Donnerstag, 20. November 2014
Jeder Wert ist die Schätzung einer Sache im
Vergleich mit einer anderen, also ein Vergleichsbegriff, mithin relativ und
diese Relativität macht eben das Wesen des Begriffs Wert aus. Ein unvergleichbarer,
unbedingter, absoluter Wert, dergleichen die Würde sein soll, ist demnach, wie so vieles in der Philosophie, die
mit Worten gestellte Aufgabe zu einem Gedanken, der sich gar nicht denken läßt,
so wenig wie die höchste Zahl oder der größte Raum.
Dienstag, 11. November 2014
Null’art, nulle
soupplesse d’esprit pourroit conduire nos pas à la suitte d’un guide si desvoyé
et si desreiglé. En cette confusion venteuse de bruits de raports et opinions
vulgaires qui nous poussent, il ne se peut establir aucune route qui vaille. Ne
nous proposons point une fin si flotante et vagabonde : allons constammant
apres la raison : que l’approbation publique nous suyve par là, si elle veut ;
et, comme elle despend toute de la fortune, nous n’avons point loy de l’esperer
plustost par autre voye que par celle là.
Keine Kunst, keine
Geschmeidigkeit des Geistes könnte unsere Schritte nach einem so irrigen und
unwissenden Wegweiser leiten. In dieser Verwirrung von Windgeräusch, von
Volksmeinung und Gerüchten, durch welche wir uns treiben lassen, läßt sich kein
Weg ausmachen, der etwas tauge. Laßt uns kein so wankelhaftes, unbeständiges
Ziel vorstecken, folgen wir immer geradewegs der Vernunft. Auf diesem Wege möge
uns der öffentliche Beifall folgen, wenn er will, und weil er ganz vom Glück
abhängt, so haben wir keinen Grund, ihn auf einem andern Wege zu erwarten als
auf diesem.
Quand pour sa
droiture je ne suyverois le droit chemin, je le suyvrois pour avoir trouvé par
experience qu’au bout du conte c’est communement le plus heureux et le plus
utile. Le marinier antien disoit ainsin à Neptune en une grande tempeste : O
Dieu, tu me sauveras, si tu veux ; tu me perderas, si tu veux : mais si
tiendrai je tousjours droit mon timon.
Ich würde ihm
deswegen nicht folgen, weil der geradeste Weg der kürzeste ist, sondern ich
würde ihm folgen, weil ich aus der Erfahrung weiß, daß er am Ende immer als der
glücklichste und der nützlichste befunden wird. Ein alter Schiffer unter den
Alten sagte folgendermaßen zu Neptun: »O Gott, du kannst mich retten, wenn du willst;
wenn du willst, kannst du mich untergehen lassen, aber mein Ruder halte ich
immer geradeaus.«
Freitag, 7. November 2014
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