Als ich der Welt und dem Vermögen entsagte, fand
ich Glück, Stille, Gesundheit, ja Reichtum und merkte, dem Sprichwort zum
Trotz, dass, wer das Spiel aufgibt, es gewinnt.
Donnerstag, 10. Juli 2014
Freitag, 27. Juni 2014
So geschieht es denn oft, daß der mit so langer Mühe und
vieler Gefahr erworbene Reichtum uns nicht mehr genießbar ist und wir für
andere gearbeitet haben; oder auch, daß wir den durch vieljähriges Treiben und
Trachten endlich erreichten Posten auszufüllen nicht mehr imstande sind: die
Dinge sind zu spät für uns gekommen. Oder auch umgekehrt, wir kommen zu spät
mit den Dingen; da nämlich, wo es sich um Leistungen, oder Produktionen
handelt: der Geschmack der Zeit hat sich geändert; ein neues Geschlecht ist
herangewachsen, welches an den Sachen keinen Anteil nimmt; andere sind auf
kürzeren Wegen uns zuvorgekommen usf.
Freitag, 20. Juni 2014
Überhaupt aber ergeht es uns im Leben wie dem Wanderer, vor
welchem, indem er vorwärts schreitet, die Gegenstände andere Gestalten
annehmen, als die sie von ferne zeigten, und sich gleichsam verwandeln, indem
er sich nähert. Besonders geht es mit unseren Wünschen so. Oft finden wir etwas
ganz anderes, ja, besseres, als wir suchten; oft auch das Gesuchte selbst auf
einem ganz anderen Wege, als den wir zuerst vergeblich danach eingeschlagen
hatten. Zumal wird uns oft da, wo wir, Genuß, Glück, Freude suchten, statt
ihrer Belehrung, Einsicht, Erkenntnis – ein bleibendes, wahrhaftes Gut, statt
eines vergänglichen und scheinbaren.
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