Wer
nun aber, zumal in jüngeren Jahren, so oft ihn auch schon gerechtes Mißfallen
an den Menschen in die Einsamkeit zurückgescheucht hat, doch die Oede
derselben, auf die Länge, zu ertragen nicht vermag, dem rate ich, daß er sich
gewöhne, einen Teil seiner Einsamkeit, in die Gesellschaft mitzunehmen, also
daß er lerne, auch in der Gesellschaft, in gewissem Grade, allein zu sein,
demnach was er denkt nicht sofort den andern mitzuteilen, und andererseits mit
dem, was sie sagen, es nicht genau zu nehmen, vielmehr, moralisch wie
intellektuell, nicht viel davon zu erwarten und daher, hinsichtlich ihrer
Meinungen, diejenige Gleichgültigkeit in sich zu befestigen, die das sicherste
Mittel ist, um stets eine lobenswerte Toleranz zu üben.
Montag, 17. September 2018
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