Sie sagten, sie hätten es zum ersten sehr seltsam gefunden, dass so
viele grosse Männer, bärtig, stark und gewaffnet, die den König umgaben
(wahrscheinlich sprachen sie von den Schweizern seiner Leibwache), sich
herbeiliessen, einem Kind zu gehorchen, und dass man nicht eher einen von ihnen
wählte, um den Befehl zu führen; zum zweiten (sie haben in ihrer Sprache eine
Ausdrucksweise, derart, dass sie die Menschen als Hälften voneinander
bezeichnen) hätten sie bemerkt, dass es unter uns üppige, mit allen
Annehmlichkeiten gesättigte Menschen gebe und dass ihre anderen Hälften, von
Armut und Hunger ausgemergelt, bettelnd vor ihren Türen stünden; und fänden es
wunderlich, wie diese derart bedürftigen Hälften eine solche Ungerechtigkeit
ertragen könnten und dass sie nicht die andern an der Gurgel packten oder Feuer
an ihre Häuser legten.
Donnerstag, 30. November 2017
Montag, 13. November 2017
Sometimes
men appear on earth who are rare and exquisite; who shine with their virtue,
and whose eminent qualities give off a tremendous luster. Similar to those
extraordinary stars whose presence one cannot explain, and whose fate one knows
even less after they disappear, they have neither ancestors nor descendants:
they are the only members of their race.
Freitag, 10. November 2017
Il apparaît de temps en temps sur la surface de la terre des hommes
rares, exquis, qui brillent par leu vertu, et dont les qualités éminentes
jettent un éclat prodigieux. Semblable à
ces étoiles extraordinaires dont on ignore les causes, et dont on sait encore
moins ce qu'elles deviennent après avoir disparu, ils n'ont ni aïeuls, ni
descendants: ils composent seuls toute leur race.
Es erscheinen von Zeit
zu Zeit auf der Oberfläche der Erde seltene, ausgesuchte Männer, von deren
Tugend ein Glanz ausgeht und deren hohe Eigenschaften einen wunderbaren Schein
werfen. Jenen ausserordentlichen Gestirnen gleich, deren Ursache man nicht
kennt, und von denen man noch weniger weiss, was sie werden, wenn sie verschwunden
sind, haben sie weder Ahnen noch Enkel: sie machen allein ihre Rasse aus.
Samstag, 28. Oktober 2017
Dienstag, 17. Oktober 2017
Wie die Schichten der Erde die lebenden Wesen vergangener Epochen
reihenweise aufbewahren; so bewahren die Bretter der Bibliotheken reihenweise
die vergangenen Irrtümer und deren Darlegungen, welche, wie jene Ersteren, zu
ihrer Zeit, sehr lebendig waren und viel Lärm machten, jetzt aber starr und
versteinert dastehen, wo nur noch die literarische Paläontologie sie
betrachtet.
Nichts ist gewisser, als dass, allgemein ausgesprochen, die schwere
Sünde der Welt es ist, welche das viele und große Leiden der Welt herbeiführt.
Dieser Ansicht gemäß ist die Geschichte vom Sündenfall die einzige
metaphysische, wenn auch im Gewand der Allegorie auftretende Wahrheit im Alten
Testament. Denn nichts Anderem sieht unser Dasein so ähnlich, wie der Folge
eines Fehltritts und eines strafbaren Gelüstens. (P. II, 323.) — Der Gott
Jehova, der animi causa und de gaieté de coeur diese Welt der Not
und des Jammers hervorbringt und dann gar sich selber Beifall klatscht, mit
παντα καλα λιαν, das ist nicht zu ertragen.
Montag, 2. Oktober 2017
Die Musik steht ganz abgesondert von den anderen schönen Künsten. Sie
ist nicht die Nachbildung, Wiederholung irgend einer Idee der Wesen in der
Welt; dennoch muss sie sich, analog den übrigen Künsten, zur Welt in irgend
einem Sinne wie Darstellung zum Dargestellten, wie Nachbild zum Vorbild
verhalten. Auch muss ihre nachbildliche Beziehung zur Welt eine sehr innige,
unendlich wahre und richtig treffende sein, weil sie von Jedem augenblicklich
verstanden wird und eine gewisse Unfehlbarkeit dadurch zu erkennen gibt, dass
ihre Form sich auf ganz bestimmte, in Zahlen auszudrückende Regeln zurückführen
lässt. Worin besteht nun diese eigentümliche nachbildliche Beziehung der Musik
zur Welt, durch die sie sich von den anderen Künsten unterscheidet? In Folgendem.
Zweck aller anderen Künste ist, die Erkenntnis der Ideen durch Darstellung
einzelner Dinge anzuregen. Sie alle objektivieren also den Willen nur
mittelbar, nämlich mittelst der Ideen. Die Musik hingegen, die Ideen
übergehend, ist eine so unmittelbare Objektivation und Abbild des ganzen
Willens, wie die Welt selbst es ist, ja wie die Ideen es sind. Die Musik ist
also keineswegs, gleich den anderen Künsten, das Abbild der Ideen; sondern
Abbild des Willens selbst, dessen Objektität auch die Ideen sind. Deshalb eben
ist die Wirkung der Musik so sehr viel mächtiger, als die der andern Künste;
denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen. Da es inzwischen der
selbe Wille ist, der sich sowohl in den Ideen, als in der Musik, nur in jedem
von beiden auf verschiedene Weise, objektiviert; so muss ein Parallelismus,
eine Analogie sein zwischen der Musik und den Ideen.
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