In Folge des Instinkts wirkt bei der
geschlechtlichen Auswahl vor allen Dingen die Rücksicht auf Schönheit des
anderen Individuums, als durch welche der Typus der Gattung möglichst rein und
richtig erhalten wird. Das schwindelnde Entzücken, welches den Mann beim
Anblick eines Weibes von ihm angemessener Schönheit ergreift und ihm die
Vereinigung mit ihr als das höchste Gut vorspiegelt, ist eben der Sinn der
Gattung, welcher, den deutlich ausgedrückten Stempel derselben erkennend, sie
mit diesem perpetuieren möchte. Nächst der Schönheit begehrt (in Folge des
Instinkts) Jeder besonders heftig diejenigen Vollkommenheiten am anderen
Individuum, welche ihm selbst abgehen, ja sogar die Unvollkommenheiten, welche
das Gegenteil seiner eigenen sind.
Die
instinktiv leitenden Rücksichten, welche bei dem geschlechtlichen Wohlgefallen
und der geschlechtlichen Auswahl walten, zerfallen in solche, welche
unmittelbar den Typus der Gattung, d. i. die Schönheit betreffen, in solche,
welche auf psychische Eigenschaften gerichtet sind, und endlich in bloß
relative, welche aus der erforderten Korrektion oder Neutralisation der
Einseitigkeiten und Abnormitäten der beiden Individuen durch einander
hervorgehen.Freitag, 16. Februar 2018
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