Diese Betrachtung wirft daher auf meine
gesammte Metaphysik der Geschlechtsliebe Licht zurück. Ueberhaupt aber ist
durch diese Darstellung eine bisher verborgene Wahrheit zu Tage gebracht,
welche, bei aller ihrer Seltsamkeit, doch neues Licht auf das innere Wesen, den
Geist und das Treiben der Natur wirft. Demgemäß hat es sich dabei nicht um
moralische Verwarnung gegen das Laster, sondern um das Verständniß des Wesens
der Sache gehandelt. Uebrigens ist der wahre, letzte, tief metaphysische Grund
der Verwerflichkeit der Päderastie dieser, daß, während der Wille zum Leben
sich darin bejaht, die Folge solcher Bejahung, welche den Weg zur Erlösung
offen hält, also die Erneuerung des Lebens, gänzlich abgeschnitten ist. –
Endlich habe ich auch, durch Darlegung dieser paradoxen Gedanken, den durch das
immer weitere Bekanntwerden meiner von ihnen so sorgfältig verhehlten
Philosophie jetzt sehr deconcertirten Philosophieprofessoren eine kleine
Wohlthat zufließen lassen wollen, indem ich ihnen Gelegenheit eröffnete zu der
Verläumdung, daß ich die Päderastie in Schutz genommen und anempfohlen hätte.
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