Montag, 10. Februar 2025

 

Aber wo zum Teufel bleibt der Mensch? die Uhr ist ja gleich zwei. Was für ein Schlingel, ein junges Mädchen so auf sich warten zu lassen. Nein, da bin ich doch ein ganz anders zuverlässiger Mensch! Ich werde sie anreden, wenn sie nun zum fünften Male an mir vorübergeht. »Verzeihen Sie meine Kühnheit, schönes Fräulein, Sie suchen hier oben gewiß Ihre Familie? Sie sind schon öfter an mir vorübergeeilt, und ich habe bemerkt, daß Sie nur bis zu dem vorletzten Zimmer gingen. Sie wissen wohl nicht, daß da noch ein Zimmer ist, und vielleicht treffen Sie dort die, die Sie suchen.« Sie verbeugt sich vor mir. Allerliebst! die Gelegenheit ist günstig; es freut mich, daß der Mensch nicht kommt, man fischt immer am besten in unruhigem Wasser. Wenn ein junges Mädchen erregt ist, kann man oft etwas erreichen, was einem zu andern Zeiten unmöglich wäre. Ich habe mich so höflich und so fremd wie möglich vor ihr verbeugt und sitze nun wieder auf meinem Stuhl, betrachte die Landschaft und lasse sie nicht aus den Augen. Ihr gleich zu folgen, wäre zu viel gewagt, das könnte zudringlich erscheinen; jetzt meint sie, ich habe sie nur mit freundlicher Teilnahme angeredet und bin gut bei ihr angeschrieben.

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