maß sich gleich bleibt, wie sehr auch die äußeren
Umstände wechseln mögen. Sein Leiden und Wohlsein ist demnach nicht von außen,
sondern eben nur durch jenes Maß, jene Anlage bestimmt, welche zwar durch das
physische Befinden einige Ab- und Zunahme zu verschiedenen Zeiten erfahren
kann, im Ganzen aber die selbe bleibt und nichts Anderes ist, als was man sein
Temperament oder seine Grundstimmung nennt. Auf der ursprünglichen
Verschiedenheit dieser beruht der Platonische Gegensatz zwischen dem Eukolos
und Dyskolos, d. i. zwischen dem, der leichten und dem, der schweren Sinnes
ist. Mittwoch, 31. Januar 2018
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