Donnerstag, 18. April 2013
Donnerstag, 11. April 2013
Car le vulgaire
n'ayant pas la faculté de juger des choses par elles mesmes, se laissant
emporter à la fortune et aux apparences, apres qu'on luy a mis en main la
hardiesse de mespriser et contreroller les opinions qu'il avoit euës en extreme
reverence, comme sont celles où il va de son salut, et qu'on a mis aucuns
articles de sa religion en doubte et à la balance, il jette tantost apres
aisément en pareille incertitude toutes les autres pieces de sa creance, qui
n'avoient pas chez luy plus d'authorité ny de fondement, que celles qu'on luy a
esbranlées : et secoue comme un joug tyrannique toutes les impressions, qu'il
avoit receues par l'authorité des loix, ou reverence de l'ancien usage,
Nam cupide conculcatur
nimis ante metutum.
Denn allzu begierig tritt man mit Füssen,
was man einst gefürchtet. entreprenant deslors en avant, de ne recevoir rien, à quoy il n'ait interposé son decret, et presté particulier consentement.
Si nous avions une
seule goutte de foy, nous remuerions les montaignes de leur place, dict la
saincte parole : nos actions qui seroient guidées et accompaignées de la
divinité, ne seroient pas simplement humaines, elles auroient quelque chose de
miraculeux, comme nostre croyance. Brevis
est institutio vitæ honestæ beatæque, si credas.
Schnell lernst du ein gerechtes und
gottseliges Leben führen, wenn du glaubst.
Donnerstag, 21. März 2013
Den echtesten Ruhm, den Nachruhm, vernimmt sein Gegenstand
ja nie, und doch schätzt man ihn glücklich. Also bestand sein Glück in den
großen Eigenschaften selbst, die ihm den Ruhm erwarben, und darin, daß er
Gelegenheit fand, sie zu entwickeln, also daß ihm vergönnt wurde, zu handeln,
wie es ihm angemessen war, oder zu treiben, was er mit Lust und Liebe trieb:
denn nur die aus dieser entsprungenen Werke erlangen Nachruhm. Sein Glück
bestand also in seinem großen Herzen oder auch im Reichtum eines Geistes,
dessen Abdruck in seinen Werken die Bewunderung kommender Jahrhunderte erhält;
es bestand in den Gedanken selbst, welchen nachzudenken die Beschäftigung und
der Genuß des edelsten Geistes einer unabsehbaren Zukunft ward.
Der Wert des Nachruhms liegt also im Verdienen desselben,
und dieses ist sein eigener Lohn. Ob nun die Werke, welche ihn erwarten,
unterweilen auch den Ruhm der Zeitgenossen hatten, hing von zufälligen
Umständen ab und war nicht von großer Bedeutung. Denn da die Menschen in der
Regel ohne eigenes Urteil sind und zumal hohe und schwierige Leistungen
abzuschätzen durchaus keine Fähigkeit haben; so folgen sie hier stets fremder
Autorität, und der Ruhm in hoher Gattung beruht bei neunundneunzig unter
hundert Rühmern bloß auf Treu und Glauben.
Daher kann auch der vielstimmigste Beifall der Zeitgenossen
für denkende Köpfe nur wenig Wert haben, indem sie ihm stets nur das Echo
weniger Stimmen hören, die zudem selbst nur sind wie der Tag sie gebracht hat.
Würde wohl ein Virtuose sich geschmeichelt fühlen durch das laute
Beifallsklatschen seines Publikums, wenn ihm bekannt wäre, daß es bis auf einen
oder zwei aus lauter völlig Tauben bestände, die nun, einander gegenseitig ihr
Gebrechen zu verbergen, eifrig klatschen, sobald sie die Hände jenes einen in
Bewegung sähen? – Und nun gar, wenn die Kenntnis hinzukäme, daß jene
Vorklatscher sich oft bestechen ließen, um dem elendesten Geiger den lautesten
Applaus zu verschaffen! –
Hieraus ist erklärlich, warum der Ruhm der
Zeitgenossen so selten die Metamorphose in Nachruhm erlebt; weshalb d'Alembert
in seiner überaus schönen Beschreibung des Tempels des literarischen Ruhmes
sagt: »Das Innere des Tempels ist von lauter Toten bewohnt, die während ihres
Lebens nicht darin waren, und von einigen Lebenden, welche fast alle, wenn sie
sterben, hinausgeworfen werden.« Und beiläufig sei es hier bemerkt, daß einem
bei Lebzeiten ein Monument setzen die Erklärung ablegen heißt, daß hinsichtlich
seiner der Nachwelt nicht zu trauen sei.
Sonntag, 3. März 2013
Un homme d' esprit prétendait, devant des millionnaires,
qu' on pouvait être heureux avec deux mille écus de rente. Ils soutinrent le
contraire avec aigreur, et même avec emportement. Au sortir de chez eux, il
cherchait la cause de cette aigreur de la part de gens qui avaient de l' amitié
pour lui. Il la trouva enfin. C' est que par là il leur faisait entrevoir qu'
il n' était pas dans leur dépendance. Tout homme qui a peu de besoins semble
menacer les riches d' être toujours prêt à leur échapper. Les tyrans voient par
là qu' ils perdent un esclave. On peut appliquer cette réflexion à toutes les
passions en général. L' homme qui a vaincu le penchant à l' amour montre une
indifférence toujours odieuse aux femmes ; elles cessent aussitôt de s'
intéresser à lui. C' est peut-être pour cela que personne ne s' intéresse à la
fortune d' un philosophe : il n' a pas les passions qui émeuvent la société. On
voit qu' on ne peut presque rien faire pour son bonheur, et on le laisse là.
Samstag, 2. März 2013
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