Personne presque ne
s'avise de lui-même du mérite d'un autre.
Les hommes sont trop
occupés d'eux-mêmes pour avoir le loisir de pénétrer ou de discerner les
autres; de là vient qu'avec un grand mérite et une plus grande modestie l'on
peut être longtemps ignoré. Sonntag, 5. März 2017
Mittwoch, 22. Februar 2017
Was
nun andererseits die Menschen gesellig macht ist ihre Unfähigkeit, die
Einsamkeit, und in dieser sich selbst, zu ertragen. Innere Leere und Überdruß
sind es, von denen sie sowohl in die Gesellschaft, wie in die Fremde und auf
Reisen getrieben werden. Ihrem Geiste mangelt es an Federkraft, sich eigene
Bewegung zu erteilen: daher suchen sie Erhöhung derselben durch Wein und werden
viele auf diesem Wege zu Trunkenbolden. Eben daher bedürfen sie der steten
Erregung von außen und zwar der stärksten, d. i. der durch Wesen ihresgleichen.
Ohne diese sinkt ihr Geist, unter seiner eigenen Schwere, zusammen und verfällt
in eine drückende Lethargie.
Bekanntlich
werden Übel dadurch erleichtert, daß man sie gemeinschaftlich erträgt: zu
diesen scheinen die Leute die Langeweile zu zählen; daher sie sich
zusammensetzen, um sich gemeinschaftlich zu langweilen. Wie die Liebe zum Leben
im Grunde nur Furcht vor dem Tode ist, so ist auch der Geselligkeitstrieb der
Menschen im Grunde kein direkter, beruht nämlich nicht auf Liebe zur
Gesellschaft, sondern auf Furcht vor der Einsamkeit, indem es nicht sowohl die
holdselige Gegenwart der andern ist, die gesucht, als vielmehr die Öde und
Beklommenheit des Alleinseins, nebst der Monotonie des eigenen Bewußtseins, die
geflohen wird; welcher zu entgehn man daher auch mit schlechter Gesellschaft
vorlieb nimmt, im gleichen das Lästige und den Zwang, den eine jede notwendig
mit sich bringt, sich gefallen läßt.
Hat
hingegen der Widerwille gegen dieses alles gesiegt, und ist, infolge davon, die
Gewohnheit der Einsamkeit und die Abhärtung gegen ihren unmittelbaren Eindruck
eingetreten, so daß sie die oben bezeichneten Wirkungen nicht mehr
hervorbringt, dann kann man mit größter Behaglichkeit immerfort allein sein,
ohne sich nach Gesellschaft zu sehnen; eben weil das Bedürfnis derselben kein
direktes ist und man andererseits sich jetzt an die wohltätigen Eigenschaften
der Einsamkeit gewöhnt hat.
Im
gleichen ließe sich sagen, daß jeder von ihnen nur ein kleiner Bruch der Idee
der Menschheit sei, daher er vieler Ergänzung durch andere bedarf, damit
einigermaßen ein volles menschliches Bewußtsein herauskomme: hingegen wer ein
ganzer Mensch ist, ein ausgezeichneter Mensch, der stellt eine Einheit und
keinen Bruch dar, hat daher an sich selbst genug. Man kann, in diesem Sinne,
die gewöhnliche Gesellschaft jener russischen Hornmusik vergleichen, bei der
jedes Horn nur einen Ton hat und bloß durch das pünktliche Zusammentreffen
aller eine Musik herauskommt. Denn monoton, wie ein solches eintöniges Horn, ist
der Sinn und Geist der allermeisten Menschen: sehn doch viele von ihnen schon
aus, als hätten sie immerfort nur einen und denselben Gedanken, unfähig irgend
einen andern zu denken.
Hieraus
also erklärt sich nicht nur, warum sie so langweilig, sondern auch warum sie so
gesellig sind und am liebsten herdenweise einhergehn: Der Herdentrieb der
Menschenheit. Die Monotonie seines eigenen Wesens ist es, die jedem von ihnen
unerträglich wird: omnis stultitia
laborat fastidio sui. Alle Dummheit leidet an ihrem eigenen Überdruß: – nur
zusammen und durch die Vereinigung sind sie irgend etwas; – wie jene
Hornbläser.
Dagegen
ist der geistvolle Mensch einem Virtuosen zu vergleichen, der sein Konzert
allein ausführt; oder auch dem Klavier. Wie nämlich dieses, für sich allein,
ein kleines Orchester, so ist er eine kleine Welt und was jene alle erst durch
das Zusammenwirken sind, stellt er dar in der Einheit eines Bewußtseins. Wie
das Klavier, ist er kein Teil der Symphonie, sondern für das Solo und die
Einsamkeit geeignet: soll er mit ihnen zusammenwirken; so kann er es nur sein
als Prinzipalstimme mit Begleitung, wie das Klavier; oder zum Tonangeben, bei
Vokalmusik, wie das Klavier. –
Wer
inzwischen Gesellschaft liebt kann sich aus diesem Gleichnis die Regel
abstrahieren, daß, was den Personen seines Umgangs an Qualität abgeht durch die
Quantität einigermaßen ersetzt werden muß. An einem einzigen geistvollen
Menschen kann er Umgang genug haben: ist aber nichts als die gewöhnliche Sorte
zu finden; so ist es gut, von dieser recht viele zu haben, damit durch die
Mannigfaltigkeit und das Zusammenwirken etwas herauskomme, – nach Analogie der
besagten Hornmusik: – und der Himmel schenke ihm dazu Geduld.
Montag, 6. Februar 2017
Überhaupt
aber kann jeder im vollkommensten Einklange nur mit sich selbst stehen; nicht
mit seinem Freunde, nicht mit seiner Geliebten: denn die Unterschiede der
Individualität und Stimmung führen allemal eine, wenn auch geringe, Dissonanz
herbei: Daher ist der wahre, tiefe Friede des Herzens und die vollkommene Gemütsruhe,
dieses, nächst der Gesundheit, höchste irdische Gut, allein in der Einsamkeit
zu finden und als dauernde Stimmung nur in der tiefsten Zurückgezogenheit.
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