Freitag, 23. Mai 2025

 

La noblesse expose sa vie pour le salut de l’Etat et pour la gloire du souverain ; le magistrat décharge le prince d’une partie du soin de juger les peuples : voilà de part et d’autre des fonctions bien sublimes et d’une merveilleuse utilité ; les hommes ne sont guère capables de plus grandes choses, et je ne sais d’où la robe et l’épée ont puisé de quoi se mépriser réciproquement.

Dienstag, 20. Mai 2025

 

Pendant que les grands négligent de rien connaître, je ne dis pas seulement aux intérêts des princes et aux affaires publiques, mais à leurs propres affaires ; qu’ils ignorent l’économie et la science d’un père de famille, et qu’ils se louent eux-mêmes de cette ignorance ; qu’ils se laissent appauvrir et maîtriser par des intendants ; qu’ils se contentent d’être gourmets ou coteaux, d’aller chez Thaïs ou chez Phryné, de parler de la meute et de la vieille meute, de dire combien il y a de postes de Paris à Besançon, ou à Philisbourg, des citoyens s’instruisent du dedans et du dehors d’un royaume, étudient le gouvernement, deviennent fins et politiques, savent le fort et le faible de tout un État, songent à se mieux placer, se placent, s’élèvent, deviennent puissants, soulagent le prince d’une partie des soins publics. Les grands, qui les dédaignaient, les révèrent : heureux s’ils deviennent leurs gendres.

 Während die Großen es versäumen, sich Kenntnisse anzueignen, nicht nur im Interesse der Fürsten oder der öffentlichen Angelegenheiten, sondern auch ihrem eigenen, während sie nichts von der Sparsamkeit und der Einsicht eines Familienvaters wissen und sich noch dazu mit dieser Unwissenheit brüsten, während sie sich durch Verwalter ausnutzen und bevormunden lassen, während sie sich damit begnügen, Feinschmecker zu sein, zu Thais und Phryne zu gehen, von der ersten und zweiten Meute zu sprechen, die Zahl der Poststationen von Paris nach Besançon oder Philiposburg zu wissen, unterrichten sich Bürger draußen und drinnen im Königreich, studieren die Regierung, werden klug und politisch, kennen die starken und die schwachen Seiten eines ganzen Staates, sinnen darauf, anzukommen, kommen an, bringen sich in die Höhe, werden mächtig, nehmen den Fürsten einen Teil der öffentlichen Lasten ab. Die Großen, die sie verachteten, verehren sie nun: sie sind glücklich, wenn sie ihre Schwiegersöhne werden dürfen. 

Sonntag, 11. Mai 2025

Es gibt Elend auf der Welt, das das Herz ergreift; manchen Leuten fehlt alles, bis auf die Nahrung, sie zagen vor dem Winter, sie fürchten sich zu leben. Anderswo isst man frühreife Früchte. Man tut der Erde und den Jahreszeiten Gewalt an, damit sie den anspruchsvollen Gaumen opfern; einfache Bürger haben, nur weil sie reich waren, die Kühnheit gehabt, mit einem einzigen Bissen die Nahrung von hundert Familien zu verzehren. Widersetze sich, wer will, so großen Extremen: ich mag, wenn ich es kann, weder unglücklich noch glücklich sein, ich schütze mich durch Mittelmäßigkeit, ich flüchte mich in sie.

Montag, 5. Mai 2025




 

 

Auf dem Feld kann man gewisse menschenscheue Tiere männlicher und weiblicher Art sehen; sie sind schwarz, fahl und von der Sonne ganz verbrannt, über die Erde gebeugt, die sie mit einer unbesieglichen Hartnäckigkeit durchwühlen; Sie haben etwas wie eine artikulierte Stimme, Schatz und wenn sie sich aufrichten, zeigen sie ein menschliches Antlitz; und wirklich, sie sind auch Menschen. Nachts ziehen sie sich in Schlupfwinkel zurück, wo sie von schwarzem Brot, Wasser und Wurzeln leben; sie ersparen den übrigen Menschen die Mühe zu säen, den Boden zu bestellen und die Früchte zu ernten, und verdienten, dass sie des Brotes nicht ermangeln müssen, das sie gesät haben.

Freitag, 25. April 2025

 

Mittelalter - jene Zeit, wo die Fäuste geübter waren als die Köpfe und die Pfaffen die Vernunft in Ketten hielten.

Sonntag, 20. April 2025

 

Was die Schreiberei unserer Philosophaster so überaus gedankenarm und dadurch marternd langweilig macht, ist zwar im letzten Grunde die Armut ihres Geistes, zunächst aber dieses, daß ihr Vortrag sich durchgängig in höchst abstrakten, allgemein und überaus weiten Begriffen bewegt, daher auch meistens nur in unbestimmten, schwankenden, verblassenen Ausdrücken einherschreitet. Zu diesem … Gange sind sie aber genötigt, weil sie sich hüten müssen, die Erde zu berühren, wo sie, auf das Reale, Bestimmte, Einzelne und Klare stoßend, lauter gefährliche Klippen antreffen würden, an denen ihre Wortdreimaster scheitern könnten. Denn statt Sinne und Verstand fest und unverwandt zu richten auf die anschaulich vorliegende Welt, auf das eigentlich und wahrhaft Gegebene … – kennen sie nichts als nur die höchsten Abstraktionen wie Sein, Wesen, Werden, Absolutes, Unendliches usf., gehen schon von diesen aus und bauen daraus Systeme, deren Gehalt zuletzt auf bloße Worte hinausläuft, die also eigentlich nur Seifenblasen sind, eine Weile damit zu spielen, jedoch den Boden der Realität nicht berühren können, ohne zu platzen.

Freitag, 18. April 2025

Donnerstag, 17. April 2025

 

Deshalb beruht der gute Stil hauptsächlich darauf, daß man wirklich etwas zu sagen habe: bloß diese Kleinigkeit ist es, die den meisten Schriftstellern unsrer Tage abgeht und dadurch Schuld ist an ihrem so schlechten Vortrage. Besonders aber ist der generische Charakter der philosophischen Schriften dieses Jahrhunderts das Schreiben, ohne eigentlich etwas zu sagen zu haben: er ist ihnen allen gemeinsam und kann daher auf gleiche Weise am Salat, wie am Hegel, am Herbart, wie am Schleiermacher studirt werden. Da wird, nach homoiopathischer Methode, das schwache Minimum eines Gedankens mit 50 Seiten Wortschwall diluirt und nun, mit grenzenlosem Zutrauen zur wahrhaft deutschen Geduld des Lesers, ganz gelassen, Seite nach Seite, so fortgeträtscht. Vergebens hofft der zu dieser Lektüre verurtheilte Kopf auf eigentliche, solide und substantielle Gedanken: er schmachtet, ja, er schmachtet nach irgend einem Gedanken, wie der Reisende in der arabischen Wüste nach Wasser, — und muß verschmachten.