Wie sehr hingegen die äußere Beschränkung dem menschlichen
Glücke, so weit es gehen kann, förderlich, ja, notwendig sei, ist daran
ersichtlich, daß die einzige Dichtungsart, welche glückliche Menschen zu
schildern unternimmt, das Idyll, sie stets und wesentlich in höchst
beschränkter Lage und Umgebung darstellt. Das Gefühl der Sache liegt auch
unserm Wohlgefallen an den sogenannten Genre-Bildern zugrunde. – Demgemäß wird
die möglichste Einfachheit unserer Verhältnisse und sogar die Einförmigkeit der
Lebensweise, so lange sie nicht Langeweile erzeugt, beglücken; weil sie das
Leben selbst, folglich auch die ihm wesentliche Last, am wenigsten spüren läßt,
es fließt dahin wie ein Bach, ohne Wellen und Strudel.
Samstag, 21. März 2015
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