Mittwoch, 19. Januar 2022
Auf Reisen, wo das
Merkwürdige jeder Art sich drängt, ist die Geistesnahrung von Außen allerdings
oft so stark, dass Zeit zur Verdauung fehlt. Man bedauert, dass die schnell
vorübergehenden Eindrücke keine dauernde Spur hinterlassen können. Im Grunde
aber ist es damit, wie mit dem Lesen. Wie oft bedauert man nicht, von dem, was
man liest, kaum ein Tausendstel im Gedächtnis aufbehalten zu können; aber das
Tröstliche in beiden Fällen ist, dass das Gesehene, wie das Gelesene, seinen
Eindruck auf den Geist macht, ehe es vergessen wird, so den Geist bildet und
ihm zur Nahrung wird, während das nur im Gedächtnis Aufbehaltene ihn bloß
ausstopft und bläht, sein Wesen hingegen leer lässt.
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