Man muß sich beschränken können, das ist
für allen Genuß sehr wichtig. Fast scheint's, als sähe und hörte ich so bald
nichts wieder von dem Mädchen, das meine Seele und alle meine Gedanken erfüllt.
Ich will mich ganz ruhig verhalten; auch diese dunkle und unbestimmte, aber
doch so starke Gemütsbewegung hat ihren Zauber. Ich habe immer gern während
einer mondhellen Nacht auf einem oder dem andern unsrer herrlichen Seen in
einem Boot gelegen. Dann ziehe ich die Segel ein, nehme die Ruder auf, lege
mich so lang wie ich bin ins Boot und schaue hinauf zum Himmel. Wenn die Wellen
das Boot an ihrem Busen einwiegen, wenn die Wolken vor dem Winde treiben, daß
der Mond einen Augenblick verschwindet und sich dann wieder zeigt, so finde ich
Ruhe in dieser Unruhe; die Wellen schläfern mich ein, ihr Rauschen ist ein
eintöniges Wiegenlied, der Wolken rasche Fahrt, der Wechsel von Licht und
Schatten berauscht mich, und wachend träume ich. So lege ich mich auch jetzt
hin, ziehe die Segel ein, die Ruder auf und lasse mich von Sehnsucht und
ungeduldiger Erwartung hin und her treiben; der Himmel der Hoffnung wölbt sich
über mir, ihr Bild schwebt unbestimmt wie der Mond an mir vorüber. Welch ein
Genuß!