A
man with merit is never inconvenienced by his vanity; he is even less stunned
by his place in society than he is humiliated by the place he doesn't have and
that he believes he is worthy of: more ready to worry over than to be proud or
scornful toward others, he only allows things to be weighed by himself.
Freitag, 7. Juli 2017
Il
faut en France beaucoup de fermeté et une grande étendue d'esprit pour se
passer des charges et des emplois, et consentir ainsi à demeurer chez soi, et à
rien faire. Personne presque n'a assez de mérite pour jouer ce rôle avec
dignité, ni assez de fonds pour remplir le vide du temps, sans ce que le
vulgaire appelle des affaires. Il ne manque cependant à l'oisivité du sage
qu'un meilleur nom, et que méditer, parler, lire, et être tranquille s'appelât
travailler.
Very
much firmness and a great scope of spirit is needed for a person in France to
do without offices and employment and to consent to stay at his home and not do
anything. Nearly no one has enough merit to fill this role worthily, nor enough
profundity to prevent his life from seeming empty without what vulgar people
call business. However, the leisure of someone who is wise only lacks a better
name; someone who calls meditating, speaking, reading, and being tranquil his
work.
Freitag, 16. Juni 2017
Jener
inneren Leere aber und Dürftigkeit der Menschen ist auch dieses zuzuschreiben,
daß, wenn einmal, irgend einen edelen, idealen Zweck beabsichtigend, Menschen
besserer Art zu einem Verein zusammentreten, alsdann der Ausgang fast immer
dieser ist, daß aus jenem Plebs der Menschheit, welcher, in zahlloser Menge,
wie Ungeziefer, überall alles erfüllt und bedeckt, und stets bereit ist, jedes,
ohne Unterschied, zu ergreifen, um damit seiner Langenweile, wie unter andern
Umständen seinem Mangel, zu Hilfe zu kommen, – auch doch einige sich
einschleichen oder eindrängen und dann bald entweder die ganze Sache zerstören
oder sie so verändern, daß sie ziemlich das Gegenteil der ersten Absicht wird.
–
Übrigens
kann man auch die Geselligkeit betrachten als ein geistiges Erwärmen der
Menschen aneinander, gleich jenem körperlichen, welches sie bei großer Kälte,
durch Zusammendrängen hervorbringen. Allein wer selbst viel geistige Wärme hat,
bedarf solcher Gruppierung nicht. Diesem allen zufolge steht die Geselligkeit
eines jeden ungefähr im umgekehrten Verhältnisse seines intellektuellen Wertes;
und »er ist sehr ungesellig« sagt beinahe schon »er ist ein Mann von großen
Eigenschaften.«
Dem
intellektuell hochstehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen
zwiefachen Vorteil: erstlich den, mit sich selber zu sein, und zweitens den,
nicht mit andern zu sein. Diesen letzteren wird man hoch anschlagen, wenn man
bedenkt, wie viel Zwang, Beschwerde und selbst Gefahr jeder Umgang mit sich
bringt. Tout notre mal vient de ne pouvoir être seuls, sagt La Bruyère.
Freitag, 9. Juni 2017
Geselligkeit
gehört zu den gefährlichen, ja, verderblichen Neigungen, da sie uns in Kontakt
bringt mit Wesen, deren große Mehrzahl moralisch schlecht und intellektuell
stumpf oder verkehrt ist. Der Ungesellige ist einer, der ihrer nicht bedarf. An
sich selber so viel zu haben, daß man der Gesellschaft nicht bedarf, ist schon
deshalb ein großes Glück, weil fast alle unsere Leiden aus der Gesellschaft
entspringen, und die Geistesruhe, welche, nächst der Gesundheit, das
wesentlichste Element unseres Glückes ausmacht, durch jede Gesellschaft
gefährdet wird und daher ohne ein bedeutendes Maß von Einsamkeit nicht bestehen
kann.
Um
des Glückes der Geistesruhe teilhaftig zu werden, entsagen die Zyniker jedem
Besitze: wer in gleicher Absicht der Gesellschaft entsagt, hat das weiseste
Mittel erwählt. Denn so treffend, wie schön, ist was Bernardin de St. Pierre
sagt: Enthaltsamkeit im Essen macht unsern Körper gesund, Enthaltsamkeit im
Menschenverkehr die Seele.
Sonach
hat, wer sich zeitig mit der Einsamkeit befreundet, ja, sie lieb gewinnt, eine
Goldmine erworben. Aber keineswegs vermag dies jeder. Denn wie ursprünglich die
Not, so treibt, nach Beseitigung dieser, die Langeweile die Menschen zusammen.
Ohne beide bliebe wohl jeder allein; schon weil nur in der Einsamkeit die
Umgebung der ausschließlichen Wichtigkeit, ja, Einzigkeit entspricht, die jeder
in seinen eigenen Augen hat, und welche vom Weltgedränge zu nichts verkleinert
wird; als wo sie, bei jedem Schritt, ein schmerzliches dementi erhält. In diesem Sinne ist die Einsamkeit sogar der
natürliche Zustand eines jeden: sie setzt ihn wieder ein, als ersten Adam, in
das ursprüngliche, seiner Natur angemessene Glück.
Aber
hatte doch auch Adam weder Vater, noch Mutter! Daher wieder ist, in einem
andern Sinne, die Einsamkeit dem Menschen nicht natürlich; sofern er nämlich,
bei seinem Eintritt in die Welt, sich nicht allein, sondern zwischen Eltern und
Geschwistern, also in Gemeinschaft, gefunden hat. Demzufolge kann die Liebe zur
Einsamkeit nicht als ursprünglicher Hang da sein, sondern erst infolge der
Erfahrung und des Nachdenkens entstehn: und dies wird statthaben, nach Maßgabe
der Entwicklung eigener geistiger Kraft, zugleich aber auch mit der Zunahme der
Lebensjahre; wonach denn, im ganzen genommen, der Geselligkeitstrieb eines
jeden im umgekehrten Verhältnisse seines Alters stehen wird.
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