A person has to wipe
away this inconvenience when he reads works made by people who belong to a
party or cabal, that he does not always find the truth in them. Facts are
disguised, the opposing sides reasons are not reported in all their force, nor
with precision; and, what requires the most patience, he has to read a great
number of bitter and injurious words said by serious men, who make a personal
quarrel out of the contested points of a doctrine. These works are peculiar in
that they merit neither the prodigious success that they have for a certain
time, nor the profound oblivion that they fall into when, the fire of the party
division becoming extinguished, they become almanachs of a previous year.
Donnerstag, 14. Januar 2016
L'on a cette
incommodité à essuyer dans la lecture des livres faits par des gens de parti et
de cabale, que l'on n'y voit pas toujours la vérité. Les faits y sont déguisés,
les raisons réciproques n'y sont point rapportées dans toute leur force, ni
avec une entière exactitude; et, ce qui use la plus longue patience, il faut
lire un grand nombre de termes durs et injurieux que se disent des hommes
graves, qui d'un point de doctrine ou d'un fait contesté se font une querelle
personnelle. Ces ouvrages ont cela de particulier qu'ils ne méritent ni le
cours prodigieux qu'ils ont pendant un certain temps, ni le profond oubli où
ils tombent lorsque, le feu et la division venant à s'éteindre, ils deviennent
des almanachs de l'autre année.
Dienstag, 5. Januar 2016
"Diese Angst in der Welt ist aber
der einzige Beweis unserer Heterogenität. Denn fehlte uns nichts, so würden wir
es nicht besser machen als die Heiden und Transcendental-Philosophen, die von
Gott nichts wissen und in die liebe Natur sich wie die Narren vergaffen; kein
Heimweh würde uns anwandeln. Diese impertinente Unruhe, diese heilige
Hypochondrie ist vielleicht das Feuer, womit wir Opfertiere gesalzen und vor
der Fäulnis des laufenden seculi bewahrt werden müssen." schreibt Johann Georg
Hamann, der Königsberger Zeitgenosse und Kritiker Immanuel Kants.
Donnerstag, 17. Dezember 2015
Zunächst
erfordert jede Gesellschaft notwendig eine gegenseitige Accommodation und
Temperatur; daher wird sie, je größer, desto fader. Ganz er selbst sein darf
jeder nur so lange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt, der
liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei:
Zwang ist der unzertrennliche Gefährte jeder Gesellschaft, und jede fordert
Opfer, die umso schwerer fallen, je bedeutender die eigene Individualität ist.
Ferner,
je höher einer auf der Rangliste der Natur steht, desto einsamer steht er, und
zwar wesentlich und unvermeidlich. Dann aber ist es eine Wohltat für ihn, wenn
die physische Einsamkeit der geistigen entspricht: widrigenfalls dringt die
häufige Umgebung heterogener Wesen störend, ja, feindlich auf ihn ein, raubt
ihm sein Selbst und hat nichts als Ersatz dafür zu geben.
Sodann,
während die Natur zwischen Menschen die weiteste Verschiedenheit, im
Moralischen und Intellektuellen, gesetzt hat, stellt die Gesellschaft, diese
für nichts achtend, sie alle gleich, oder vielmehr sie setzt an ihre Stelle die
künstlichen Unterschiede und Stufen des Standes und Ranges, welche der Rangliste
der Natur sehr oft diametral entgegenlaufen. Bei dieser Anordnung stehen sich
die, welche die Natur niedrig gestellt hat, sehr gut; die wenigen aber, welche
sie hoch stellte, kommen dabei zu kurz; daher diese sich der Gesellschaft zu
entziehen pflegen und in jeder, sobald sie zahlreich ist, das Gemeine
vorherrscht.
Was
den großen Geistern die Gesellschaft verleidet, ist die Gleichheit der Rechte,
folglich der Ansprüche, bei der Ungleichheit der Fähigkeiten, folglich der
(gesellschaftlichen) Leistungen, der andern. Die sogenannte gute Societät läßt
Vorzüge aller Art gelten, nur nicht die geistigen, diese sind sogar
Kontrebande. Sie verpflichtet uns, gegen jede Torheit, Narrheit, Verkehrtheit,
Stumpfheit, grenzenlose Geduld zu beweisen; persönliche Vorzüge hingegen sollen
sich Verzeihung erbetteln, oder sich verbergen; denn die geistige Überlegenheit
verletzt durch ihre bloße Existenz, ohne alles Zutun des Willens.
Donnerstag, 26. November 2015
Demnach
hat die Gesellschaft, welche man die gute nennt, nicht nur den Nachteil, daß
sie uns Menschen darbietet, die wir nicht loben und lieben können, sondern sie
läßt auch nicht zu, daß wir selbst seien, wie es unserer Natur angemessen ist;
vielmehr nötigt sie uns, des Einklanges mit den anderen wegen, einzuschrumpfen,
oder gar uns selbst zu verunstalten. Geistreiche Reden oder Einfälle gehören
nur vor geistreiche Gesellschaft: in der gewöhnlichen sind sie geradezu
verhaßt; denn um in dieser zu gefallen, ist durchaus notwendig, daß man platt
und borniert sei.
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