Hierzu
ist der Morgen die rechte Zeit; wie er es denn überhaupt zu allen Leistungen
ohne Ausnahme, sowohl den geistigen wie den körperlichen, ist. Denn der Morgen
ist die Jugend des Tages: Alles ist heiter, frisch und leicht: wir fühlen uns
kräftig und haben alle unsere Fähigkeiten zu völliger Disposition. Man soll ihn
nicht durch spätes Aufstehen verkürzen, noch auch an unwürdige Beschäftigungen
oder Gespräche verschwenden, sondern ihn als die Quintessenz des Lebens betrachten
und gewissermaßen heilig halten. Hingegen ist der Abend das Alter des Tages:
wir sind abends matt, geschwätzig und leichtsinnig. – Jeder Tag ist ein kleines
Leben – jedes Erwachen und Aufstehen eine kleine Geburt, jeder frische Morgen
eine kleine Jugend, und jedes Zubettgehen und Einschlafen ein kleiner Tod.
Donnerstag, 15. September 2022
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen