Aber wo zum Teufel bleibt der Mensch?
die Uhr ist ja gleich zwei. Was für ein Schlingel, ein junges Mädchen so auf
sich warten zu lassen. Nein, da bin ich doch ein ganz anders zuverlässiger
Mensch! Ich werde sie anreden, wenn sie nun zum fünften Male an mir
vorübergeht. »Verzeihen Sie meine Kühnheit, schönes Fräulein, Sie suchen hier
oben gewiß Ihre Familie? Sie sind schon öfter an mir vorübergeeilt, und ich
habe bemerkt, daß Sie nur bis zu dem vorletzten Zimmer gingen. Sie wissen wohl
nicht, daß da noch ein Zimmer ist, und vielleicht treffen Sie dort die, die Sie
suchen.« Sie verbeugt sich vor mir. Allerliebst! die Gelegenheit ist günstig;
es freut mich, daß der Mensch nicht kommt, man fischt immer am besten in
unruhigem Wasser. Wenn ein junges Mädchen erregt ist, kann man oft etwas
erreichen, was einem zu andern Zeiten unmöglich wäre. Ich habe mich so höflich
und so fremd wie möglich vor ihr verbeugt und sitze nun wieder auf meinem
Stuhl, betrachte die Landschaft und lasse sie nicht aus den Augen. Ihr gleich
zu folgen, wäre zu viel gewagt, das könnte zudringlich erscheinen; jetzt meint
sie, ich habe sie nur mit freundlicher Teilnahme angeredet und bin gut bei ihr
angeschrieben.
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