Im Genie erreicht der freie und daher
abnorme Gebrauch des Intellekts den Grad, wo das Erkennen zur Hauptsache, zum
Zweck des ganzen Lebens wird, das eigene Dasein hingegen zur Nebensache, zum
bloßen Mittel herabsinkt, also das normale Verhältnis sich gänzlich umkehrt.
Demnach lebt das Genie im Ganzen genommen mehr in der übrigen Welt mittelst der
erkennenden Auffassung derselben, als in seiner eigenen Person. Ihm benimmt die
ganz abnorme Erhöhung der Erkenntniskräfte die Möglichkeit, seine Zeit durch
das bloße Dasein und dessen Zwecke auszufüllen; sein Geist bedarf beständiger
und starker Beschäftigung.
Sonntag, 9. August 2015
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