Ein Rendezvous wird von den Liebenden
gewöhnlich als der schönste Augenblick angesehen. Ich selber erinnere mich
dessen noch so deutlich, als wär's gestern gewesen, wie ich zum erstenmal nach
dem verabredeten Orte eilte, wie war mein Herz so reich in Gedanken an die
unbekannte Freude, die meiner wartete, wie ich zum erstenmal drei Schläge mit
der Hand machte, zum erstenmal das Fenster sich öffnete, das Gartenpförtchen
von der unsichtbaren Hand eines Mädchens geöffnet wurde – zum erstenmal in der
hellen Sommernacht sich ein liebes Mädchen unter meinem Mantel verbarg. Doch
ist dieses Urteil nicht ohne alle Illusion. Ein Unparteiischer findet nicht
immer, daß die Liebenden in diesem Moment am schönsten
sind. Ich habe Rendezvous beobachtet, deren Total-Eindruck fast unangenehm
berührte, obgleich sie reizend und er schön
war. Wer hier häufiger Erfahrungen gemacht hat, wird dadurch gewissermaßen
reicher; wohl verliert man dann die süße Unruhe der ungeduldigen Sehnsucht,
aber durch die innere Ruhe wird der Augenblick wirklich schön. Ich kann mich
ärgern, wenn ein junger Mann bei einer solchen Gelegenheit so verwirrt wird,
daß er aus reiner Liebe ein delirium tremens bekommt. Was
verstehen Bauern von Gurkensalat? Statt mit aller Ruhe ihre Unruhe zu genießen,
und dadurch ihre Schönheit in glühenderem Lichte zu sehen, macht er eine
unschöne Konfusion, und kehrt doch vergnügt nach Hause zurück, bildet sich ein,
es sei herrlich gewesen. – – –
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