Die
größte Befriedigung jedoch, in dieser Hinsicht, gewährt es etwas zu machen, zu
verfertigen, sei es ein Korb, sei es ein Buch, aber daß man ein Werk unter
seinen Händen täglich wachsen und endlich seine Vollendung erreichen sehe,
beglückt unmittelbar. Dies leistet ein Kunstwerk, eine Schrift, ja selbst eine
bloße Handarbeit; freilich, je edlerer Art das Werk, desto höher der Genuß. Am
glücklichsten sind, in diesem Betracht, die Hochbegabten, welche sich der
Fähigkeit zur Hervorbringung bedeutsamer, großer und zusammenhängender Werke
bewußt sind. Denn dadurch verbreitet ein Interesse höherer Art sich über ihr
ganzes Dasein und erteilt ihm eine Würtze, welche dem der übrigen abgeht,
welches demnach, mit jenem verglichen, gar schal ist. Für sie nämlich hat das
Leben und die Welt, neben dem allen gemeinsamen, materiellen, noch ein zweites
und höheres, ein formelles Interesse, indem es den Stoff zu ihren Werken
enthält mit dessen Einsammlung sie, ihr Leben hindurch, emsig beschäftigt sind,
sobald nur die persönliche Not sie irgend atmen läßt. Auch ist ihr Intellekt
gewissermaßen ein doppelter: teils einer für die gewöhnlichen Beziehungen
(Angelegenheiten des Willens), gleich dem aller andern: teils einer für die
rein objektive Auffassung der Dinge. So leben sie zweifach, sind Zuschauer und
Schauspieler zugleich, während die übrigen letzteres allein sind. –
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