Freitag, 16. Februar 2018


In Folge des Instinkts wirkt bei der geschlechtlichen Auswahl vor allen Dingen die Rücksicht auf Schönheit des anderen Individuums, als durch welche der Typus der Gattung möglichst rein und richtig erhalten wird. Das schwindelnde Entzücken, welches den Mann beim Anblick eines Weibes von ihm angemessener Schönheit ergreift und ihm die Vereinigung mit ihr als das höchste Gut vorspiegelt, ist eben der Sinn der Gattung, welcher, den deutlich ausgedrückten Stempel derselben erkennend, sie mit diesem perpetuieren möchte. Nächst der Schönheit begehrt (in Folge des Instinkts) Jeder besonders heftig diejenigen Vollkommenheiten am anderen Individuum, welche ihm selbst abgehen, ja sogar die Unvollkommenheiten, welche das Gegenteil seiner eigenen sind.
Die instinktiv leitenden Rücksichten, welche bei dem geschlechtlichen Wohlgefallen und der geschlechtlichen Auswahl walten, zerfallen in solche, welche unmittelbar den Typus der Gattung, d. i. die Schönheit betreffen, in solche, welche auf psychische Eigenschaften gerichtet sind, und endlich in bloß relative, welche aus der erforderten Korrektion oder Neutralisation der Einseitigkeiten und Abnormitäten der beiden Individuen durch einander hervorgehen.

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