The
refuse of the court is received in a fashionable assembly, where he defeats the
magistrate, even when the latter is wearing his cravate and his grey suit, as
well as the bourgeois wearing a sword, he sweeps them away and becomes master
of the place: he is listened to and loved; one can hardly resist for a moment a
gold-embroidered scarf or a white feather, a man who speaks to the King and
sees the ministers. He makes men and women jealous: one admires him, he
inspires envy: four miles away from the city, at Versailles, he inspires
pity.
Donnerstag, 19. August 2021
Le
rebut de la cour est reçu à la ville dans une ruelle, où il défait le
magistrat, même en cravate et en habit gris, ainsi que le bourgeois en
baudrier, les écarte et devient maître de la place: il est écouté, il est aimé;
on ne tient guère plus d'un moment contre une écharpe d'or et une plume
blanche, contre un homme qui parle au Roi et voit les ministres. Il fait des
jaloux et des jalouses: on l'admire, il fait envie: à quatre lieues de là, il
fait pitié.
Mittwoch, 28. Juli 2021
Donnerstag, 22. Juli 2021
Und dieser Welt, diesem
Tummelplatz gequälter und geängstigter Wesen, welche nur dadurch bestehn, daß
eines das andere verzehrt, wo daher jedes reißende Thier das lebendige Grab
tausend anderer und seine Selbsterhaltung eine Kette von Martertoden ist, wo
sodann mit der Erkenntniß die Fähigkeit Schmerz zu empfinden wächst, welche
daher im Menschen ihren höchsten Grad erreicht und einen um so höheren, je
intelligenter er ist, – dieser Welt hat man das System des Optimismus anpassen
und sie uns als die beste unter den möglichen andemonstriren wollen. Die
Absurdität ist schreiend. – Inzwischen heißt ein Optimist mich die Augen öffnen
und hineinsehn in die Welt, wie sie so schön sei, im Sonnenschein, mit ihren
Bergen, Thälern, Ströhmen, Pflanzen, Thieren u.s.f. – Aber ist denn die Welt
ein Guckkasten? Zu sehn sind diese Dinge freilich schön; aber
sie zu seyn ist ganz etwas Anderes. – Dann kommt ein Teleolog
und preist mir die weise Einrichtung an, vermöge welcher dafür gesorgt sei, daß
die Planeten nicht mit den Köpfen gegen einander rennen, Land und Meer nicht
zum Brei gemischt, sondern hübsch auseinandergehalten seien, auch nicht Alles
in beständigem Froste starre, noch von Hitze geröstet werde, imgleichen, in
Folge der Schiefe der Ekliptik kein ewiger Frühling sei, als in welchem nichts
zur Reife gelangen könnte, u. dgl. m. –
Aber Dieses und alles Aehnliche sind ja bloße conditiones sine quibus non. Wenn es nämlich überhaupt eine Welt geben soll, wenn ihre Planeten wenigstens so lange, wie der Lichtstrahl eines entlegenen Fixsterns braucht, um zu ihnen zu gelangen, bestehn und nicht, wie Lessings Sohn, gleich nach der Geburt wieder abfahren sollen; – da durfte sie freilich nicht so ungeschickt gezimmert seyn, daß schon ihr Grundgerüst den Einsturz drohte. Aber wenn man zu den Resultaten des gepriesenen Werkes fortschreitet, die Spieler betrachtet, die auf der so dauerhaft gezimmerten Bühne agiren, und nun sieht, wie mit der Sensibilität der Schmerz sich einfindet und in dem Maaße, wie jene sich zur Intelligenz entwickelt, steigt, wie sodann, mit dieser gleichen Schritt haltend, Gier und Leiden immer stärker hervortreten und sich steigern, bis zuletzt das Menschenleben keinen andern Stoff darbietet, als den zu Tragödien und Komödien, – da wird, wer nicht heuchelt, schwerlich disponirt seyn, Hallelujahs anzustimmen. Den eigentlichen, aber verheimlichten Ursprung dieser letzteren hat übrigens, schonungslos, aber mit siegender Wahrheit, David Hume aufgedeckt, in seiner Natural history of religion, Sect. 6, 7, 8 and 13.
Montag, 19. Juli 2021
Derselbe legt auch im
zehnten und elften Buch seiner Dialogues on natural religion,
unverhohlen, mit sehr triftigen und dennoch ganz anderartigen Argumenten als
die meinigen, die trübsälige Beschaffenheit dieser Welt und die Unhaltbarkeit
alles Optimismus dar; wobei er diesen zugleich in seinem Ursprung angreift.
Beide Werke Hume's sind so lesenswerth, wie sie in Deutschland heut zu Tage
unbekannt sind, wo man dagegen, patriotisch, am ekelhaften Gefasel
einheimischer, sich spreizender Alltagsköpfe unglaubliches Genügen findet und
sie als große Männer ausschreit. Jene Dialogues aber hat Hamann übersetzt, Kant hat
die Uebersetzung durchgesehn und noch im späten Alter Hamanns Sohn zur
Herausgabe derselben bewegen wollen, weil die von Platner ihm nicht genügte
(siehe Kants Biographie von F. W. Schubert, S. 81 und 165). – Aus jeder Seite
von David Hume ist mehr zu lernen, als aus Hegels, Herbarts
und Schleiermachers sämmtlichen philosophischen Werken zusammengenommen.
Donnerstag, 8. Juli 2021
Wie gegen den
Optimismus Voltaire, im Candide, den Krieg in seiner
scherzhaften Manier führt, so hat es in seiner ernsten und tragischen Byron gethan,
in seinem unsterblichen Meisterwerke Kain, weshalb er auch durch
die Invektiven des Obskuranten Friedrich Schlegel verherrlicht worden ist. –
Wollte ich nun schließlich, zur Bekräftigung meiner Ansicht, die Aussprüche
großer Geister aller Zeiten in diesem, dem Optimismus entgegengesetzten Sinne,
hersetzen; so würde der Anführungen kein Ende seyn; da fast jeder derselben
seine Erkenntniß des Jammers dieser Welt in starken Worten ausgesprochen hat.
Also nicht zur Bestätigung, sondern bloß zur Verzierung dieses Kapitels mögen
am Schlusse desselben einige Aussprüche dieser Art Platz finden.