Derselbe legt auch im
zehnten und elften Buch seiner Dialogues on natural religion,
unverhohlen, mit sehr triftigen und dennoch ganz anderartigen Argumenten als
die meinigen, die trübsälige Beschaffenheit dieser Welt und die Unhaltbarkeit
alles Optimismus dar; wobei er diesen zugleich in seinem Ursprung angreift.
Beide Werke Hume's sind so lesenswerth, wie sie in Deutschland heut zu Tage
unbekannt sind, wo man dagegen, patriotisch, am ekelhaften Gefasel
einheimischer, sich spreizender Alltagsköpfe unglaubliches Genügen findet und
sie als große Männer ausschreit. Jene Dialogues aber hat Hamann übersetzt, Kant hat
die Uebersetzung durchgesehn und noch im späten Alter Hamanns Sohn zur
Herausgabe derselben bewegen wollen, weil die von Platner ihm nicht genügte
(siehe Kants Biographie von F. W. Schubert, S. 81 und 165). – Aus jeder Seite
von David Hume ist mehr zu lernen, als aus Hegels, Herbarts
und Schleiermachers sämmtlichen philosophischen Werken zusammengenommen.
Montag, 19. Juli 2021
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