1) Worauf der Gegensatz zwischen dem
Eukolos und Dyskolos beruht.
Wie
im Erkennen, so ist auch im Gefühl des Leidens oder Wohlseins ein sehr großer
Teil subjektiv und a priori bestimmt. In jedem Individuum ist nämlich das Maß
des ihm wesentlichen Frohsinns oder Trübsinns durch seine Natur ein für alle
Mal bestimmt, welches Maß sich gleich bleibt, wie sehr auch die äußeren
Umstände wechseln mögen. Sein Leiden und Wohlsein ist demnach nicht von außen,
sondern eben nur durch jenes Maß, jene Anlage bestimmt, welche zwar durch das
physische Befinden einige Ab- und Zunahme zu verschiedenen Zeiten erfahren
kann, im Ganzen aber die selbe bleibt und nichts Anderes ist, als was man sein
Temperament oder seine Grundstimmung nennt. Auf der ursprünglichen
Verschiedenheit dieser beruht der Platonische Gegensatz zwischen dem Eukolos
und Dyskolos, d. i. zwischen dem, der leichten und dem, der schweren Sinnes
ist. Mittwoch, 31. Januar 2018
2) Entgegengesetztes Verhalten des Eukolos
und Dyskolos.
Nach
gleicher Möglichkeit des glücklichen und des unglücklichen Ausganges einer
Angelegenheit wird der Dyskolos beim unglücklichen sich ärgern, oder grämen,
beim glücklichen aber sich nicht freuen; der Eukolos hingegen wird über den
unglücklichen sich nicht ärgern, noch grämen, aber über den glücklichen sich
freuen. Wenn dem Dyskolos von zehn Vorhaben neun gelingen, so freut er sich
nicht über diese, sondern ärgert sich über das Eine misslungene; der Eukolos
weiß, im umgekehrten Fall, sich doch mit dem Einen gelungenen zu trösten und
aufzuheitern. Die Motive, auf welche der Selbstmord erfolgt, sind
beim Dyskolos und Eukolos sehr verschieden. Je größer die Dyskolie ist, ein
desto geringerer Anlass reicht hin, Lebensüberdruss und Selbstmord
herbeizuführen; je größer hingegen die Eukolie ist, desto mehr muss im äußeren
Anlass liegen, um zum Selbstmord zu bestimmen, die Schrecken des Todes zu
überwinden.
3) Vorzug des Dyskolos vor dem Eukolos.
Wie
nicht leicht ein Übel ohne alle Kompensation ist, so ergibt sich auch hier,
dass die Dyskoloi, also die finsteren und ängstlichen Charaktere im Ganzen zwar
mehr imaginäre, dafür aber weniger reale Unfälle und Leiden zu überstehen haben
werden, als die heiteren und sorglosen; denn wer Alles schwarz sieht, stets das
Schlimmste befürchtet und demnach seine Vorkehrungen trifft, wird sich nicht so
oft verrechnet haben, als wer stets den Dingen die heitere Farbe und Aussicht
leiht. Montag, 8. Januar 2018
Freitag, 15. Dezember 2017
Trois d’entre eux, ignorans combien coutera
un jour à leur repos et à leur bon heur la connoissance des corruptions de
deçà, et que de ce commerce naistra leur ruyne, comme je presuppose qu’elle
soit desjà avancée, bien miserables de s’estre laissez piper au desir de la
nouvelleté, et avoir quitté la douceur de leur ciel pour venir voir le nostre,
furent à Rouan, du temps que le feu Roy
Charles neufiesme y estoit.
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