»Also Montag um eins in der
Ausstellung.« Sehr wohl, ich werde die Ehre haben, mich kurz vor 1 Uhr
einzufinden. Ein kleines Rendezvous. Am Sonnabend entschloß ich mich, meinem
abgereisten Freunde Adolf Brunn einen Besuch zu machen. Gegen 6 Uhr abends ging
ich nach der Westergade, wo er, wie man mir gesagt hatte, wohnen sollte. Er war
indessen nicht zu finden, selbst nicht in der dritten Etage. Aber als ich die
Treppe wieder hinuntergehe, höre ich eine melodische, weibliche Stimme halblaut
sagen: »Also Montag um eins in der Ausstellung; dann sind die andern aus, aber
du weißt, daß ich dich zu Hause nicht sehen darf.« Die Einladung galt nicht
mir, sondern einem jungen Menschen, der sich so rasch aus dem Staube machte,
daß weder meine Blicke noch meine Schritte ihn verfolgen konnten. Weshalb war
doch kein Gas auf den Korridoren? dann hätte ich vielleicht gesehen, ob es der
Mühe wert gewesen wäre, so präzis zu erscheinen. Doch nein, hätte auf den
Korridoren Gas gebrannt, dann würde ich sehr wahrscheinlich nichts gehört
haben.
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