Il y a des hommes qui ont besoin de primer, de s' élever au-dessus des autres, à quelque prix que ce puisse être. Tout leur est égal, pourvu qu' ils soient en évidence sur des tréteaux de charlatan ; sur un théâtre, un trône, un échafaud, ils seront toujours bien, s' ils attirent les yeux.
Freitag, 15. April 2011
Il y a peu d' hommes qui se permettent un usage vigoureux et intrépide de leur raison, et osent l' appliquer à tous les objets dans toute sa force. Le temps est venu où il faut l' appliquer ainsi à tous les objets de la morale, de la politique et de la société ; aux rois, aux ministres, aux grands, aux philosophes ; aux principes des sciences, des beaux-arts, etc. : sans quoi, on restera dans la médiocrité.
Mittwoch, 13. April 2011
Der Zauberer Virgilius ließ sich selbst in Stücke hauen und in einen Küchengrapen hineintun, um acht Tage lang gekocht und durch diesen Prozeß verjüngt zu werden. Er stellte einen andern an, der aufpassen sollte, dass kein Unbefugter in den Graben hinein gucke. Der Aufpasser konnte indes der Versuchung nicht widerstehen, es geschah vor der Zeit: Virgilius verschwand, als Kind, mit einem Schrei. Ich habe auch zu früh in den Grapen, die Retorte des Lebens und der geschichtlichen Entwickelung geguckt, und bringe es niemals weiter, als dass ich ein Kinde bleibe.
Donnerstag, 7. April 2011
Man betrachtet eine gelehrte Frau, wie man eine schöne Waffe macht: sie ist kunstvoll getrieben, bewunderungswürdig in ihrer Glätte und von gesuchter Arbeit; es ist ein Kabinettstück, das man als Merkwürdigkeit zeigt, aber nicht in Gebrauch nimmt, das weder zum Kriege noch zur Jagd dient, so wenig wie ein Schulpferd, das auch in allen Geschicklichkeiten bewandert ist.
On regarde une femme savante comme on fait une belle arme: elle est ciselée artistement, d'une polissure admirable et d'un travail fort recherché; c'est une pièce de cabinet, que l'on montre aux curieux, qui n'est pas d'usage, qui ne sert ni à la guerre ni à la chasse, non plus qu'un cheval de manège, quoique le mieux instruit du monde.
Mittwoch, 6. April 2011
Dienstag, 5. April 2011
Gegen dieses alles jedoch kommt andererseits in Betracht, daß die großen Geistesgaben, infolge der überwiegenden Nerventätigkeit, eine überaus gesteigerte Empfindlichkeit für den Schmerz, in jeglicher Gestalt, herbeiführen, daß ferner das sie bedingende leidenschaftliche Temperament und zugleich die von ihnen unzertrennliche größere Lebhaftigkeit und Vollkommenheit aller Vorstellungen eine ungleich größere Heftigkeit der durch diese erregten Affekte herbeiführt, während es doch überhaupt mehr peinliche, als angenehme Affekte gibt, endlich auch, daß die großen Geistergaben ihren Besitzer den übrigen Menschen und ihrem Treiben entfremden, da, je mehr er an sich selber hat, desto weniger er an ihnen finden kann. Hundert Dinge, an welchen sie großes Genüge haben, sind ihm schal und ungenießbar, wodurch denn das überall sich geltend machende Gesetz der Kompensation vielleicht auch hier in Kraft bleibt; ist doch sogar oft genug, und nicht ohne Schein, behauptet worden, der geistig beschränkteste Mensch sei im Grunde der glücklichste, wenngleich keiner ihn um dieses Glück beneiden mag.
In der definitiven Entscheidung der Sache will ich um so weniger dem Leser vorgreifen, als selbst Sophokles hierüber zwei einander diametral entgegengesetzte Aussprüche getan hat:
Am ersprießlichsten ist, um glücklich zu sein, der besonnene Sinn.
(Verstand zu haben ist der Hauptteil des Glücks)
und wieder:
Gar nichts zu denken, ist des Lebens angenehmste Art.
(Im Unverstand besteht das angenehmste Leben)
Ebenso uneinig miteinander sind die Philosophen des Alten Testamentes:
»Des Narren Leben ist ärger denn der Tod!« (Jesus Sirach 22,12)
und
»Wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämens.« (Kohelet 1,18)
Daher auch ist dem Philister ein dumpfer, trockener Ernst, der sich dem tierischen nähert, eigen und charakteristisch. Nichts freut ihn, nichts erregt ihn, nichts gewinnt ihm Anteil ab. Denn die sinnlichen Genüsse sind bald erschöpft; die Gesellschaft, aus eben solchen Philistern bestehend, wird bald langweilig, das Kartenspiel zuletzt ermüdend. Allenfalls bleiben ihm noch die Genüsse der Eitelkeit, nach seiner Weise, welche denn darin bestehen, daß er an Reichtum, oder Rang, oder Einfluß und Macht, andere übertrifft, von welchen er dann deshalb geehrt wird; oder der auch darin, daß er wenigstens mit solchen, die in dergleichen eminieren, Umgang hat und so sich im Reflex ihres Glanzes sonnt.
Aus der aufgestellten Grundeigenschaft des Philisters folgt zweitens, in Hinsicht auf Andere, daß, da er keine geistige, sondern nur physische Bedürfnisse hat, er den suchen wird, der diese, nicht den, der jene zu befriedigen imstande ist. Am allerwenigsten wird daher unter den Anforderungen, die er an andere macht, die irgend überwiegender geistiger Fähigkeiten sein: vielmehr werden diese, wenn sie ihm aufstoßen, seinen Widerwillen, ja, seinen Haß erregen; weil er dabei nur ein lästiges Gefühl von Inferiorität, und dazu einen dumpfen, heimlichen Neid verspürt, den er aufs Sorgfältigste versteckt, indem er ihn sogar sich selber zu verhehlen sucht, wodurch aber gerade solcher bisweilen bis zu einem stillen Ingrimm anwächst. Nimmermehr demnach wird es ihm einfallen, nach dergleichen Eigenschaften seine Wertschätzung oder Hochachtung abzumessen; sondern diese wird ausschließlich dem Range und Reichtum, der Macht und dem Einfluß vorbehalten bleiben, als welche in seinen Augen die allein wahren Vorzüge sind, in denen zu exzellieren auch sein Wunsch wäre. – Alles dieses aber folgt daraus, daß er ein Mensch ohne geistige Bedürfnisse ist.
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